Neues Apple-Patent ermöglicht Werbeeinblendung je nach Kontostand

Ansgar Warner 16

„Targeted Advertising“ gilt als Wunderwaffe der Werbewirtschaft. Ein neues Apple-Patent optimiert diese Methode: Produkt-Werbung auf iPhone oder iPad könnte zukünftig dem Kontostand oder Kreditrahmen des Nutzers angepasst werden.

Neues Apple-Patent ermöglicht Werbeeinblendung je nach Kontostand
Bildquelle: Raffael Hannemann / Dollar ReEe$ign-Project.

Apple-Chef Tim Cook versichert den Nutzern gerne: „Ihr seid nicht unser Produkt“. Ohne Apples guten Ruf in puncto Datenschutz hätten wohl auch nicht weltweit mehr als eine Milliarde Kunden ihre Kreditkarten-Daten für das In-App- und Online-Shopping via iPhone oder iPad herausgerückt. Auch der neue Bezahldienst Apple Pay zehrt vom Vertrauen in die etablierte Marke. Selbst Apples ehemaliger iAd-Manager findet die aktuellen Datenschutz-Regeln sogar zu streng. Doch zumindest theoretisch scheint Cupertino durchaus darüber nachzudenken, das Wissen über unsere Kaufkraft in bare Münze zu verwandeln.

Ein gerade vom United States Patent and Trademark Office (USPTO) erteiltes Patent könnte es dem Unternehmen zukünftig ermöglichen, “den zur Verfügung stehenden Kreditrahmen des Nutzers zu analysieren, um auf dieser Grundlage die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass der Nutzer sich beworbene Produkte bzw. Dienstleistungen leisten kann“.

Mit dieser Information können dann ein auf den Nutzer abgestimmtes Anzeigen bzw. Angebote zusammengestellt werden: „Der Vorteil dieser Form von Targeted Advertising besteht darin, dass nur Anzeigen für Produkte und Dienstleistungen gezeigt werden, die der Nutzer auch bezahlen kann.“

Konkret wird in der Patentschrift etwa der Fall eines Online-Shops beschrieben, in dessen Angebotsübersicht mit dieser Technik dann für den Nutzer bezahlbare Produkte mit einer speziellen Markierung versehen würden, oder im oberen Bereich des Browser-Fensters sichtbar wären. Produkte, die den Kreditrahmen sprengen, könnten dagegen ohne Markierung bzw. im unteren Bereich angezeigt werden.

Eine verfeinerte Lösung wird ebenfalls erwähnt: die jeweils beworbenen Produkte könnten auch danach gefiltert werden, ob sie einen bestimmten Prozentsatz des verfügbaren Guthabens übersteigen, so dass etwa nur Angebote beworben werden, die beim Kauf z.B. noch 20 Prozent für andere Einkäufe übrig lassen.

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