Meenova: Externer micro SD-Kartenleser für Android-Geräte im Test

Markus Schumacher 12

Viele Androide-Geräte verfügen heutzutage nicht über die Möglichkeit der Speichererweiterung per micro SD-Karte. Ein kleines Kickstarter-Projekt geht dieses Problem an: Mit dem winzigen Meenova kann man micro SD-Karten auf vielen Androiden per Micro-USB-Anschluss nachrüsten. Im Kurztest klären wir, ob das Konzept trägt.

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter suchen Menschen mit gute Ideen, aber zu wenig Kapital, zahlungskräftige Investoren. Genauso verhielt es sich mit dem externen Kartenleser Meenova, wobei der Name erst später gewählt wurde. Die beiden Köpfe hinter dem Projekt, Andy und Rich, vermissten die Möglichkeit der externen Speichererweiterung an ihren Android-Geräten. So war die Idee eines kleinen micro SD-Kartenlesegeräts für den Micro-USB-Anschluss der Androiden geboren. Das Projekt war erfolgreich, wir stellen euch das fertige Produkt vor.

Wenn der interne Speicher knapp wird …

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Für viele Käufer von Smartphones und Tablets bleibt es eine Grundsatzfrage, ob man den Speicher des Gerätes erweitern kann oder nicht. Viele machen davon komplett die Kaufentscheidung abhängig, ähnlich zum Kriterium des austauschbaren Akkus. Auch wenn der interne Speicher nicht immer knapp bemessen ist, stellt man sich oft die Frage, warum immer weniger Geräte mit micro SD-Kartenslot vorgestellt werden. Unter anderem die Nexus-Serie von Google ist für seine „Speicherkartenallergie“ bekannt.

Verpackung, Zubehör und Verarbeitung

Nachdem das Projekt Anfang Mai diesen Jahres erfolgreich finanziert wurde, folgte die mehrstufige Produktionsphase. Dem Trend der stetigen Verzögerungen bei Kickstarter-Projekten konnten die Gründer Andy und Rich gut entgegenhalten, der Versand begann Anfang September. Mittlerweile sind wir im Besitz eines der ersten Geräte und können es unter die Lupe nehmen.

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Die Verpackung zeigt sich klein und funktional, trotzdem ausgesprochen schick. Der Karton lässt sich „frustfrei“ öffnen und gibt sofort Zugang zum Inhalt frei. Im Paket finden man dann, dank unseres höheren Kickstarter-Einsatzes, nicht nur den Kartenleser sondern auch einen Befestigungsring sowie Haken für den Schlüsselbund und einen praktischen USB zu Micro-USB-Adapter. Dank letzterem lässt sich Meenova auch schnell an den PC oder das Autoradio anschließen.

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Der Kartenleser selbst wird in der Farbe „Creamy White“ ausgeliefert. Das gesamte Stück Technik ist kaum größer als eine 2-Euro Münze und sehr kompakt. Der Einschub für die micro SD-Karte befindet sich um 90° gedreht zum USB-Anschluss, was sich auf die „Länge“ der Bauform positiv auswirkt. Den Micro-USB-Anschluss verdeckt man mit einer kleinen Kappe, die sich während der Benutzung auch am mitgelieferten Schlüsselhaken befestigen lässt.

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Als besonderen Clou haben sich die beiden Projektväter für einen etwas abgesetzten USB-Anschluss entschieden, der von einem transparenten Kunststoffsockel umgeben wird. Dieser dient einerseits dazu, durch Aufblinken auf einen Speichervorgang aufmerksam zu machen, zum anderen gibt dieser zusätzliche Abstand die Möglichkeit, den Kartenleser auch an einem Gerät mit Schutzhülle oder Gehäuse zu verwenden.

Kompatibilität und Benutzung

Auf der Rückseite der Verpackung wird bereits eine Liste der kompatiblen Geräte mitgeliefert, diese erweitert sich jedoch selbstredend mit neu vorgestellten Telefonen oder Tablets. Absolutes Kriterium zur möglichen Verwendung von Meenova unter Android ist der sogenannte USB-Host-Modus, auch bekannt als USB-to-go oder kurz USB OTG. In diesem Modus übernimmt das Smartphone das Kommando über den Anschluss und kann so Speichergeräte erkennen.

Viele der aktuellen Geräte von 2013 unterstützen diesen Modus, allerdings gibt es auch immer wieder Ausnahmen. Ganz prominent dürfte das Nexus 4 sein, das diesen Modus standardmäßig nicht unterstützt - hier kann man aber mit einem Software-Hack nachhelfen.

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Unser Test wurde mit einem HTC One auf Android 4.3 durchgeführt, es waren keinerlei Anzeichen für eine Fehlfunktion oder anderen Problemen zu erkennen. Schließt man den Kartenleser an den Micro-USB-Anschluss des Smartphones an, blinkt sofort die transparente Umrandung blau. Android gibt einen kurzen Hinweis, dass das Gerät jetzt im USB-Host-Modus operiert und schon funktioniert der Kartenleser. In unserer Konfiguration wurde eine micro SD-Karte mit 4 GB Speicher getestet, nach Angaben der Verpackung kann der Kartenleser aber auch problemlos SDXC-Karten mit bis zu 64 GB Kapazität erkennen und verarbeiten.

