Fieldrunners 2: Tower Defense mit toller Grafik, Witz und neuen Ideen

Sven Kloevekorn 6

Das simple Spielprinzip Tower Defense ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, weiß aber nach wie vor zu begeistern. Ein bekannter Vertreter dieses Genres ist Fieldrunners HD, von dem jetzt nach immerhin vier Jahren der zweite Teil namens Fieldrunners 2 erschienen ist. Ebenso wie der Vorgänger weiß die neue App mit liebevoll gestalteter Grafik, viel Witz, strategischem Tiefgang und einwandfreier technischer Umsetzung zu gefallen.

Fieldrunners 2: Tower Defense mit toller Grafik, Witz und neuen Ideen

Ziel aller Tower Defense Games ist es, in Wellen anstürmende Gegnerhorden am Durchkommen zu hindern und zu erledigen. Die Gegner betreten die Karte an einer oder mehreren vordefinierten Stellen und versuchen, auf dem kürzesten Weg zum Ausgang zu gelangen. Entlang dieses Weges kann der Spieler Türme platzieren, die die Feinde selbständig unter Feuer nehmen oder verlangsamen, damit die anderen Türme mehr Schaden anrichten können.

Das Interface

Das Interface präsentiert sich optisch gelungen und funktional. Zu Beginn sucht man sich auf einer in vier Hauptregionen unterteilten Art Weltkarte eine der bisher freigespielten Missionen aus, die in jeweils drei Schwierigkeitsstufen angeboten werden. Herausfordernd ist dabei – je nach Mission – schon der mittlere Schwierigkeitsgrad. In den Karten kann man frei zoomen oder durch doppeltes Tappen zwischen der Gesamtübersicht und der maximalen Zoomstufe wechseln. Auf dem 4,7-Zoll-Dislpay eines Nexus 4 lässt sich das Spiel trotz recht kleiner Elemente einwandfrei bedienen, macht auf einem Tablet aber noch mehr Spaß. Auf jeden Fall kann immer die gesamte Karte auf einmal dargestellt werden, was der Übersicht sehr zugute kommt.

Fieldrunners-2-World-Map

Ansonsten entspricht das Interface dem Tower Defense-Standard: Es gibt Schaltflächen für Pause und schnellen Vorlauf, eine Phalanx mit den zuvor ausgewählten Türmen, Zähler für Gegnerwellen, Geld, Punkte und durchgekommene Feindeinheiten sowie Schaltflächen für die Rettungsfähigkeiten und einen Luftschlag, der in bestimmten Abständen als Gratis-Sonderwaffe zur Verfügung steht und die komplette Karte von Feinden säubert.

Hat man eine Standardmission, bei der man immer 70 Gegnerwellen abwehren muss, erfolgreich absolviert, kann man sie wahlweise beenden oder als Endlosmission weiterspielen, bis man der Gegnermassen nicht mehr Herr wird.

Türme und Waffen

Einmal gebaute Türme lassen sich bei Fieldrunners 2 in zwei Stufen upgraden oder wieder verkaufen, um Platz für eine andere Art von Turm zu machen. Das kostet natürlich Geld, das man wiederum durch das Vernichten gegnerischer Einheiten verdient. Im Gegensatz zu anderen Tower Defense-Spielen haben Upgrades hier keinen Einfluss auf die Reichweite der Türme, sondern nur auf Feuerkraft und Schussfrequenz. Bei den meisten Genrevertretern verliert man eine Mission, wenn auch nur eine einzige gegnerische Einheit den Ausgang erreicht. Anders bei Fieldrunners 2: Hier hat man bis zur Niederlage bis zu 20 geflohene Einheiten frei. Das eröffnet zusätzliche taktische Möglichkeiten wie das bewusste Durchlassen einiger Einheiten.

Fieldrunners-2-Towers-Menu

Bei den 28 Arten von Türmen finden sich viele Typen wieder, die man schon aus dem Vorgänger und anderen Genrevertretern kennt. Je mächtiger ein Turm ist, desto teuer ist er in der Regel auch. So gibt es sehr günstige Standardtürme mit wenig Feuerkraft und Reichweite wie den Gatling Tower, der später mehr als günstiges Hindernis denn als Waffe eingesetzt wird. Weitere bekannte Typen sind der Flamethrower, der Flächenschaden anrichtet, ein Tesla Tower, der mit niedriger Schussfrequenz Einzelziele angreift und dabei recht viel Schaden verursacht sowie verschiedene Verlangsamungstürme. Natürlich dürfen auch Verstärkungstürme nicht fehlen, die Schaden und/oder Schussfrequenz benachbarter Türme verbessern, selber aber nicht angreifen.

