Apple Pay: Kontaktlos bezahlen mit iPhone und Apple Watch

Marco Kratzenberg 35

Nach langem Warten ist Apple Pay endlich nach Deutschland gekommen. Erfahrt hier, wer diese Zahlungsweise nutzen kann, welche Banken unterstützt werden und in welchen Läden ihr damit zahlen könnt.

Wie nicht anders zu erwarten, soll Apple Pay ganz einfach und sicher überall funktionieren. 2015 während der Keynote zum WWDC angekündigt, hat es noch 3 Jahre gedauert, dass das Bezahlen mit einem iPhone oder einer Apple-Watch auch zu uns kommt. Gleich zum Start werden wichtige Karten und Banken unterstützt, weitere sollen folgen.

Unser Special zum Thema Apple Pay:

TECH.täglich vom 11.12.2018 – das Apple-Pay-Special.

Welche Voraussetzungen müsst ihr erfüllen, um Apple Pay zu nutzen?

Das kontaktlose Bezahlen hängt in erster Linie davon ab, dass euer Gerät über einen NFC-Chip verfügt. Das ist seit dem iPhone SE und iPhone 6 der Fall und die Apple Watch 3 und 4 haben ebenfalls den nötigen Chip. Kontaktloses Bezahlen in Geschäften ist nur mit einem kompatiblem iPhone oder einer Apple Watch möglich. Am Mac oder dem iPad könnt ihr nur eure Einkäufe in Apps und auf unterstützten Webseiten bezahlen.

Hier eine Liste der kompatiblen Geräte für Apple Pay:

iPhones iPads Apple Watches
iPhone XS

iPhone XS Max

iPhone XR

iPhone X

iPhone 8

iPhone 8 Plus

iPhone 7

iPhone 7 Plus

iPhone 6s

iPhone 6s Plus

iPhone 6

iPhone 6 Plus

iPhone SE

iPad (6. Generation)

iPad Pro

iPad (5. Generation)

iPad Air 2

iPad mini 4

iPad mini 3

Apple Watch Series 4

Apple Watch Series 3

Apple Watch Series 2

Apple Watch Series 1

Apple Watch (1. Generation)

Außerdem könnt ihr Apple Pay auch auf einigen Macs nutzen.

Ob das Bezahlen mit Apple Pay klappt, hängt auch davon ab, wo ihr euch befindet. In Japan ist zum Beispiel ein iPhone 8 oder neuer eine Voraussetzung. Außerdem könnt ihr nicht überall in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Apple Pay bezahlen und Zahlungen von Person zu Person funktionieren derzeit nur in den USA.

Wie funktioniert Apple Pay?

Um das kontaktlose mobile Bezahlen mit Apple Pay zu nutzen, muss euer Gerät NFC unterstützen. Nicht alle iPhones können diese „Near Field Communication“, aber ab dem iPhone 6 sind die nötigen Chips dafür verbaut. Sie haben weitestgehend nutzlos geschlummert – bis jetzt.

Mit Apple Pay zahlt ihr kontaktlos, wie ihr das bislang vielleicht schon mit eurer Kredit- oder Bankkarte konntet: Einfach euer iPhone oder eure Apple Watch an den Sensor der Bezahlstation halten und die Transaktion genehmigen.

Mit dem iPad könnt ihr im Laden Apple Pay leider nicht nutzen!

In Apps oder auf Webseiten kommuniziert der Dienst direkt mit Apple Pay auf eurem Gerät und ihr könnt ganz einfach mit eurer Touch ID oder Face ID bezahlen.

Am schnellsten funktioniert das Zahlen mit Apple Pay auf dem iPhone, wenn ihr eine Standard-Karte eingerichtet habt. In dem Fall entsperrt ihr das Gerät mit eurer Face ID oder eurem Fingerabdruck und haltet es anschließend mit dem oberen Ende an das Lesegerät. Sobald im Display „Fertig“ zu lesen ist, wurde die Zahlung geleistet.

 

Das Bezahlen mit der Apple Watch ist ebenso einfach: Zweimal die Seitentaste drücken und dann die Uhr ans Lesegerät halten. Wenn alles geklappt hat, zeigt das Display einen Haken und ihr spürt ein leichtes Tippen. Wegen der fehlenden Identifikationsmöglichkeit müsst ihr hier aber möglicherweise noch eine Unterschrift leisten oder sogar eine PIN im Lesegerät eingeben.

Welche Banken unterstützt Apple Pay?

Auch wenn sich die Grafik der offiziellen Apple-Pay-Seite so schön allumfassend liest, hat die Sache leider doch einen Haken. So seht ihr auf dem Bild beispielsweise die Logos von Maestro und Mastercard, was ja einen Großteil der verwendeten Karten abdecken würde – doch so einfach ist das nicht.

„Apple Pay funktioniert mit den wichtigsten Bankkarten“, heißt es bei Apple vollmundig. Direkt danach müsste folgen: „Wenn ihre Bank auch ein Partner von Apple ist“. Selbst wenn ihr also eine Mastercard von eurer Sparkasse habt, wird sie sich (noch) nicht in Apple Pay anmelden lassen. Möglicherweise ändert sich das in Zukunft. Ihr könntet die App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkasse nutzen, aber die funktioniert eben nicht auf dem iPhone – wie auch sonst keine andere Zahlungs-App. Es heißt also Abwarten und Hoffen.

Apple Pay funktioniert u.a. bei folgenden deutschen Banken:

Auch Visa ist Partner von Apple Pay, aber auch in dem Fall muss gleichzeitig die kartenausgebende Bank ebenfalls Apple-Partner sein. Zum Start von Apple Pay können leider nur Visa-Karteninhaber der Banken comdirect, Hanseatic Bank und der HypoVereinsbank ihre Visakarte in der Apple-Pay-App hinterlegen.

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Apple Pay auf Deutsch: Screenshots und Video der Einrichtung.

Wo kann man mit Apple Pay bezahlen?

Apple Pay soll eine Rundum-Lösung zum mobilen Bezahlen sein. Aus diesem Grund funktioniert die Zahlung nicht nur in Geschäften, sondern auch in Apps und auf teilnehmenden Webseiten. In einigen Ländern könnt ihr sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln damit bezahlen – bei uns aber noch nicht.

Solange eure Bank ein Apple-Partner ist und eure Bank- beziehungsweise Kreditkarte unterstützt wird, solltet ihr damit überall zahlen können, wo kontaktloses Bezahlen möglich ist. Also etwa an der Kasse bei Aldi oder Rewe, bei Lidl, Real und Netto, in Geschäften wie H&M und an der Tankstelle oder bei MacDonalds. MediaMarkt und Saturn bieten genauso das Bezahlen mit Apple Pay, wie Starbucks, die Telekom oder Vapiano. Selbst den Gang zur Sanifair-Autobahn-Toilette könnt ihr damit berappen. Es gibt keine vollständige Liste, aber zumindest schon einen Überblick auf der offiziellen deutschen Apple-Pay-Seite.

Dort findet ihr auch die Logos vieler Apps, in denen ihr mit eurem Gerät zahlen könnt, ohne die Karte aus der Tasche holen zu müssen. Unter anderem findet ihr dort beispielsweise Zalando. Das Unternehmen gehört zu den deutschen Start-Partnern von Apple Pay. Und auch Ryanair, Flixbus, Booking.com, Cyberport und die Berliner Verkehrsbetriebe machen mit.

Wie sicher ist Apple Pay?

Generell können kontaktlose Zahlungs-Methoden als sicher betrachtet werden. Zum einen laufen sie über verschlüsselte Verbindungen, zum anderen ist auch die NFC-Technik nur mit großem Aufwand auszuspionieren. Und selbst dann kann niemand etwas mit den verschlüsselt übertragenen Daten anfangen, zumal diese immer nur für die jeweilige Transaktion gültig sind und eine Veränderung sie zerstören würde.

Darüber hinaus werden die Bezahlungen mit eurer Touch ID oder Face ID autorisiert. Es können keine PINs oder Passwörter gestohlen werden und bei einem Verlust oder Diebstahl des Geräts kann niemand damit bezahlen.

Was den Datenschutz angeht, verspricht Apple bei seiner Zahlungsweise die höchstmögliche Sicherheit: Auf den firmeneigenen Servern oder eurem Gerät werden keine Spuren einer Bezahlung mit Apple Pay gespeichert.

Wie sinnvoll ist Apple Pay?

Eine immer wieder auftauchende Frage beim gesamten „Mobile Payment“ ist – insbesondere in Deutschland – die Sinnfrage. Abgesehen davon, dass hierzulande die Meisten immer noch gerne Bargeld nutzen, leuchten auch nicht jedem die Vorteile der Bezahlung mit dem Smartphone ein. Denn wie heißt beispielsweise es so schön in der Pressemitteilung von Visa?

„Bei Apple Pay kommt dieselbe Visa Technologie zum Einsatz wie beim kontaktlosen Bezahlen per Visa Karte, bei der eine Handbewegung zum Bezahlen ausreicht.“

Warum, so fragen sich viele, soll ich nicht gleich meine EC-Karte oder Kreditkarte nehmen, die ich sowieso immer neben meinem Ausweis und Führerschein stecken habe? Zumal dann, wenn man sie dank der NFC-Technik nicht mal aus ihrer Hülle oder dem Portemonnaie holen muss.

Die Frage ist durchaus berechtigt und wenn man sich selbst gegenüber ganz ehrlich ist, wird man zugeben müssen, dass das mobile Bezahlen nur in wenigen Fällen Vorteile gegenüber einer Kartenzahlung hat. Zumal Apple Pay, aufgrund der vergleichsweise geringen Partnerzahlen und der Beschränkung auf Apple-Geräte, für die meisten Besitzer einer EC- oder Kreditkarte gar keine Option ist.

Ob ein iOS-Marktanteil von derzeit etwa 16 % für die deutschen Banken eine Partnerschaft rechtfertigt, wird sich noch zeigen müssen. Außerdem bevorzugen viele Banken eigene Lösungen, wie etwa die Sparkassen mit der App „Mobiles Bezahlen“. Diese Lösungen haben aber wiederum keinen Zugriff auf die NFC-Schnittstelle der Apple-Geräte, sodass Apple-Nutzer entweder die Bank oder das Handy wechseln müssen. Für beides ist das mobile Bezahlen den Deutschen nicht wichtig genug. Das langerwartete Apple Pay muss also einen langen Atem beweisen – und die bisher teilnehmenden Banken viel Geduld.

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