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Plug & Play: Meenova ist auf dem HTC One sofort sichtbar, über einen beliebigen Dateiexplorer kann darauf zugegriffen werden

Je nach Gerät erfordert es unter Umständen einer zusätzlichen Software, um das Speichermedium richtig zu erkennen. Die App StickMount vom SuperSU-Entwickler Chainfire kommt beispielsweise auf dem Nexus 7 und Nexus 10 zum Einsatz, setzt aber Root-Rechte voraus. Auf unserem HTC One wurde keine weitere Software benötigt, wir verwendeten lediglich den Solid Explorer, um auf die Speicherkarte zugreifen zu können. Diese wird vom Programm als „USB drive 1“ angezeigt und kann sofort verwendet werden.

Das Schreiben und Lesen von Dateien funktioniert reibungslos und in guter Geschwindigkeit. Inwiefern die Spezifikation der Speicherkarte, also zum Beispiel Class 4 oder 10 eine bedeutende Rolle spielt, konnten wir nicht feststellen. Eine 1 GB große Datei wurde aber in ca. 2 Minuten auf die Speicherkarte kopiert, dabei erreichten wir eine durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit von etwa 8 MB/s, bei Umkehrung des Kopiervorgangs erreichten wir eine Lesegeschwindigkeit von ca. 15 MB/s.

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Einsatzzwecke zum Meenova

Man mag es kaum glauben, aber dieses kleine Stück Technik bedient sehr viele Nutzungsfelder. Zum einen dient es dem schnellen Backup von Daten vom internen Speicher, der möglicherweise durch das Flashen einer Custom ROM gefährdet sein könnte. Was einmal auf der Karte ausgelagert wurde, ist dort sicher und kann danach schnell zurückgespielt werden.

Meenova bietet aber noch weitere praktische Möglichkeiten, den gewonnenen externen Speicher nutzbar zu machen: Der Dateiaustausch zwischen zwei Geräten ist zwar dank Cloud-Diensten, Bluetooth und Wifi Direct mittlerweile auch „drahtlos“ möglich, allerdings oftmals mit sperriger Einrichtung verbunden. Wer nur schnell ein paar Dateien verschicken will, macht sich lieber Meenova, sozusagen als Micro-USB-Stick, zunutze und spart die Zeit beim Einrichten der Verbindung.

Dank des mitgelieferten USB-auf-MicroUSB-Adapters kann man zudem Dateien auch schnell vom Handy auf jedes andere Gerät mit USB-Anschluss übertragen. Das kann der PC sein, aber auch der Fotodrucker, ein Smart-TV oder das Autoradio. Meenova bietet hier eine gute und einfache Methode zum Dateitransfer. Andersherum kann man mit Meenova auch schnell Dateien vom PC auf das Mobilgerät bringen - Filme, Serien und Musik zum Beispiel, die man unterwegs genießen möchte, mit denen man aber nicht unbedingt den internen Speicher seines Androiden verstopfen möchte.

Als besonderes „Schmankerl“ für unsere Leser mit Custom ROM sei ergänzt, dass einige Androiden in Verbindung mit dem richtigen Recovery-Image die Funktion anbieten, einen externen USB-Speicher im Recovery-Menü zu verwenden. Bei unserem Geräte funktionierte dies beispielsweise mit dem Clockworkmod Touch Recovery in Version 6.0.4.4 auf dem HTC One. Ist der externe Speicher einmal eingebunden, so lassen sich Nandroid-Backups direkt auf die SD-Karte schreiben oder ROMs von dort flashen, ohne dass man den Umweg über den internen Speicher machen müsste. Wer häufig mit Custom ROMs experimentiert, findet hier unter Umständen eine weitere praktische Verwendungsmöglichkeit.

Verfügbarkeit und Preis

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Wer nach dem Lesen unseres Tests Interesse an Meenova hat, kann sich bereits für die nächste Lieferung „vormerken“ lassen, wobei schon innerhalb weniger Tage versendet wird. Der internationale Versand wird durch Hongkong Post abgewickelt. Damit gab es, zumindest bei der letzten Lieferung, einige Verzögerungen. Die Projektgründer teilten aber mit, dass bei den kommenden Lieferungen der Ablauf schneller funktionieren soll.

Für Meenova werden günstige 12 US-Dollar fällig, für den internationalen Versand werden weitere 3 US-Dollar verlangt. Insgesamt zahlt man also pro Kartenleser ca. 11 Euro nach aktuellem Wechselkurs. Man hat zudem die Wahl zwischen den vier verschiedenen Farbvarianten „Creamy White“, „Carbon Black“, „Metallic Silver“ und „Vibrant Orange“.

Alternativen

Neben Meenova kann externe Speichermedien natürlich auch auf andere Art und Weise an seinen Androiden anschließen:

  • Per USB-Host-Adapter (): Vorteil ist, dass man neben USB-Datenträgern auch andere USB-Geräte anschließen kann, etwa Mäuse, Gamepads und Tastaturen. Nachteil, dass diese Lösung deutlich weniger handlich ist.
  • Mit USB-Sticks, die einen zusätzlichen Micro-USB-Anschluss besitzen, etwa dem Spaceloop Hybrid. Vorteil: Nur ein Zubehörteil. Nachteil: Das Gerät steht ziemlich vom Gerät ab mindert dessen Handlichkeit erheblich, außerdem ist der Preis pro GB erheblich höher als bei Meenova, zumindest wenn man dort eine große Speicherkarte einsetzt.
  • Für Meenova schließlich spricht das kompakte Format, der günstige Preis und die Möglichkeit, mit verschiedenen Speicherkarten zu hantieren.

Mehr Infos und Bestellmöglichkeit: Meenova.com

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