Akku-Technik: Forscher laden Geräte mit Umgebungsgeräuschen

Tuan Le 9

Britische Forscher haben eine neue Ladetechnologie entwickelt, die im Kampf gegen leere Akkus einen vielversprechenden Ansatz darstellt. Nachdem erst kürzlich mit uBeam ein auf Ultraschallwellen basierendes Projekt vorgestellt worden ist, wird an der Queen Mary University of London eine Technologie entwickelt, die auf Schallwellen basiert. Mithilfe von Nanostäbchen, die durch Umgebungsgeräusche in Schwingung versetzt werden, soll ausreichend Strom zum Aufladen eines Smartphones erzeugt werden können.

Forscher versuchen derzeit auf vielfältige Weise, das Problem von Geräten zu lösen, die zu schnell mit einem leeren Akku dastehen. Während die einen versuchen, mehr Akku-Kapazität auf denselben Raum unterzubringen, suchen andere Wissenschaftler effektivere Lademethoden, die mitunter gar vom Stromnetz unabhängig funktionieren. Wir haben bereits über die Ausnutzung von Ultraschall und Micro-Windmühlen zum ständigen Nachladen des Akkus berichtet, nun haben Wissenschaftler der Queen Mary University of London einen ganz ähnlichen Ansatz vorgestellt, der Umgebungsgeräusche in Akku-Energie umwandeln soll.

Im Zentrum der Technologie steht eine Schicht aus Zinkoxid-Nanostäbchen, die in Schwingung versetzt dazu in der Lage ist, elektrische Spannung zu generieren. Derartige Materialien nennt man allgemeinhin Piezo-elektrisch: Eine Möglichkeit zur Herstellung eines solchen Materials ist es, ein Stück Plastik mit Zinkoxid zu beschichten und daraufhin in ein Chemikalienbad zu tauchen. Dadurch bilden sich an der Oberfläche die gewünschten Nanostäbchen aus Zinkoxid, welche bei Bewegung elektrische Spannung erzeugen. Um diese verwerten zu können, wird das Material im Anschluss zwischen zwei Gold-Leitern geklemmt. Mittlerweile konnte der Prozess jedoch so weit verbessert werden, sodass man für den letzten Schritt auch herkömmliche Alufolie verwenden kann - logischerweise weit günstiger als Gold. Die gesamte Konstruktion hat schließlich etwa die Größe eines Nokia Lumia 925 und generiert den Angaben der Wissenschaftler zufolge bei normaler Umgebungslautstärke 5 Volt – genug, um damit ein Smartphone aufzuladen.

Den Forschern zufolge sollen sowohl menschliche Stimmen als auch Musik oder Verkehrslärm dazu geeignet sein, um die Nanostäbchen für die Stromerzeugung in Schwingung zu setzen. Zur Durchführung der Versuche arbeitete die Queen Mary University of London im Übrigen mit Nokia zusammen. Möglich also, dass wir in naher Zukunft weitere Ansätze in dieser Richtung aus dem Hause Microsoft sehen werden. Informationen dazu, wann die Technologie reif für Otto-Normal-Verbraucher sein wird – oder ob sie überhaupt dafür geeignet ist – gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Was haltet ihr von der Technologie? Schreibt uns eure Eindrücke in die Kommentare.

Quelle: QMUL [via Phys.org, Pocket-lint]

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