Daimler-Chef Zetsche: „Apple und Google können mehr, als wir dachten“

Florian Matthey 9

Vor einem Jahr sah Daimler-Chef Zetsche das Apple-Elektroauto noch gelassen: Apple würde ja auch keine Angst vor einem Mercedes-Smartphone haben. Jetzt sagt er: Firmen wie Apple und Google könnten mehr, als man bei Daimler bisher geglaubt habe.

Daimler-Chef Zetsche: „Apple und Google können mehr, als wir dachten“

Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her, dass erstmals Gerüchte um ein Apple-Elektroauto – also ein „Apple Car“ oder „iCar“ – auftauchten. Damals erklärte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche, dass Apple ja auch keine „schlaflosen Nächte“ hätte, wenn es Gerüchte um ein Mercedes-Smartphone gäbe. Dementsprechend beruhigt sei er bezüglich der Gerüchte um das Apple-Elektroauto.

Gegenüber der Welt am Sonntag äußerte sich Zetsche jetzt erneut zum mutmaßlichen Apple-Projekt – der Artikel ist noch nicht online verfügbar, dafür zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Mittlerweile sei, so Zetsche, bei Daimler der Eindruck entstanden, dass Unternehmen wie Apple und Google im Bereich Automobil mehr erreichen könnten, als man bisher glaubte. Gleichzeitig hätten diese Unternehmen aber auch für die Erfolge von Daimler mehr Respekt, als man bisher glaubte.

Viel ist über Apples „Project Titan“ noch nicht bekannt – in erster Linie die Tatsache, dass Experten der Automobilindustrie in jüngerer Zeit zu Apple gewechselt sind. Der Projektleiter Steve Zadesky, der zuvor viele Jahre bei Apple tätig war und früher nichts mit der Automobilindustrie zu tun hatte, hat das Unternehmen jedoch kürzlich „aus persönlichen Gründen“ verlassen.

Ob Apple tatsächlich ein Auto plant oder nicht – es zeichnet sich ab, dass das Silicon Valley in Zukunft eine wichtige Rolle in der Automobilbranche spielen wird. Dort ist immerhin neben Apple und Google – letzteres Unternehmen geht sehr offen mit seinem Projekt selbstfahrender Autos um – auch der Elektroauto-Hersteller Tesla Motors ansässig.

Die Relevanz der Region ist auch an Zetsche nicht vorbei gegangen: Kürzlich hätten er und führende Daimler-Manager sich mit sage und schreibe 70 Unternehmen im Silicon Valley für „konkrete Gespräche“ getroffen. Welche Unternehmen es waren und was Inhalt der Gespräche war, wollte Zetsche aber nicht verraten.

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