„Android ist besser“: Twitter-Designer erklärt, warum er vom iPhone konvertierte

Lukas Funk 46

Seit der vergangenen Nacht macht ein Artikel in den sozialen Netzwerken die Runde, in welchem Twitter-Designer Paul Stamatiou über seinen Wechsel von iOS zu Android berichtet. Seine Erfahrungen zeigen den Blick von außen auf einige Highlights unseres liebsten mobilen OS, welche man als langjähriger Nutzer als selbstverständlich hinnimmt. Wir haben „Stammys“ Gedanken hier zusammengefasst.

„Android ist besser“: Twitter-Designer erklärt, warum er vom iPhone konvertierte

Dass Android ein feines und mittlerweile auch recht ansehnliches Betriebssystem für diverse mobile und stationäre Anwendungsfälle ist, werden die meisten unserer Leser natürlich wissen. Doch welche Vorteile das OS gegenüber seiner Konkurrenz, allen voran Apples iOS besitzt, weiß wohl nur zu schätzen, wer sich schon intensiv mit beiden Plattformen beschäftigt hat: So zeigte sich Paul „Stammy“ Stamatiou, seines Zeichens Interface-Designer bei Twitter, nach einiger Zeit mit dem Nexus 4 so von Googles Betriebssystem begeistert, dass er sein iPhone zur Seite legte und das Galaxy S4 Google Play Edition zu seinem Hauptgerät machte. In seinem Artikel berichtet er über die ausschlaggebenden Punkte, die ihn von Android überzeugt haben — und zeigt so auch alteingesessenen Android-Enthusiasten den Komfort auf, mit welchem sie teilweise seit Jahren von Android verwöhnt werden.

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Stamatious Bericht beginnt mit dem offensichtlichsten Merkmal, welches Android-Geräte von iPhones unterscheidet: Die vielen Display-Größen, welche bei Topmodellen wie dem HTC One oder eben Samsungs Galaxy S4 mit hohen Auflösungen und viel Platz zum Darstellen von Inhalten alles in den Schatten stellen, was Apple als „Retina“-Display verkauft. Ebenfalls recht offensichtlich ist die tiefe und nahtlose Integration von Google-Apps und -Accounts, welche den Workflow besonders für frequente Nutzer dieser Dienste ungemein erleichtern. So geht die Arbeit mit mehreren Gmail-Accounts weit reibungsloser von der Hand und geöffnete Browser-Tabs sind auf jedem synchronisierten Gerät abrufbar.

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Ein Feature, welches man als langjähriger Nutzer kaum noch wahrnimmt, welches aber im Alltag unerlässlich ist, ist die Verwaltung der Benachrichtigungen. Wie in keinem anderen mobilen Betriebssystem sind diese immer — indiziert durch kleine Icons in der Benachrichtigungsleiste — zu sehen, zeigen eine Vorschau ihres Inhalts beim Erscheinen in Form des zeilenweisen Durchrollens an und bieten inzwischen sogar die Möglichkeit der Interaktion, ohne die zugehörige App öffnen zu müssen. Weiterhin wird zwischen konstanten Benachrichtigungen beispielsweise bei der Musikwiedergabe und temporären Benachrichtigungen bei eingehenden Nachrichten unterschieden. Letztere lassen sich durch Wischen einzeln oder über den entsprechenden Button allesamt entfernen — iOS kennt nur das Entfernen von Benachrichtigungen auf App-Ebene.

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Inzwischen haben auch alle wichtigen App-Entwickler Android für sich entdeckt, ein Manko, welches früher viele Nutzer abschreckte. Dank der Einführung der Holo-Designrichtlinien stehen die meisten Apps ihrem iOS-Pendant auch optisch in nichts nach, wenngleich vereinzelte Anbieter weiterhin iOS-Design auf Android übertragen.

Über diese Standard-Apps hinaus zeigt sich „Stammy“ von den vielen Möglichkeiten begeistert, welche App-Entwicklern zur Verfügung stehen: So können weite Teile des Systems manipuliert werden, etwa die Benachrichtigungs-LED, die Tastatur sowie die komplette Benutzeroberfläche. iOS wird selbst in Version 7 nur rudimentäre Anpassbarkeit unterstützen. Auch mitgelieferte Anwendungen können unter Android deaktiviert werden, sollten sie nicht gebraucht werden. Unter iOS dagegen steht der Newsstand, die App für abonnierte Zeitschriften, welche bei Nichtgebrauch weder deaktiviert noch in Ordnern versteckt werden kann, als Sinnbild vehementer Missachtung der Nutzerwünsche.

Das Navigationsschema Androids, bestehend aus dem Up-Button in der linken oberen Bildschirmecke vieler Apps sowie dem Zurück-Button, sorgte bei der Einführung von Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ noch für Verwirrung, bietet aber erweiterte Möglichkeiten: Während „Up“ durch die Hierarchieebenen einer App blättert, springt „Zurück“ rückwärts durch den Verlauf geöffneter Ansichten. Durch iOS navigiert man dagegen einzig mittels des Zurück-Buttons durch einzelne Apps oder öffnet das Multitasking-Menü, um zu anderen Anwendungen zu gelangen.

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Die Offenheit des Betriebssystems zeigt sich für Stamatiou am besten durch die Verwendung von Intent-Filtern: Apps können bestimmte Aufrufe abfangen, und sich so zur Verarbeitung spezieller Informationen anbieten. Bilder aus der Galerie können beispielsweise mit Facebook, Twitter, Google+ oder einem Instant Messenger geteilt werden, ohne dass sich die Entwickler der Galerie darum kümmern müssen, ob diese Anwendungen installiert, ja ob sie überhaupt existent sind. iOS verlangt für diese Aktion das Speichern eines Bildes in der Galerie, das Öffnen der Zielanwendung und das erneute Auswählen des Bildes. Offenheit und Navigation tragen somit zu einer deutlich flüssigeren Bedienung Androids bei.

Zuletzt geht der frisch konvertierte Stamatiou auf Google Now ein, welches er als geradezu magische Erfahrung beschreibt. Der Nutzen, den Googles Assistent aus vorhandener oder beiläufig eingegebener Information zieht, sei schlichtweg begeisternd.

Aus all diesen Erfahrungen zieht Paul Stamatiou den Schluss, dass Android einfach besser sei. Wohlbemerkt sagt er aber nicht, besser als was. Besser als früher? Ohne Zweifel. Besser als iOS? Sicher in einigen Punkten. Wer Erfahrung mit mehreren mobilen Betriebssystemen hat, kann sich bestimmt selbst einen Reim darauf machen.

Quelle: Paul Stamatiou [via reddit]

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