Die Anzahl an nützlichen und teils innovativen Apps im Play-Store wächst von Tag zu Tag. Erst heute konnten wir den brandneuen Link Bubble-Browser antesten, schon flattert die nächste Anwendung ins Haus: Gravity Screen automatisiert das Ein- und Ausschalten des Displays und lässt einen den Power-Button vergessen.

Sony und LG haben es 2013 vorgemacht: Mit einem zweimaligen Tippen auf das Display ist es bei ausgewählten Modellen der beiden Unternehmen möglich, jenes einzuschalten, ohne den Power-Button betätigen zu müssen. Dieses Feature, welches sich übrigens bei vielen Geräten per Custom-Kernel nachrüsten lässt, weiß im Alltag zu begeistern und so ist es kein Wunder, dass man diesen Schritt weitergeht – LG hat seinen Knock-On-Funktion um einen optionalen Code erweitert, welcher scheinbar allerdings bei manchen Modellen erst per Software-Update nachgereicht werden wird.

Gravity Screen verfolgt denselben Ansatz und gedenkt die Hürde zwischen „Smartphone in die Hand genommen“ und dem Nutzungserlebnis zu beseitigen, denn in der Regel muss der Nutzer bei seinem Gerät erst – manchmal umständlich – den Power-Button drücken, bevor ihm das Gerät zur Verfügung steht. Dazu bedient sich die Anwendung zweier Sensoren, über die praktisch jedes Smartphone verfügt.

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Mit Hilfe des Lagesensors ist es möglich festzustellen, in welcher räumlichen Ausrichtung sich das Smartphone befindet. Nimmt man das Gerät beispielsweise in die Hand, ändert sich Lage und Position, wodurch die Applikation den Griff zum Smartphone erkennt und den Bildschirm einschaltet. Ferner registriert Gravity Screen, ob das Device in die Hosentasche gesteckt wurde, da ein Smartphone dort für gewöhnlich mit der Ober- oder Unterseite nach unten ausgerichtet ist.

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Dies kann wahlweise noch von dem verbauten Näherungssensor eines jeden Smartphones unterstützt werden, der die Distanz zu in der Nähe befindlichen Objekten messen kann – erkennt dieser beispielsweise das Innere der Hosentasche, schlussfolgert die Software, dass das Display vermutlich in dem Moment nicht gebraucht wird und blockiert ein versehentliches Einschalten. Durch die dadurch ermittelten Informationen, kann die App mit einer in den Einstellungen regelbaren Toleranz ebenfalls erkennen, dass sich das Gerät zum Beispiel mit dem Display nach unten auf einer ebenen Fläche befindet – in diesem Fall wird das Display dann von der Anwendung natürlich abgeschaltet.

Das folgende Video demonstriert die Funktionen von Gravity Screen:

In den Einstellungen von Gravity Screen lässt sich allerhand konfigurieren und feinjustieren, um die Funktionalität individuell zu perfektionieren. Vor allem die Echtzeitvorschau der Sensorik innerhalb der Einstellungen weiß zu gefallen. Es wird sich zeigen müssen, ob die Laufzeit des Smartphones unter der ständigen Beanspruchung der genannten Sensoren leidet, aber nach einem kurzen Test, kann der Verfasser dieses Artikels dem Entwickler eine gute Arbeit attestieren. Die angebotenen Anwendungsszenarien funktionieren einwandfrei und ohne merkliche Verzögerung.

Die kostenlose Version bietet nahezu den vollen Funktionsumfang, lediglich das Einschalten bei Bewegung wird auf maximal 15 Minuten nach dem letzten Sperrvorgang beschränkt. Außerdem erhält der Nutzer für ein In-App-Upgrade von 1,49 Euro weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Feinjustierung. Jetzt muss sich der Tester nur noch abgewöhnen, ständig den Power-Button betätigen zu wollen, obwohl Gravity Screen schneller war und der Bildschirm bereits eingeschaltet wurde.

Entwickler: Plexnor
Preis: Kostenlos

[via PhoneArena]

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Rafael Thiel
Rafael Thiel, GIGA-Experte.

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