Quecksilber-Alarm im Berliner Apple Store

Sebastian Trepesch 14

Giftigtes Quecksilber im Berliner Apple Store? Was am Wochenende die ausgestellten Geräte und Tastaturen verschmierte, löste einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr aus. Der Verkaufsraum wurde Stunden gesperrt, mehrere Personen vorübergehend festgenommen.

Dass es in einem Großeinsatz der Polizei mit großem Schrecken und Festnahmen enden würde, war vorher wohl niemandem so recht bewusst – zumindest nicht den Berliner Festspielen mit dem Festival Foreign Affairs. „Die Leitung ging von Abläufen aus, die keinerlei Form von Rechtsverstößen darstellen oder in anderer Hinsicht zum öffentlichen Ärgernis führen würden“, teilen die Berliner Festspiele mit. Entschuldigen sich, bedauern aber auch: Die Geschäftsführung des Apple Stores setzte eine Kette von Sicherheitsmaßnahmen in Gang, die durch keine Erklärung der anwesenden Festivalverantwortlichen mehr aufzuhalten gewesen sei.

Was war passiert?

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Schönster Apple Store der Welt: Der neue Tempel des iPhones

Samstag, 13 Uhr: „Protektoramae“, eine Kunstaktion von Künstler Johannes Paul Raether, startet vor dem Haus der Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals Foreign Affairs. Interessierte Teilnehmer bekommen einen Audioguide, um einer Geschichte zu folgen. Was sie genau erwartet, wissen sie nicht.

Der Weg führt in den Apple Store Kurfürstendamm. An den ausgestellten Macs sollen die Teilnehmer eine URL eingeben, um den weiteren Verlauf der Story verfolgen zu können.

Das Verhängnisvolle: Kurz vorher bekommen sie im Rahmen eines „Techno-magischen Rituals“ einen kleinen Metallring, der in der offenen Hand getragen werden soll. Er verflüssigt sich in den Händen. Laut Berichten von Berliner Medien verteilt sich dadurch eine silberne, zähe Flüssigkeit auf Tischen und Geräten im Apple Store. Store-Mitarbeitern rufen die Polizei, die die Feuerwehr hinzuholt. 27 Personen werden bei dem Verlassen des Stores vorübergehend festgenommen, der Apple Store mit rund 400 Kunden und 100 Mitarbeitern evakuiert.

Bei der zähen Flüssigkeit handelte es sich aber keineswegs um giftiges Quecksilber, sondern um unbedenkliches Gallium-Metall. Es schmilzt bei knapp 30 Grad. „Die Tatsache, dass die herbeigerufene Polizei Gespräche über die Natur der Veranstaltung und damit über das mögliche Gefährdungspotential von Anfang an nicht zugelassen hat, hat die Situation aus meiner Perspektive unnötigerweise eskalieren lassen“, kritisiert der Künstler Raether. „Die daraus entstandene Evakuierung des Apple-Stores war von mir nicht gewollt.“ LKA und Feuerwehr untersuchen die Flüssigkeit vor Ort und im Labor. Erst um 18.15 Uhr gibt es Entwarnung, kurze Zeit später wird der Apple Store wieder geöffnet.

Für die Beteiligten der ausgearteten Kunstaktion könnte es teuer werden: Laut Berliner Morgenpost will schon allein die Feuerwehr vom Verursacher 5000 Euro für den Notfall-Einsatz. Zudem könnte der Store-Betreiber Schadensersatzforderungen stellen – auch für den Verkaufsausfall. Von Apple gibt es keine Stellungnahme.

Die Berliner Festspiele bitten „alle von der dramatischen Entwicklung dieser Kunstaktion Betroffenen ausdrücklich um Entschuldigung“.

Video zum Thema: Eröffnung des Apple Store Kurfürstendamm

Apple Store Berlin Eroeffnung.

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