So kratzfest und robust sich Displayglas mittlerweile auch präsentiert, einen Sturz auf Stein- oder Fliesenboden überleben die Panels nur in den seltensten Fällen. Forscher arbeiten aus diesem Grund nach wie vor an besseren, robusteren Technologien. Einem Team der Universität von Akron im US-Bundesstaat Ohio ist nun ein Durchbruch gelungen: Ein neues Herstellungsverfahren soll günstige und dennoch bruchsichere Displays ermöglichen.

Momentan gilt Cornings Gorilla Glass als Referenzmarke unter den Displayglas-Herstellern. Das Glas schützt recht zuverlässig vor Kratzern, unzerstörbar ist es aber bei Weitem nicht. Neben Firmen arbeiten auch Forschungseinrichtungenan neuen Technologien zur Herstellung von Displaygläsern, unter anderem auch die University of Akron im US-Bundesstaat Ohio. Ein dort ansässiges Team unter Leitung von Dr. Yu Zhu hat nun eine Alternative zur klassischen Herstellung entwickelt.

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Herkömmliches Displayglas wird mit einer leitenden Indiumzinnoxid-Beschichtung hergestellt, um Leitfähigkeit herzustellen – nur so ist das Glas in der Lage, kapazitiv zu sein, also Fingerberührungen zu registrieren und weiterzuleiten. Indiumzinnoxid gilt gemeinhin zwar als momentan beste Lösung, ist aber vergleichsweise spröde, was bei Stürzen von Tischen, aus der Hosentasche etc. für Sprünge im Display sorgen kann. Das Team der Iniversity of Akron setzt nun auf eine alternative Herstellung, die nicht nur weniger anfällig für Kratzer sein soll, sondern insgesamt auch deutlich robuster. Bei der neuen Fertigung wird ein Elektrodengewebe zwischen die einzelnen Lagen des Glases eingezogen, wodurch einerseits die Leitfähigkeit des Panels beibehalten wird, andererseits aber die Indiumzinnoxid-Beschichtung überflüssig macht.

Von der Massenfertigung ist man leider noch ein gutes Stück entfernt, Dr. Zhu lies aber im Rahmen einer Präsentation schon durchklingen, dass das Material durchaus für Konkurrenz am Displayglas-Markt sorgen könnte. Ob sich damit das Problem mit den zersprungenen Displays endgültig lösen lassen wird, steht noch in den Sternen – die Entwicklung klingt aber vielversprechend.

Quelle: ACS Publications [via Gizmodo, Android Police]