Android auf dem iPhone: Was macht eigentlich „iDroid“?

Frank Ritter 4

Android auf dem iPhone - was wie die unmögliche Kombination zweier Antagonisten klingt, war schon einmal Realität: Das Open Source-Projekt iDroid machte vor gut zwei Jahren Furore in der Tech-Welt, seitdem wurde es jedoch immer stiller um das Vorhaben. Wir blicken zurück und schauen uns den aktuellen Stand an.

Vor gut zwei Jahren machte ein Projekt ordentlich Furore: iDroid. Auf Basis des selbstgestrickten Bootloaders OpeniBoot, der den Betrieb eines Linux-Kernels parallel zu iOS ermöglichte, schaffte es eine Truppe Hobbyentwickler im April 2010, zwei Welten kollidieren zu lassen und Android auf einigen iDevices laufen zu lassen - unter anderem dem iPhone 3G. Leider gibt es nicht allzu viel gutes Bewegtbildmaterial dazu im Netz, aber dieses Video sollte ausreichend demonstrieren, wie es funktioniert.

iPhone 3G running Android 2.2.1 "Froyo".

Auch wenn der letzte Stand ein aufgrund massiver Performanceprobleme, fehlendem Powermanagement und diverser Bugs nach wie vor nicht alltagstaugleiches Android auf dem iPhone und iPod Touch-Geräten war, machte die Entwicklung seinerzeit manchem Technikfreund Hoffnung, dass mittelfristig das - provokant formuliert - beste Betriebssystem auf der besten Hardware am Markt laufen könnte.

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Leider kam es nie wirklich dazu, denn nach einigen Monaten Entwicklungszeit schlief das Projekt mehr oder weniger ein, wie ich jüngst aus privatem Interesse herausfand. Es gibt seit langem keine öffentlichkeitsträchtige News mehr zu vernehmen, das Wiki wirkt verwaist und das GitHub liegt brach. Aber warum das Ganze? Ein Eintrag im Blog von iDroid-Teammitglied Nick Pack von Mitte des Monats liefert Antworten.

Lauffähige Versionen von iDroid auf Basis von Android 2.3.3 „Gingerbread“ gab es für das iPhone 2G, iPhone 3G, und den iPod Touch 1G. Für den iPod Touch 2G wurde zumindest Grundlagenarbeit an Bootloader und Kernel geleistet. Auch an iPhone 4 und iPod Touch 4G wurde de facto gearbeitet, allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse.

Dass das Projekt heute brachliegt, liegt daran, dass die Portierung von Android auf das iPhone eine hochkomplexe Angelegenheit ist - deutlich komplexer noch, als Android-Version X auf Android-Gerät Y zu portieren. Sie erfordert viel Hintergrundwissen sowie mühseliges und enorm zeitaufwändiges Reverse Engineering. Die Leute, die ursprünglich an dem Projekt mitwirkten, sind zu einem Großteil mittlerweile abgesprungen und neue Köpfe, die ohne Gewinnabsicht daran arbeiten möchten, sind schwer zu finden.

Das ist natürlich alles sehr schade, denn insbesondere durch die Verfügbarkeit von Software-Buttons seit Android 4.0 hätte Android auf dem iPhone enorm gewinnen können. Zumal dank der Dual Boot-Option auch Leute einen Einblick in Android hätten gewinnen können, die das Google-OS sonst meiden wie der Teufel das Weihwasser. So bleibt derzeit leider nur eine Projektleiche übrig, der „Schön wär’s gewesen“ auf die Stirn tätowiert wurde. Aber wer weiß - vielleicht findet sich ja irgendwann der eine oder andere Hobbyentwickler, der Lust darauf hat, das Projekt zu übernehmen? Das Interesse zweier riesiger Communities und der Medien wäre ihnen gewiss.

Wer Lust und das nötige Skillset hat, sich zu beteiligen, kann seine Fühler im entsprechenden IRC-Channel ausstrecken - die Adresse und weitere Kontaktmöglichkeiten zum iDroid Project finden sich im Wiki.

Android auf dem iPhone - ist das ein interessantes Projekt oder die darin hinein investierte Energie völlig unnötig? Eure Meinungen in die Kommentare.

Quellen: iDroid-Wiki, 0xDEADFA11

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