Samsung hat gestern zusammen mit seinem Galaxy Alpha eine neue Prozessorgeneration vorgestellt. Der Exynos 5 Octa (5430) ist der erste Octa Core-Chip Samsungs, der im 20 nm-Verfahren hergestellt wird. Laut Hersteller verbraucht der Prozessor ein Viertel weniger Energie als der Vorgänger, befindet sich aber auf einem ähnlichen Performance-Niveau wie beispielsweise Qualcomms Snapdragon 801.

Mit dem neuen Exynos Octa Core 5-SoC produziert Samsung als erster Halbleiter-Hersteller Prozessorkerne, die im 20 nm Low-Power High-K Metal Gate (HKMG)-Verfahren hergestellt werden, für Mobilgeräte. Qualcomms Snapdragon 801 und 805 sowie NVIDIAs Tegra K1 werden hingegen weiterhin im 28nm-Verfahren gefertigt. Aufgrund der Produktion im 20 nm-Verfahren ist der Exynos 5430 laut Samsung performanter als der Vorgänger, der Exynos 5422, erfordert aber zugleich 25 Prozent weniger Energie. Dank der besseren Energieeffizienz des SoCs könnte der eher knapp bemessene 1.850 mAh-Akku, der im Galaxy Alpha verbaut ist, durchaus genügend Ausdauer haben, um das Gerät locker über den Tag zu bringen.

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Der Exynos 5430-Chip ist nicht nur dazu in der Lage, HD-Displays wie das des Galaxy Alpha zu befeuern, auch für Geräte mit WQHD- und WXGA-Displays (2.560 × 1.440 respektive 2.560 × 1.600 Pixel) ist das SoC optimiert. Wie der Vorgänger verfügt der Prozessor über acht Kerne, die mittels ARMs big.Little-Technologie skaliert werden. Ferner unterstützt der Prozessor „Heterogeneous Multi Processing“ (HMP), mit dem alle acht Prozessor-Kerne simultan angesprochen werden können – in Samsungs frühen Octa Core-Prozessoren konnten nur lediglich vier Kerne parallel arbeiten. Der Prozessor setzt sich aus vier potenten ARM Cortex A15-Kernen, die auf 1,8 GHz getaktet sind, sowie vier sparsamen ARM Cortex A7-Kernen mit einer Taktrate von 1,3 GHz, zusammen. Des Weiteren ist als GPU ein ARM Mali T628MP6 an Bord.

Samsung hat bislang noch nicht alle Spezifikationen offengelegt, es ist allerdings dennoch bekannt, dass das SoC die Wiedergabe auf UHD-TV-Geräten via HDMI unterstützt – auch der aktuelle H.265 (HEVC)-Standard zum hardwaregestützten Video-Decoding ist an Bord. Ferner besitzt der Prozessor einen Dual-Image-Signal-Prozessor (ISP) sowie eine Speicherbandbreite von bis zu 17 GBit/s. Spannend ist auch der neu integrierte A5-Audio Coprozessor. Dieser unterstützt nicht nur Hardware-Decoding diverser Audioformate von MP3 bis DTS, sondern auch Stimmenerkennung im Standby – eine stimmgesteuerte Geräteaktivierung wie beim Moto X wäre damit also zumindest Hardware-seitig möglich.

In Sachen Konnektivität verbaut Samsung sein eigenes Exynos Modem 303 für LTE-Funk. Dieses unterstützt Cat.6 LTE und somit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s und Uploads mit bis zu 50 MBit/s. Zudem verfügt es über „Envelope Tracking“ und „Average Power Tracking“ (APT) für eine effizientere Energieverwaltung.

Der neue Exynos Octa 5 5430 könnte nicht nur im Galaxy Alpha verbaut werden, er ist auch ein heißer Kandidat für das Samsung Galaxy Note 4. Ersten Benchmarks zufolge, die auf dem Galaxy Alpha durchgeführt wurden, spielt das SoC in der High End-Liga mit. In Antutu 4 werden beispielsweise mehr als 38.000 Punkte erreicht.

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Quelle: Samsung Exynos [via Anand Tech, GSMArena]