Das ist Apples iCar – 2007 bis heute

Ben Miller 8

Apple spielt schon seit Jahren mit dem Gedanken ein iCar“ auf die Straßen zu bringen. Bereits 2007 wurde ein Konzeptfahrzeug entwickelt, welches jetzt wieder aufgetaucht ist.



Das ist Apples iCar – 2007 bis heute




Beinahe täglich gibt es neue Informationen über Apples Auto-Pläne. Laut eines aktuellen Berichts, peilt der iPhone-Hersteller eine Veröffentlichung des iCar“ für 2020 an. Dabei spielt man bei Apple schon seit rund einem Jahrzehnt mit dem Gedanken, ein eigenes Auto auf die Straßen zu bringen. Milliard Drexler, seit 1999 Mitglied des Apple-Vorstands, verriet 2011 in einem Interview, dass Steve Jobs noch ein iCar designen wollte.





Die Geschichte des iCar – 2007 bis heute


Am 29. August 2007 berichteten die Süddeutsche Zeitung und das Magazin Capital (die Originalversionen der Artikel sind nicht mehr online) über Gespräche zwischen Apple und Volkswagen bezüglich der gemeinsamen Entwicklung eines „iCar“. Gegenüber der Presseagentur AP erklärte Volkswagen damals, dass sich Steve Jobs und VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn in Kalifornien getroffen hätten, um „Ideen zu besprechen“.

Der amerikanische Computerkonzern Apple und der Wolfsburger Autohersteller Volkswagen planen eine intensive Kooperation beim Bau von Fahrzeugen. (..) Am Ende könnte die Entwicklung eines so genannten „i-Car“ stehen.


Damals hatte man dieser Meldung nicht sonderlich viel Bedeutung beigemessen. Es war nur ein vergleichsweise unwichtiges Gerücht von vielen. Um den damaligen Stellenwert dieser Meldung zu verdeutlichen: Zu diesem Zeitpunkt war die erste iPhone-Generation das beherrschende Top-Thema. Alle warteten auf den Verkaufsstart in Europa und fragten sich gleichzeitig, ob und wann Apple eine zweite iPhone-Generation vorstellen würde und ob diese dann auch mit UMTS (3G) ausgestattet sein könnte.



iCar Konzept von VW und Apple aus 2007-2008
/> iCar Konzept von VW und Apple aus 2007-2008.




Knapp ein Jahr später, am 13. Juni 2008, veröffentlichte Volkswagen eine offizielle Pressemitteilung über das „iCar“-Projekt. Aber bereits einen Tag zuvor tauchten Fotos und Renderings auf, die das Konzeptfahrzeug „iCar“ zeigen sollten. Zu sehen ist eine Art futurischen Minivan, der durchaus nach Apple-Design aussieht. Minivan… Minivan… Da war doch was. Spulen wir sieben Jahre vor.



iCar Konzept von VW und Apple aus 2007-2008
/> iCar Konzept von VW und Apple aus 2007-2008.




Anfang Februar 2015 wurden mehrere Minivans mit merkwürdigen Aufbauten auf kalifornischen Straßen gesichtet. Nachforschungen ergaben, dass diese Fahrzeuge Apple gehören.







Eine Woche später berichtete das Wall Street Journal über Apples umfangreiches Geheimprojekt namens Titan“. Mehrere Hundert Mitarbeiter sollen an einem selbstfahrenden Apple-Auto arbeiten. Das noch geheime Design des Fahrzeugs soll an einen Minivan erinnern.

Apple has several hundred employees working secretly toward creating an Apple-branded electric vehicle, according to people familiar with the matter. They said the project, code-named Titan, has an initial design of a vehicle that resembles a minivan, one of these people said.


Nun plant Apple sicherlich kein „iCar“ im Design eines ordinären Dodge Grand Caravan. Diese Fahrzeuge dürften wohl als Platzhalter dienen, um das Kamera- und LiDAR-System unter realen Bedingungen testen zu können. LiDAR ist eine Art Radar mit Laserstrahlen, das bei selbstfahrenden Fahrzeugen zum Einsatz kommt.



Es darf auch bezweifelt werden, dass ein reales Apple-Auto heute genauso aussehen dürfte, wie das sieben Jahre alte Konzept. Jedoch dienen Konzeptfahrzeuge in der Regel als Vorlage, als Startpunkt, von dem aus dann ein verkehrstaugliches Gefährt entwickelt wird. Das iCar könnte dem Konzept durchaus ähneln.



Nun gab es auch Meldungen darüber, dass es sich bei den Aufbauten um Apples Street-View-Pendant handeln könnte. Ein Blick auf ein Street-View-Auto von Google sollte genügen, um diese These zu entkräften. Möchte man die Umgebung in 360 Grad für Street View abfotografieren, tut man dies nicht in Dach- oder Augenhöhe.



Google Street View Auto. Foto: Bally Hoo
/> Google Street View Auto. Foto: Bally Hoo.




Man befestigt die Kameras deutlich erhöht, um über andere Verkehrsteilnehmer hinweg fotografieren zu können. Auf Augenhöhe verdecken einem andere Fahrzeuge die Sicht und man hat als Ergebnis ein Street View voller Auto-Türen und Seitenfenster. Selbstfahrende Autos hingegen sollen die Umgebung aus einer „Ich-Perspektive“ wahrnehmen, so wie bei den Aufbauten von Apple.



Einer der mysteriösen Apple-Minivans
/> Einer von Apples Minivans mit mehreren LiDAR-Sensoren.




Kurz gesagt: Street-View-Kameras wollen den Verkehr übersehen und ignorieren. Kamerasysteme von selbstfahrenden Autos hingegen sollen sich auf den Verkehr um sie herum konzentrieren.



Arbeitet Apple also an einem „iCar“. Meiner Ansicht nach ja und zwar schon seit Jahren. In den letzten Monaten vielleicht intensiver als die Jahre zuvor. Ob es aber auch tatsächlich auf den Markt kommt, ist eine andere Frage. Apple erprobt ständig neue Geschäftsfelder und entwickelt ständig Prototypen für unterschiedlichste, neue Produkte. Viele erblicken aber nie das Tageslicht. Manche verschwinden auch nur temporär wieder in den Schubladen, bis entweder die Zeit für sie reif ist oder die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung gegeben sind.

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