Fachkräftemangel in Deutschland: Startups suchen Mitarbeiter

Stefan Bubeck

Bei über der Hälfte der deutschen Startups sind Stellen offen, die besetzt werden wollen. Wo liegt das Problem?

Fachkräftemangel in Deutschland: Startups suchen Mitarbeiter
Bildquelle: Getty Images / Rawpixel.

Die durchschnittliche Größe eines Startups in Deutschland beträgt aktuell 16 Mitarbeiter, jedes fünfte neu gegründete Unternehmen kommt sogar auf über 20 Beschäftigte. Bemerkenswert ist der hohe Bedarf an neuen Mitarbeitern, denn 6 von 10 Startups haben offene Stellen zu vergeben – im Schnitt werden 5 neue Kollegen gesucht.

Startups auf Mitarbeitersuche: Hoher bürokratischer Aufwand

Der IT-Branchenverband Bitkom hat über 300 IT- und Internet-Startups in Deutschland befragt und kommt zu einem gemischten Ergebnis: Einerseits seien Startups „inzwischen auch bedeutende Arbeitgeber“, so Bitkom-Präsident Achim Berg – andererseits haben viele der Unternehmen große Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden.

Das liegt zum Teil an den grundlegenden Rahmenbedingungen – schließlich konkurrieren Startups um die selben Ingenieure und Informatiker, wie große Konzerne, die nicht selten bessere Gehälter zahlen können. Eine andere Herausforderung ist der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern, der mit „hohem bürokratischem Aufwand verbunden“ sei, den kleine Startups nur schwer stemmen könnten.

Fachkräftemangel: Die Politik ist gefordert

Berg fordert im Namen der Startups, dass die Politik hier zeitnah bessere Bedingungen schafft: „SPD und Union haben im Koalitionsvertrag ein Fachkräftezuwanderungsgesetz versprochen. Es muss die Bedürfnisse und oft eingeschränkten Möglichkeiten von Startups berücksichtigen und so schnell wie möglich entworfen, verabschiedet und umgesetzt werden.“

Wir haben in der Startup-Szene nach einem Kommentar dazu gefragt und umgehend eine Antwort von Michael Haufler erhalten. Der Vorstand von Startup Stuttgart e.V. und Geschäftsführer der scireum GmbH bestätigt die beschriebene Situation: „Qualifizierte Fachkräfte sind einer – wenn nicht der größte – Engpass für das Wachstum von Start-Ups. Die Konkurrenz um Wissensarbeiter ist in den letzten Jahren nicht zuletzt wegen der Digitalisierung deutlich angestiegen. Start-Ups trifft dies, gerade in einer wirtschaftlich starken Region, wie dem Raum Stuttgart in besonderem Maße. Daher begrüßen wir jede Maßnahme, die mehr Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt bringt.“

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Quelle: Bitkom, Zeit

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