Der chinesische Hersteller Gionee bringt mit dem Marathon M3 ein Smartphone mit einem riesigen 5.000 mAh-Akku, der das Gerät einige Tage mit Strom versorgen sollte. Wer nun einen dicken Brummer im Kopf hat, irrt: Das Marathon M3 ist nicht dicker oder größer als andere 5 Zoll-Smartphones, die Hardware ist allerdings nur mittelmäßig.

Das Problem ist so alt wie die Smartphones selbst: Ständig halten neue Entwicklungen Einzug, Prozessoren werden leistungsfähiger, Displays größer, Feature-Listen umfangreicher. Auch Akkus wurden größer, aufgrund der höheren Belastungen hat sich in dem Bereich der Lebensdauer pro Ladung nicht viel getan – weiterhin müssen die meisten Geräte täglich an die Steckdose. Beim chinesischen Hersteller Gionee kann man zwar auch nicht zaubern, dort versucht man aber immerhin, dem Problem auf die denkbar einfachste Art und Weise entgegen zu treten: Sie verpassen dem Marathon M3 einfach einen richtig großen Akku.

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Mit einer Kapazität von satten 5.000 mAh dürfte das Gionee-Phone die Konkurrenz in den Schatten stellen. Zum Vergleich: Das neue Galaxy Note 4 von Samsung kommt beispielsweise mit einem 3220 mAh-Akku, weist aber einen ungleich größeren Bildschirm auf – und Displays sind bekanntermaßen der größte Stromfresser in Smartphones. Das Droid Turbo bzw. Moto Maxx mit 5,2 Zoll-Bildschirm, das wir jüngst noch als „Akkumonster“ titulierten, besitzt eine Kapazität von 3.900 mAh, der Sechszoller Huawei [link id=2134008]Ascend Mate 7 4.100 mAh. Einzig Philips kann hier mithalten: Das Xenium W6618 kommt sogar mit einem noch stärkeren Akku, dafür muss der Käufer aber eine fast durchweg schwächere Hardware in Kauf nehmen. Man kann aber davon ausgehen, dass auch das Marathon M3 durchaus einige Tage ununterbrochen laufen dürfte – was auch den Namen des Gerätes erklärt.

Die restlichen technischen Daten sind jedoch in der Unterklasse einzuordnen: Unter der Haube werkelt ein Quad Core-Prozessor aus dem Hause MediaTek mit einer Taktung von 1,3 GHz, dem 1 GB RAM und 8 GB interner (erweiterbarer) Speicher zur Seite stehen. Das 5 Zoll in der Diagonale messende IPS-Display löst mit 720p, also in HD, auf, was sich ebenfalls positiv auf die Akkulaufzeit auswirken dürfte. Ein Dual SIM-Slot, 3G-Konnektivität, eine 8 MP-Rückkamera und eine 2 MP-Frontkamera runden das Angebot ab. Verpackt ist die gesamte Hardware in einem mit 10,4 Millimeter zwar recht dicken, aber noch alltagstauglichen Gehäuse. Softwareseitig kommt Android 4.4.4 zum Einsatz, auf die bekannten Google-Apps verzichten die Entwickler allerdings.

Praktisch: Das M3 beherrscht auch Reverse Charging, der Nutzer kann also mit dem Gionee-Phone andere Geräte aufladen; eine Funktion, die beispielsweise auch das Ascend Mate 2 von Huawei beherrscht.

Ob das Gerät auch den Weg nach Europa findet, muss allerdings bezweifelt werden, zumindest nicht unter der Schirmherrschaft von Gionee. Einige Geräte des Herstellers werden mittlerweile aber unter einem anderem Label in Europa an die Interessenten gebracht, im Falle des Gionee Elife S5.5 übernimmt beispielsweise die rumänische Firma AllView die Vermarktung - gut möglich, dass das auch beim Marathon M3 passiert.

Interessant wäre ein Marktstart des M3 in Europa auf jeden Fall, nicht nur ob des großen Akkus: Da das Gerät explizit für den indischen Markt entwickelt wurde, liegt der Preis bei gerade einmal 210 US-Dollar oder umgerechnet 170 Euro.

Quelle: Brandsynario [via Geek.com]