Apple Car: Kooperationen mit Herstellern wahrscheinlicher als eigenes Auto?

Florian Matthey 4

Was hat es mit den Gerüchten um ein Apple Car auf sich? Ein IT-Insider mit Verbindungen zur Automobilindustrie glaubt, dass Apple eher enger mit existierenden Auto-Herstellern zusammen arbeiten wird, als ein komplett eigenes Auto zu entwickeln.

Apple Car: Kooperationen mit Herstellern wahrscheinlicher als eigenes Auto?

Der IT-Berater und -Analyst Tim Bajarin hat bei Re/code seine Gedanken zum Apple Car oder iCar nieder geschrieben. Bajarin erinnert sich an die Zeit kurz nach der Veröffentlichung des ersten iPhone: Ein guter Freund von ihm, der Steve Jobs gut kannte und einem Luxus-Autohersteller nahe stand, berichtete seinerzeit, dass Jobs sich mit Vertretern eben dieses Herstellers getroffen habe. Es ging darum, das iPhone mit dem Entertainment-System der Autos zu verbinden. Jobs seien nach dem Treffen viele Ideen gekommen, wie sich ein iPhone mit einem Auto verbinden ließe.

Bajarin glaubt, dass dies die Geburtsstunde von Apples CarPlay war, mit dem sich die Bordcomputer von Autos heute mit einem iPhone verbinden lassen. Er glaubt auch, dass Apple in Sachen Automobile diese Route der Kooperation mit existierenden Herstellern in Zukunft weiter verfolgen wird – statt ein komplett eigenes Auto zu entwickeln.

Das iPhone-Betriebssystem iOS sei mittlerweile so ausgereift, dass es zum Herzstück zahlreicher Funktionen eines Autos werden könne. Als Beispiele nennt Bajarin diverse Sicherheitssysteme – ein iPhone könnte Daten der am Auto angebrachten Sensoren verwalten und auswerten, um beispielsweise Kollisionen zu vermeiden. Eine 360-Grad-Kamera auf dem Dach des Autos könnte mit Hilfe des iPhones tote Winkel zur Vergangenheit werden lassen. Und das Ganze ließe sich mit den auf dem iPhone gespeicherten Musik-Daten, Apps und anderen Diensten kombinieren.

Tatsächlich scheint Apple das iPhone immer mehr zu einem „Hub“ für Daten aus dem täglichen Leben werden zu lassen – man denke nur an HealthKit, HomeKit und ResearchKit. Das vernetzte oder „smarte“ Auto könnte sich hier gut einreihen.

Bajarin sieht die Situation des Apple Car daher ähnlich wie die des Apple-Fernsehers: Das Unternehmen wolle bestehende Produkte anderer Hersteller verbessern, statt sie durch ein eigenes Konkurrenzprodukt ersetzen zu wollen. Lediglich dann, wenn es mit den anderen Herstellern nicht funktionieren sollte – sie sich also beispielsweise nicht für Apples System offen zeigen -, sei ein Apple-eigenes Auto denkbar. Zu diesem Zwecke könnte Apple dann, so Bajarin, einfach Tesla übernehmen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung