Apple Pay: Viele Geschäfte zögern mit der Unterstützung

Holger Eilhard 11

Das mangelnde Interesse der Kunden wird von vielen Geschäften in den USA für die fehlende Unterstützung von Apple Pay genannt. Was steckt also in Tim Cooks Aussage: „2015 ist das Jahr von Apple Pay“?

Apple Pay: Viele Geschäfte zögern mit der Unterstützung

Die Umfrage von Reuters unter den Top 100 US-Geschäften auf der Liste der National Retail Federation (NRF), dem weltweit größten Wirtschaftsverband für Einzelhändler, ergab interessante Ergebnisse und Begründungen für die fehlende Apple-Pay-Einbindung. Untersucht wurden 98 Geschäfte, die normale Läden betreiben; 2 Mitglieder der Top 100 waren lediglich online tätig.

85 Geschäfte gaben detaillierten Antworten, 11 sagten lediglich ob sie Apple Pay unterstützen oder nicht, die verbleibenden 2 Händler antworteten gar nicht.

Weniger als ein Viertel der befragten Unternehmen unterstützen bislang Apple Pay. Zwei Drittel sagten, dass man keine Pläne für eine Unterstützung bis Ende des Jahres habe. Lediglich vier Firmen sagten, dass man noch in 2015 Apples mobilen Bezahldienst anbieten werde.

Als Hauptgrund für die fehlende Unterstützung nannten die Unternehmen eine mangelnde Nachfrage der Kunden. Dazu kommt der fehlende Zugriff der Firmen auf die Daten, die bei einer Bezahlung mittels Apple Pay entstehen. Auch die Kosten für eine Integration stellen eine Hürde dar.

Eine Reihe von Händlern sagten, dass man derzeit auf den mobilen Bezahldienst CurrentC warte, der noch in diesem Jahr von einer Kooperation verschiedener Händler gestartet werden soll. Die Teilnahme an diesem verbietet die Unterstützung von anderen mobilen Zahlungsmitteln. Dies betrifft 19 Unternehmen auf der Liste, auch wenn sich drei Firmen nicht an diese Regel halten wollen, und eine Unterstützung von Apple Pay im nächsten Jahr anpeilen.

Auch wenn konkrete Informationen über die Nutzung von mobilen Zahlungsmitteln fehlen – weder Kreditkartenunternehmen, noch die Betreiber wie zum Beispiel Apple wollen genaue Daten nennen – konnte Apple Pay seit dem Start große Fortschritte verzeichnen. Mehr als 700.000 Geräte akzeptierten Apple Pay bis zum 9. März. Diese Zahl beinhaltet auch Getränke-Automaten, Waschsalons und Parkuhren.

Insgesamt ist der Markt jedoch noch vergleichsweise klein. Einer Umfrage von Verifone und Wakefield Research zufolge, die im Januar 2015 veröffentlicht wurde, werden lediglich 4 Prozent aller Einkäufe im Einzelhandel mit Hilfe einer mobilen Anwendung bezahlt.

Whole Foods, einer der ersten Supporter von Apple Pay in den USA, sagte, dass bis März 2 Prozent des Umsatzes mit Apple Pay gemacht werden. Die Kunden seien zufrieden mit dem Dienst und der einfachen und sicheren Handhabung.

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Kosten für die Terminals stellen Hindernis dar

Einer der Gründe, der von den Händlern für die fehlende Unterstützung genannt wurde, ist das notwendige Upgrade der Terminals. In den USA müssen jedoch viele Unternehmen ohnehin bis Oktober ihre Terminals aktualisieren, damit diese die Chips unterstützen, die auf neuen Karten zu finden sind. Diese neuen Terminals bringen in der Regel bereits eine NFC-Unterstützung mit sich.

Des Weiteren sind viele Händler an den Daten der Kunden, zum Beispiel Name und Kartennummer, interessiert, die bei normalen Bezahlungen anfallen. Im Falle von Apple Pay sind diese jedoch nicht zugänglich, so dass der Händler beispielsweise keine personalisierte Werbung anbieten kann.

Apple Pay ist derzeit lediglich für Bankkunden in den USA verfügbar, kann aber von diesen bereits vielerorts außerhalb der Vereinigten Staaten genutzt werden.

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