Wind-Up Knight-Entwickler: Android-Piraterie kein großes Problem

Amir Tamannai 11

Vergangene Woche schlugen die Wellen um die ewige Piraterie-Diskussion unter Android wieder hoch: Entwickler Madfinger hatte seinen Shooter Dead Trigger plötzlich kostenlos zur Verfügung gestellt und den Schritt mit der horrenden Rate an sich im Umlauf befindlichen Raubkopien des Spiels begründet. Nun meldet sich Chriss Pruett, einer der Produzenten des erfolgreichen Android-Titels Wind-up Knight zu Wort und dementiert, dass die Software-Piraterie unter Android ein besonderes Problem darstelle.

„Für das Protokoll: Unsere Raubkopierate liegt unter Android bei 12 Prozent, unter iOS bei 15 Prozent“ – so leitet Chriss Pruett eine Tweet-Serie ein, in der er Stellung nimmt zur aktuellen, durch die Maßnahmen des tschechischen Entwicklerstudios Madfinger Games ausgelösten Diskussion zum Thema Software-Piraterie unter Android. Die Macher des Zombie Shooters Dead Trigger hatten ihr Spiel zunächst für 99 Cent im Play Store eingestellt, die App dann aber kostenlos gemacht und das Ganze mit der überbordenden Anzahl an Raubkopien von Dead Trigger begründet.

Chris Pruett hingegen sieht keine solch großes Problem für Android-Entwickler durch Raubkopien: Neben der grundsätzlich niedrigeren Piraterie-Rate unter Android verglichen mit iOS, die Pruett für sein Hitspiel Wind-up Knight nennt, säßen auch beinahe 100 Prozent der Piraten in China; einem Markt, der ohnehin keinen Anschluss an den Play Store hat und somit auch keinen Umsatz für Entwickler in unserer Hemisphäre generieren könnte.

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Pruett argumentiert weiter, dass Piraterie natürlich ärgerlich und ein rotes Tuch für jeden Entwickler sei, sich faktisch aber gar nicht so schädlich auswirken würde, da die meisten Nutzer von gecrackten Apps ohnehin nie Geld dafür ausgeben würde – auch hier verliere man also keine potenziellen Kunden. Piraterie wirke sich lediglich dann negativ aus, wenn für die Entwickler laufenden Kosten für raubkopierte Apps, zum Beispiel durch Server oder Bandbreite zustande kämen.

Auch weil die Raubkopierrate für Wind-up Knight unter iOS bei rund 80 Prozent lag, als die App dort kostenpflichtig war (verglichen mit 15 Prozent, seit sie gratis ist), plädiert Pruett grundsätzlich für kostenlose mobile Apps.

Ich persönlich bin der Meinung, dass auch kostenpflichtige Apps ihre Daseinsberechtigung haben – solange sie hochwertig sind und dafür dann auf obligatorische oder zu prominente In-App-Käufe verzichten: Und so war ich und bin weiterhin gerne bereit, ein paar Euro für Android-Spiele wie Machinarium, Anomaly Warzone, Reckless Racing 2 oder auch die tolle GTA 3-Portierung auszugeben.

Wie seht ihr das? Hat Pruett recht, ist die Diskussion um App-Piraterie viel zu aufgebauscht und dient nur als Vorwand oder Ausrede für zweifelhafte Geschäftsentscheidungen? Oder stellen Raubkopien unter Android tatsächlich eine Gefahr für Entwickler dar? Eure Meinung in die Kommentare.

Chris Pruett auf Twitter [via Zusammenfassendes Google+-Posting]

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