“Hände weg von unseren Daten”: Autohersteller wollen Apple CarPlay ausbremsen

Ansgar Warner 6

Ob Ford, VW oder GM: die Autohersteller wollen Apple & Co. nicht ans Steuer lassen, wenn es um mehr als nur Infotainment geht. Fahrzeugbezogene Daten möchten sie lieber selbst zu Geld machen.

“Hände weg von unseren Daten”:  Autohersteller wollen Apple CarPlay ausbremsen

Führende Autohersteller machen gedanklich gerade den endgültigen Schritt ins Informationszeitalter: sie beginnen, „Kooperationspartner“ in Sachen Infotainment-Systeme – siehe Apple CarPlay – als potenzielle Konkurrenten anzusehen, wenn’s um die vernetzte Karosse der Zukunft geht. Sie wittern wohl zu Recht ein Milliardengeschäft mit den im Fahrbetrieb generierten Daten.

Es geht um einen Markt von 40 Milliarden Dollar

Gegenüber Apple, Google & Co. signalisierten VW, Ford & GM jetzt: „Hände weg von unseren Daten“. Gerade wenn es um genuine Fahrdaten aus den Bereichen Steuerung, Bremsen, Antrieb, aber auch den Benzinverbrauch geht, steht die Ampel für die Apps der Zukunft erst einmal auf Rot.

„Wir brauchen eine Kontrolle über den Zugang zu diesen Daten“, so etwa Don Butler, bei Ford zuständig für den Bereich „Connected Vehicle and Services“, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir müssen unsere Fähigkeit schützen, Mehrwert zu schaffen“.

Analysten zufolge könnte es bis 2018 bereits um ein Marktvolumen von 40 Milliarden Dollar gehen, mehr als doppelt so viel wie derzeit.

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Nur GPS-Daten werden herausgegeben

Auch bei Audi will man lieber selbst entsprechende Apps entwickeln und Lizenzen vergeben: „Dadurch etabliert man ein Geschäftsmodell, das vollständig dem Autohersteller gehört“, so Mathias Halliger, Senior Systems Manager für vernetzte Fahrzeugtechnologien bei der Volkswagen-Tochter, gegenüber Reuters.

Ein paar Daten müssen die Autohersteller aber doch herausgeben, zum Beispiel GPS-Koordinaten. Apple wiederum verspricht, solche Informationen nach denselben Standards zu schützen, die auch auf dem iPhone gelten. Damit soll verhindert werden, das Dritte ein Bewegungsprofil des Fahrers erstellen.

Außerdem wird Apple wohl auch weiterhin versuchen, Hersteller wie etwa BMW als bevorzugte Kooperationspartner für das Projekt iCar zu gewinnen. Was auch dem möglichst breiten Datenfluss in Richtung CarPlay zuträglich sein dürfte.

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