Fieldrunners-2-Weapon-Menu

Nach der Missionswahl kann man sechs freie Slots mit zur jeweiligen Mission passenden Türmen bestücken, die man sich aus denen auswählt, die man schon freigespielt bzw. freigekauft hat. Hinzu kommen bis zu vier Slots für sogenannte „Lifesaver“, sprich Spezialfähigkeiten für den Notfall wie frei platzierbare Bomben, einen Deep Freeze zum vorläufigen Anhalten von Gegnern oder einen Rewind, der die Mission um drei Runden zurücksetzt.

Gegnertypen

Bei den zahlreichen Gegnertypen gilt, dass leichter zu beseitigende Einheiten weniger Geld bringen als welche mit mehr Leben und Rüstung. Neben einfachen Fußsoldaten gibt es Motorräder, Jeeps mit jeweils vier Fußsoldaten darin, kleine und große Panzer sowie allerlei Fluggeräte wie Doppeldecker, Hubschrauber und Zeppeline, die nicht an die vorgegebenen Wege gebunden sind und Hindernisse überfliegen können. Zumeist verfügen langsamere Einheiten über mehr Lebenspunkte als solche, die schnell unterwegs sind.

Es kommt stets darauf an, für möglichst jeden Einheitentyp passende Abwehrtürme auf der Karte parat zu haben. Gegen große Gruppen von Fußsoldaten eignen sich z.B. Waffen und Verlangsamungstürme mit einen Flächeneffekt wie der Flamethrower oder der Oil Tower, während man langsamen und teilweise auch mit Feuerresistenzen ausgestatteten Panzern besser mit Einzelziel-Türmen wie dem Tesla Tower zu Leibe rückt. Um zu erfahren, welche Eigenschaften die jeweiligen Einheiten und Türme haben, sollte man aufmerksam die Tooltipps lesen, die einem das Spiel immer wieder präsentiert.

Wegfindung

Eine exklusive Besonderheit von Fieldrunners 2 ist die Wegfindung der Feindeinheiten, die zwar immer noch grob den vorgegebenen und auf den Karten eingezeichneten Strecken folgen, diese aber auch gerne einmal verlassen, um etwa verlangsamte Einheiten vor sich zu überholen. Dieses Verhalten in der eigenen Strategie angemessen zu berücksichtigen, stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.

Fieldrunners-2-Towers

Missionstypen

Neben den schon beschriebenen Standardmissionen bekommt man auch gelegentlich die Aufgabe, einfach innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine festgesetzte Anzahl von Gegnern zu eliminieren. Ob dabei Gegner durchkommen oder nicht, spielt bei diesem Missionstype keine Rolle.

Für Abwechslung sorgen daneben Missionen mit völlig leeren Karten, auf denen man die Strecken für die Eindringlinge selber vorgibt, indem man Türme als Hindernisse platziert und daraus idealerweise verschlungene Gänge baut, um die Gegner möglichst lange und effektiv unter Feuer zu halten.

Grafik, Musik und Texte

Die Grafik des Spiels, mit der die Entwickler sich erkennbar viel Mühe gegeben haben, kann man am besten als Comic-Stil mit kräftigen Retro-Einflüssen beschreiben. Dazu passt auch die Musik, die an Kriegsfilme aus den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts erinnert. Karten und Grafiken sind handgezeichnet sein. Die flapsigen Beschreibungstexte und Tooltipps („Protip: Read protips“) zeugen von einem angenehm absurden Humor, der sich durch die gesamten Spielgestaltung zieht.

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Fazit

An der technischen Umsetzung von Fieldrunners 2 gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Spiel lief im Rahmen des Tests sowohl auf einem Nexus 4 als auch auf einem betagten Galaxy Tab 10.1 mit Tegra 2-SoC flüssig und ohne Abstürze. Die generell nicht gerade kurzen Ladezeiten sind auf dem antiken Tablet allerdings nahe an der Unzumutbarkeit. Die Bedienung gelingt stets sicher und ist in sich logisch. Die vielen verschiedenen, liebevoll gestalteten Türme, Waffen und Feindeinheiten sorgen für Abwechslung. Einige Besonderheiten wie das Wegfindungssystem sorgen für zusätzliche Spieltiefe. Der ansteigende und im späteren Spielverlauf knackige Schwierigkeitsgrad sowie die zahlreichen Missionen garantieren lange Freude am Kauf. Fieldrunners 2 hat beileibe das Genre nicht neu erfunden und setzt an vielen Stellen auf Bewährtes, schafft es aber, sich durch herausragende Gestaltung, einen speziellen Humor und einige innovative Ideen von den Mitbewerbern abzusetzen.

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Schade finden wir, dass ein kostenpflichtiges Spiel gleichwohl auf In-Game-Purchases setzt, die zudem etwas aufdringlich angeboten werden und auch nicht gerade günstig sind. Dennoch kann man mit Fieldrunners 2 einige Tage Spaß haben, abhängig davon, wie groß die Affinität zu Tower Defense-Spielen ist.

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