KDE Connect: Android-Smartphone in Linux-Desktop integriert

Lukas Funk 7

Der Mensch der Zukunft ist vernetzt: Smartphone, Desktop und Online-Konten sind nahtlos miteinander verknüpft, sodass jede Information zu jedem Zeitpunkt abrufbar ist. Was Google mit Android und Chrome bewerkstelligt und Apple mit iOS und OS X, spornt Linux-Entwickler zu eigenen Lösungen an. Nach den Ubuntus Bemühungen mit dem Unity-Desktop präsentieren nun die Entwickler von KDE, unter anderem bekannt für die Plasma Desktop Environment, ihr Synchroniierungs-Tool KDE Connect.

Google arbeitet derzeit daran, Benachrichtigungen vom Smartphone in Form von Info-Karten im Google Now-Stil auch im Chrome-Browser und Chrome OS sichtbar zu machen, sodass man als Benutzer nicht immer zum Smartphone greifen muss, um über eingehende Nachrichten oder Anrufe informiert zu werden. Zudem hat man in einigen Experimenten bewiesen, mit wie wenig Aufwand für den Nutzer Smartphone und Browser nahtlos interagieren können.

Auch in der Linux-Community stößt dieses Prinzip auf Interesse, hat doch nicht zuletzt Android unter Beweis gestellt, dass Linux-basierte Betriebssysteme mit einigen Kniffen auch für weniger versierte Nutzer brauchbar gemacht werden können. Neben dem Ubuntu Unity gibt es ein weiteres Projekt, das an der Synchronisierung von Mobilgerät und Desktop feilt: Das KDE-Team, bekannt für seine Desktop-Umgebung Plasma, die beispielsweise als Standardoberfläche von SUSE Linux genutzt wird, arbeitet derzeit an einem Tool namens KDE Connect. Dieses steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die Grundfunktionen scheinen aber schon recht zuverlässig zu funktionieren. Im Video wird beispielsweise die Fernsteuerung diverser Media Player demonstriert sowie die Benachrichtigung am Rechner über einen eingehenden Anruf, der die Musik im Hintergrund automatisch unterbricht.

Derzeit synchronisieren sich Android-Smartphones und PC über ein gemeinsames WLAN. Die zukünftige Entwicklung sieht aber sowohl andere Verbindungsprotokolle als auch weitere mobile Betriebssysteme vor.

Gerade für Android-User, die das Betriebssystem ohne Googles-Services nutzen wollen, ist diese Entwicklung interessant. Zwar ist das Setup von KDE Connect im aktuellen Stadium noch etwas umständlich, aber es handelt sich dabei auch ausdrücklich um Vorabversionen von Desktop- und Mobilanwendung. Wer dennoch einen Blick auf KDE Connect werfen möchte, findet die benötigte APK im Quelllink. Der Code beider Anwendungen kann mit den folgenden Kommandos aus dem jeweiligen Repository geklont werden:

git clone git://anongit.kde.org/scratch/albertvaka/kdeconnect-kded
git clone git://anongit.kde.org/scratch/albertvaka/kdeconnect-android

Quelle: Albert Vaca’s Blog

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung