Ducere Lechal: „Smart Shoe“ aus Indien hilft bei der Navigation zu Fuß

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Das indische Start-Up Ducere hat mit dem Smart Shoe ein ungewöhnliches, aber nichtsdestotrotz interessantes Projekte in Sachen Wearable Devices am Start: Ursprünglich gedacht für blinde Menschen soll das rund 100 US-Dollar teure intelligente Laufwerk dafür sorgen, dass Nutzer für die Navigation zu Fuß nicht mehr auf den Blick aufs Smartphone angewiesen sind. Stattdessen sorgen Vibrationsmotoren für die richtige Orientierung, wobei die Daten vom Smartphone per Bluetooth empfangen werden.

Ducere Lechal: „Smart Shoe“ aus Indien hilft bei der Navigation zu Fuß

Laut der WHO gibt es weltweit mehr als 285 Millionen Menschen mit einer Sehbehinderung, davon lebt ein nicht unerheblicher Teil in Indien. Für die beiden Gründer des Start-Ups Ducere war es daher ein nahe liegendes Ziel, mit ihren Entwicklungen diesen Menschen das Leben etwas leichter zu machen: Da ein Blindenstock zwar dabei hilfreich sein kann, Hindernisse zu vermeiden, nicht aber um den richten Weg zum gewünschten Ziel zu ermitteln, sollten die ursprünglich unter dem Namen Lechal – was sinngemäß „Nimm mich mit“ bedeutet – entwickelten Schuhe eben diese Lücke ausfüllen. Im Laufe der Arbeit an dem Schuhwerk stellte man allerdings fest, dass in der Theorie auch Menschen mit voller Sehstärke von ihnen profitieren könnten – schließlich blickt kaum jemand gerne beim Radfahren oder Joggen zur Navigation ständig auf das Smartphone. So wurde aus Lechal ein „Smart Shoe“ für alle.

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Krispian Lawrence, einer der beiden Gründer des Unternehmens, betont die Vorzüge des Smart Shoe gegenüber herkömmlichen Wearables: Schuhe seien eine natürliche Erweiterung des Körpers, denn während man ein Fitness-Armband oder selbst eine Smartwatch gerne mal zuhause vergisst, werden nur die wenigsten ohne Schuhe vor die eigene Haustür treten. Da sich zudem sämtliche relevanten Komponenten in der herausnehmbaren Schuheinlage befinden, sollte man als Nutzer problemlos auch andere Schuhe aufrüsten können. Gepaart werden die Schuhe über Bluetooth mit dem Smartphone, bei der Navigation via Google Maps werden dann anstehende Richtungswechsel mit der Vibration im linken oder rechten Schuh signalisiert. Neben der Navigation kann der Schuh auch Schritte zählen und dahin gehend verbrauchte Kalorien besser protokollieren als das bei regulären Activity Trackern der Fall ist.

24 Patente ließ sich Lawrence für den Smart Shoe bereits sichern und auch drei Investoren habe man bereits gefunden. Ab September werden die Schuhe zu einem Preis von mehr als 100 Dollar in den Farben Schwarz und Rot auf den Markt kommen, wobei man derzeit noch weitere Investoren für das Marketing-Budget in Höhe von drei bis vier Millionen US-Dollar zu finden versucht. Zudem wolle man mit wohltätigen Organisationen zusammenarbeiten, um den Smart Shoe für Menschen mit einer Sehbehinderung, ohnehin ja die eigentliche Zielgruppe, zu einem günstigeren Preis anbieten zu können.

Was sagt ihr zum Smart Shoe? Ist die Zeit reif für ein Wearable am Fuß? Eure Meinung dazu unten in den Kommentarbereich.

Quelle: Ducere Lechal [via Wall Street Journal]

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