@Evleaks: Profi-Leaker Evan Blass hört auf

Andreas Floemer 5

Wer in der Tech-Welt regelmäßig unterwegs und sich für neue Produkte wie Smartphones und Tablets interessiert, wird sie sicherlich kennen – die Bilder mit einem markanten @evleaks-Wasserzeichen drauf. Diese werden wir künftig aber nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn der berüchtigte und überdies sehr gut vernetzte Leaker Evan Blass, so sein echter Name, hat bekannt gegeben, seinen Job an den Nagel zu hängen.

@Evleaks: Profi-Leaker Evan Blass hört auf

Der umtriebige und in der Tech-Welt wohl bekannteste Leaker mit sehr guten Industriekontakten, Evan Blass, hat am gestrigen Sonntag einen kurzen, aber aussagekräftigen Tweet über seinen Twitter-Kanal @evleaks abgesetzt, dass er mit dem Leaken aufhört. Die Resonanz auf diesen Tweet war beachtlich – über 120.000 Nutzer haben seinen Tweet gelesen, knapp 1.000 haben ihn erneut geteilt. Weshalb Blass seine – zumindest nach außen hin – sehr erfolgreiche Tätigkeit aufgibt, erschließt sich aus dem Tweet leider nicht. Allerdings nannte er in einem Interview mit Jon Russel von The Next Web die Hintergründe für seinen Rückzug aus dem Leak-Business, den diverse Hersteller mit Sicherheit begrüßen, schließlich gibt es damit eine Quelle weniger, die ihre noch unveröffentlichten Geräte enthüllen könnte.

Laut Blass hat sein Weg in den Leak-Ruhestand einen triftigen Grund: Das Geld. Seinen Aussagen zufolge hatte er viel Versuche unternommen, seine Tätigkeit zu finanzieren. Anfangs durch verschiedene „Sponsored Tweet“-Modelle und Spenden, später auch durch Werbeeinblendungen auf seiner eigens eingerichteten Webseite. Doch all diese Versuche Geld zu verdienen, um über die Runden zu kommen, genügten nicht. Zudem wurde bei ihm vor zehn Jahren Multiple Sklerose diagnostiziert, die sich seinen Aussagen zufolge verschlimmert. Angesichts seines gesundheitlichen Zustands sehe er sich gezwungen, sich für die ungewisse Zukunft ein finanzielles Polster aufzubauen - und dies funktioniere nicht über seine Leaker-Tätigkeit. Wo es ihn konkret hinführe, wisse er indes noch nicht.

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Angesichts dessen, dass der mittlerweile 35-jährige ein erfahrener Technik-Journalist ist, der sowohl für engadget (2005 bis 2008) als auch PocketNow (bis Anfang 2012) gearbeitet hat und im Zuge seiner Tätigkeit bei engadget unter anderem beispielsweise die Gründungsmitglieder von The Verge Joshua Topolsky und Nilay Patel ausgebildet hat, dürfte er wenig Schwierigkeiten haben, eine neue Beschäftigung zu finden, die auf monetär bessere Füße gestellt ist. Außerdem hat er durch seine Evleaks-Tätigkeit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad aufbauen können.

Blass‘ Leak-Geschichte geht übrigens bis ins Jahr 2011 zurück – damals noch für PocketNow tätig, enthüllte er vorab das HTC Inspire 4G. Bekannter wurde er allerdings durch seinen Anfang 2012 ins Leben gerufenen Twitter-Kanal @evleaks. Über diesen verbreitete er zum Ärger von Herstellern und PR-Firmen Pressebilder und Produktinformationen vieler unveröffentlichter Geräte. So veröffentlichte er unter anderem Pressebilder und weitere Infos des Nexus 4, das Galaxy S4, Spezifikationen des Moto X, Bilder des LG G2 und unzählige Geräte mehr. Zwar lag er mit seinen Leaks nicht immer richtig, dennoch ist seine Trefferqoute beeindruckend. Woher er er seine Informationen bezieht, bleibt sein Geheimnis

Künftig könnte es durch den Rückzug von Blass weniger Leaks geben, was Hersteller mit Sicherheit gutheißen dürften. Selbst Blass bemerkt, dass er durch seine Vorab-Enthüllungen jeden Produkt-Launch von jemandem etwas weniger magisch gemacht habe. Damit mag er Recht haben, schließlich wussten wir oftmals schon vor der offiziellen Vorstellung vieler Produkte so ziemlich genau, was uns erwartet.

Wir wünschen Evan „@evleaks“ Blass alles Gute für die Zukunft.

Quellen: evleaks @Twitter, TNW

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