Wohlstandsgesellschaft: Die Handys in unseren Schubladen – Zahl des Tages

Stefan Bubeck

Was passiert mit ausgemusterten Smartphones und Handys? Viele davon landen in unseren Schubladen. Ihre Anzahl hat die Einwohnerzahl Deutschlands längst überstiegen.

Wohlstandsgesellschaft: Die Handys in unseren Schubladen – Zahl des Tages
Bildquelle: Getty Images / Gonzalo Arroyo Moreno.

Der IT-Branchenverband Bitkom hat mal wieder eine interessanten Zahl ermittelt, diesmal geht es um Altgeräte in Kartons, Schubladen und Schränken – also Handys und Smartphones, die nicht entsorgt wurden, sondern in unseren Haushalten ein Dasein als „Notfallhandy“ oder Staubfänger fristen.

Alt-Handys: Der Berg wächst seit Jahren

Insgesamt dürften sich zur Zeit 124 Millionen Alt-Handys in deutschen Haushalten befinden. Acht von zehn Deutschen haben mindestens ein ungenutztes Handy zuhause herumliegen, 59 Prozent der Befragten haben sogar zwei oder mehr Mobiltelefone übrig.

„Sechs von zehn Smartphone-Nutzern haben ihr Gerät im vergangenen Jahr gekauft. Das zeigt, dass viele Verbraucher stets das aktuellste Smartphone besitzen wollen – sei es wegen einer längeren Akkulaufzeit, mehr Speicherkapazität, einer besseren Kamera oder schnellerem Laden. Alte Geräte werden deshalb relativ häufig gegen neue ausgetauscht“, kommentiert Bitkom-Umweltexperte Kai Kallweit.

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Ausgemusterte Handys sollten auf keinen Fall im Hausmüll landen – sie gehören stattdessen auf Recyclinghöfe oder zurück zum Mobilfunkbetreiber. Wer seine alten Smartphones verkaufen möchte, sollte vorher unbedingt alle Daten löschen, die sich noch im Speicher befinden.

Zum Schluss noch ein Gedankenspiel: Wenn man von einer durchschnittlichen Gehäusehöhe von 1 Zentimeter bei Handys und Smartphones ausgeht, dann kann man ungefähr abschätzen, wie hoch der Stapel aller Alt-Handys in Deutschland wäre. So kommen wir auf einen 1.240 Kilometer hohen Turm aus Handys, der den rund 8,8 Kilometer hohen Mount Everest (höchster Berg der Erde) um das 140-fache übersteigt.

Quelle und Statistik: Bitkom

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