Apple pausiert Entwicklung von iCar, Fokus auf Plattform für selbstfahrende Autos

Thomas Lumesberger 2

Das Apple iCar (oder einfach Apple Car), auch als Project Titan bekannt, wurde angeblich vorübergehend auf Eis gelegt. Das Unternehmen aus Cupertino konzentriert sich im Moment auf eine Plattform für selbstfahrende Autos.

Apple pausiert Entwicklung von iCar, Fokus auf Plattform für selbstfahrende Autos

Insgesamt haben über 1.000 Mitarbeiter die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Project Titan verlassen und wurden entweder in eine andere Abteilung gesteckt oder gekündigt. Das berichtet die US-Newsseite Bloomberg. Angeblich soll die Entwicklung eines eigenen Fahrzeugs jetzt hinten angestellt werden. Für CEO Tim Cook ist es offenbar wichtiger in den kommenden Monaten eine solide Plattform für selbstfahrende Autos auf die Beine zu stellen. Dazu wurden auch neue Fachkräfte mit entsprechenden Kenntnissen eingestellt.

Der Apple-Vorstand gibt dem Team bis Ende nächsten Jahres noch Zeit zur Entwicklung einer entsprechenden Plattform. Anschließend wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. Konkret soll dann festgelegt werden, ob man die Plattform hiesigen Automobilherstellern zur Verfügung stellt oder ob dann die Entwicklung eines eigenen KFZs forciert wird.

Die Entscheidung und der Strategiewechsel sind durch viele Unstimmigkeiten in den letzten Wochen und Monaten zu Stande gekommen. Nachdem es immer wieder Probleme in dem Apple-Labor in Sunnyvale gab, haben sich die Führungskräfte von Apple für diese weitere Vorgehensweise entschieden – zumindest vorübergehend.

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Selbstfahrend ist ein Muss

In der Vergangenheit gab es bereits unzählige Gerüchte, dass Apple an einer Lösung für selbstfahrende Fahrzeuge arbeitet. Diese wurden auch durch die Rekrutierung von diversen Branchengrößen bekräftigt. So ist beispielsweise der ehemalige Automotive-Software-Chef von BlackBerry beziehungsweise QNX, Dan Dodge, ins Silicon Valley gewechselt. Darüber hinaus hatte sich Apple auch die Karosserie-Experten Todd Gray und Aindra Campbell von Ford geangelt. Sie sollen für die Entwicklung der „Hardware“ für die Plattform zuständig sein.

Egal ob Apple künftig Autos baut oder nicht. Eine Hardware-Software-Lösung zum selbstfahrenden Auto ist für den Konzern aus Cupertino ein Muss. Schließlich will das wertvollste Unternehmen der Welt am Puls der Zeit bleiben und lässt nichts unversucht.

Verhandlungen mit Auto-Hersteller

BMW_i8_Apple

Darüber hinaus steht Apple mit unterschiedlichen renommierten KFZ-Herstellern in Kontakt. Dabei geht es nicht nur um Übernahmen, sondern es sollen auch Verhandlungen für Kooperationen schon stattgefunden haben. Vor allem mit BMW und Daimler hatte sich der Konzern schon mehrfach an den Tisch gesetzt, allerdings sollen die Verhandlungen zerschlagen worden sein. Als Grund hatten die Hersteller angeführt, dass sich Apple personenbezogene Nutzungsdaten unter den Nagel reißen und in der iCloud speichern möchte. Die deutschen Automobilhersteller haben sich dem Datenschutz der Kunden verschrieben, weshalb die Verhandlungen abgebrochen wurden.

Unlängst tauchte dann aber ein Gerücht auf, dass Apple mit dem Sportwagen-Hersteller McLaren Verhandlungen führe. Die Financial Times sowie die New York Times berichteten, dass der Konzern aus Cupertino an einer Übernahme von McLaren interessiert sei. Der Wert des britischen Automobilherstellers wird im Moment auf ungefähr 1,16 – 1,75 Milliarden Euro geschätzt. Eigentlich ein Schnäppchen, wenn man die Übernahme von Beats Audio in der Höhe von 2,68 Milliarden Euro bedenkt.

McLaren P1 Bahrain

Apple könnte aber vielmehr an der Tochter-Firma McLaren Applied Technologies interessiert sein. Dort werden beispielsweise Erfahrungswerte aus der Formel 1 auf andere Bereiche des Lebens umgelegt. Zum Beispiel hat das Unternehmen Algorithmen entwickelt um Daten penibel genau zu erfassen und diese dann weiterzuverarbeiten. Mögliche Einsatzzwecke sind zum Beispiel Datenzentren oder in der Medizin.

Für Apple könnte diese Technologie auch interessant sein, denn für ein selbstfahrendes Auto benötigt man eine Menge Sensoren, die Werte aufnehmen und einen Algorithmus der diese Daten anschließend verwerten kann.

Quelle: Bloomberg (Bildquellen: BMW, McLaren)

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