Samsungs Galaxy-Smartphones und -Tablets sollen künftig bei der schweizerischen Bundesbahn SBB zum Einsatz kommen. Die wiederum hat Apple bekanntlich wegen des Uhren-Designs in iOS 6 verklagt. Dass Samsung den Deal während des Patentstreits bekannt gibt, verstehen manche als Affront.

Schon kurz nach der Vorstellung von iOS 6 gab es erste Berichte, dass die SBB rechtliche Schritte gegen Apple prüfen ließ. Eine außergerichtliche Einigung verhinderte schließlich einen Prozess. Die SBB war sogar stolz darauf, dass Apple ihr Design auf dem iPad verwendet hat. Apple bezahlte der  SBB Lizenzgebühren in Höhe von rund 20 Millionen Franken, umgerechnet rund 16,6 Millionen Euro.

Der Zeitpunkt, zu dem Samsung den Deal öffentlich macht, scheint kein Zufall zu sein. Bloomberg zumindest sieht darin einen Affront gegen Apple, berichtet Appleinsider. Das Unternehmen befindet sich gerade in einem Rechtssreit mit dem iPhone-Hersteller. Samsung habe den Vertrag demnach nur abgeschlossen, um Apple eins auszuwischen.

Apple hatte das Design der schweizerischen Bahnhofsuhren für seine Uhr-Applikation auf dem iPad verwendet, ohne die Schweizer Bundesbahn um Erlaubnis zu fragen.

Das Design mit den markant schwarzen Stunden- und Minuten-Strichen und dem Sekundenzeiger in Form einer Signalkelle stammt aus dem Jahr 1944. Entworfen hat es der Ingenieur und Gestalter Hans Hilfiker. Wie Der Spiegel berichteet, ist das Design inzwischen unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art in New York zu finden. Auch das Design Museum in London zeigt den Entwurf.

Für Weltuhren in seinem mobilen Betriebssystem iOS 6 hatte der Hersteller aus Cupertino auf den minimalistischen Entwurf zurückgegriffen, ließ Form und Farbe des Zifferblatts unverändert.

iOS 6 wurde im Herbst 2012 veröffentlicht, ging zeitgleich mit Apples iPhone 5 an den Start. Passbook und Apple-eigenes Kartenmaterial sind nur zwei einiger Neuerungen, die die Software für Anwender brachte.