Portrait beschreibt Angela Ahrendts' Arbeit bei Apple

Florian Matthey 1

Angela Ahrendts verließ im letzten Jahr ihren Job an der Spitze von Burberry, um das Geschäft der Apple Stores zu leiten. In eine ausführlichen Profil erklärt ein Magazin, was Ahrendts in ihrer neuen Position macht und vor hat.

Portrait beschreibt Angela Ahrendts' Arbeit bei Apple

Fortune hat sich bei einem Besuch bei Apple in Cupertino mit Angela Ahrendts und ihrem Chef Tim Cook unterhalten. Das Magazin meint, dass Ahrendts zwar einige Veränderungen vorgenommen habe – beispielsweise, den Online-Store stärker mit Apples Retail Stores zu vereinen – was, so der Artikel, an sich aber schon eine große Aufgabe war. Allerdings habe sich in den Retail Stores selbst noch nicht so viel verändert.

Tim Cook habe Ahrendts allerdings auch nicht verpflichtet, um die Apple Stores umzukrempeln – immerhin liefen diese ohnehin schon sehr gut. Wichtig sei die Führungspersönlichkeit von Ahrendts gewesen. Ihr gehe es nicht nur um das Verkaufen von Produkten, sondern auch darum, Mitarbeiter zu motivieren und zu begeistern.

Ahrendts passe auch in Cooks allgemeines Bestreben, den Erfolg von Apple auch für soziales Engagement zu nutzen. Apple Stores könnten zu einem „Community Center“ werden, das auch dabei hilft, Minderheiten und Frauen zu stärken. Wie genau das aussehen wird, ist unklar; Cook spricht aber unter anderem davon, dass mehr Frauen und Minderheiten die Befähigung haben sollten, zu programmieren. Die Stores würden sich anbieten, um in diesem Feld Versuche durchzuführen. Auch Ahrendts sieht einen gesellschaftlichen Auftrag der Stores: Die Store-Manager seien „die Bürgermeister ihrer Gemeinschaft“. Die Stores seien außerdem „die IT-Abteilung für die örtliche Wäscherei“.

Cook habe sich für Ahrendts interessiert, nachdem er Burberry-Shops und deren Online Store besucht habe. Da sei es klar geworden, dass Ahrendts auf eine tiefgehende Weise in ihren Job involviert gewesen sei. Auch ein Satz in einem Interview mit Ahrendts habe ihn überzeugt – sie sagte, dass der technologische Fortschritt es nötig mache, dass man sich „über die Fundamente menschlicher Kommunikation“ Gedanken mache.

Bei Ahrendts habe es sich, so Cook, von Anfang an so angefühlt, als sei sie schon ein Jahrzehnt bei Apple. Dabei hat sie sich am Anfang viel Zeit genommen, Apple und die Stores erst zu verstehen – sie reiste in den ersten sechs Monaten von Store zu Store, um sich umzusehen und mit den Mitarbeitern zu unterhalten.

Nach dem Hin und Her im Management der Stores – ihr Vorgänger John Browett musste nach wenigen Monaten gehen – sei Ahrendts klar gewesen, dass die Stores einen „Jump Start“ in Sachen Moral brauchten. Browett hatte die Mitarbeiter unter anderem durch verkürzte Arbeitszeiten und Entlassungen verunsichert. Die Motivation hat Ahrendts unter anderem durch wöchentliche Videobotschaften an die Mitarbeiter zurückgebracht. Außerdem gibt es seit Februar eine „Share your ideas“-App für die Store-Angestellten. Ahrendts sagt, dass sie jeden Kommentar liest; binnen 48 Stunden erhalten die Absender eine Antwort.

Auch gibt es für Store-Mitarbeiter – und nicht nur die Manager – jetzt auch realistischere Optionen, bei Apple aufzusteigen. Apples Ziel sei es, 10 Prozent der Mitarbeiter weltweit zu befördern oder auf eigenen Wunsch zu versetzen. Mitarbeiter aus anderen Ländern können sich beispielsweise intern für einen Job in China oder in Apples Zentrale in Cupertino bewerben. Insgesamt scheinen die Maßnahmen gewirkt zu haben: Die Store-Mitarbeiter seien zufriedener als vorher.

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