Eine Ausbildung hat eine bestimmte Dauer, die sich in Ausbildungsjahren bemisst. Wer etwa Kaufmann/-frau im Einzelhandel werden möchte, muss mit 3 Jahren rechnen. An diesem System wird nun kräftig gerüttelt: Das neue Vorbild könnten Computerspiele sein.

Die betriebliche Ausbildung muss sich wandeln und an die Digitalisierung anpassen – darin sind sich alle Beteiligten praktisch einig. Aber was genau soll sich ändern und was ist der richtige Weg? Eine Möglichkeit wäre schon mal, für schnellere Erfolgserlebnisse bei den Azubis zu sorgen. Denn drei oder mehr Jahre „abzusitzen“ klingt heute kaum noch zeitgemäß – da gibt's vielleicht eine bessere Methode.

In 36 Level zum Ausbildungserfolg: Zukunftsmusik oder Schnappsidee?

Die unter anderem für ihre Nähe zum Thema Flugtaxis bekannte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) stellt sich auf die Seite eines spannenden Vorschlags: „Als Computerspiel-Fan bin ich natürlich offen dafür, statt drei Jahren Lehre 36 Level einzuführen, aber letztendlich überlasse ich so etwas den Fachdidaktikern,“ so Bär.

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Hinter der Idee eines grundlegenden Wandels in der Ausbildung steht auch der Aus- und Weiterbildungsexperte Josef Buschbacher: Nicht nur die Inhalte müssten sich ändern, auch die Form. Moderne Lehr- und Lernmethoden wie Web-Seminare oder soziale Netzwerke könnten Bücher ersetzen. „Wieso nicht statt drei Ausbildungsjahren 36 Level einführen – angelehnt an Computerspiele?“ – junge Menschen könnten hierbei einen Motivations-Boost erleben.

Aktuell gibt es in Deutschland mehr Ausbildungplätze als Bewerber:

Die Statistik zeigt das Angebot und die Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt, d.h. die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze und die Anzahl der Bewerber/-innen, in den Jahren von 1992 bis 2017. Im Jahr 2017 gab es 572.227 angebotene Ausbildungsplätze und 547.002 Bewerber/-innen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit / Statista)

So viele Jobs, aber keiner will sie machen? So gesehen erscheint es logisch, dass die Arbeitgeber eine attraktivere Form der Ausbildung anbieten sollten, die sich mehr an den Erfahrungen und Wünschen der Zielgruppe orientiert. Sind Level statt Lehrjahre also der richtige Weg? Oder bleibt die feste Ausbildungsdauer die beste Lösung? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

Quelle: Heise/dpa