Handy an Bord: EU-Behörde erlaubt Smartphone-Nutzung im Flugzeug

Oliver Janko 9

Gute Nachrichten für alle Vielflieger: Kunden einer europäischen Fluggesellschaft dürfen ab sofort nach Herzenslust im Flugzeug ihr Smartphone nutzen. Möglich macht das eine neue Richtlinie der Europäischen Flugsicherheitsbehörde  EASA: Die Fluggesellschaften dürfen nun selbst entscheiden, ob die Smartphone-Nutzung über den Wolken erlaubt ist.

Handy an Bord: EU-Behörde erlaubt Smartphone-Nutzung im Flugzeug

Aus technischer Hinsicht stellt die Strahlung, die von Smartphones, Tablets und Co. ausgeht, keine Gefahr mehr da. Dennoch sind die Fluggesellschaften verpflichtet, vor der endgültigen Freigabe der mobilen Begleiter an Bord einige Genehmigungen einzuholen und dafür Sorge zu tragen, das die Bordtechnik in jedem Fall einwandfrei funktioniert – gerade bei neueren Smartphone-Modellen sollte das aber kein Hindernis darstellen, wie ein Sprecher der Lufthansa bereits erklärte. Schon Ende des Vorjahres wurden die bislang recht rigorosen Richtlinien gelockert, im Jahr 2014 durften Smartphones bereits im Flugzeug benutzt werden, allerdings ausschließlich im Flugmodus.

In naher Zukunft ist die Aktivierung des Flugzeugmodus ebenfalls nicht mehr notwendig – das Mobilgerät kann dann nach Herzenslust verwendet werden: SMS, Facebook, Google, Twitter und Co. sind dann bald auch in luftigen Höhen verwendbar. Einzig das Telefonieren wird sich über den Wolken auch weiterhin nicht durchsetzen – aber nicht etwa, weil technisch nicht möglich, sondern simpel, weil sich andere Passagiere von quatschenden Meuten gestört fühlen könnten, viele Airlines schrecken deshalb vor der Aufhebung dieses Verbots zurück, wie zum Beispiel die Lufthansa. Diesbezüglich könnte man sich bei British Airways orientiert haben: Auf Flügen in der Business-Class von London nach New York ist zwar das Versenden von SMS-Nachrichten sowie der Internetzugang erlaubt, Telefongespräche werden zur Wahrung der Ruhe in der Kabine rigoros blockiert.

Auch wenn die Richtlinien seitens der Flugsicherheitsbehörde stark gelockert wurden, haben die Fluggesellschaften noch das letzte Wort: So hat die Lufthansa schon grünes Licht gegeben und arbeitet an einer schellen Umsetzung, bei Air Berlin hingegen zeigt man sich noch zögerlich. Die Entscheidung der EASA macht zudem offenbar bereits Schule: die US-amerikanische Luftfahrtbehörde will mit der Lockerung der Richtlinien folgen. Die obligatorische Aufforderung, alle elektronischen Geräte während des Starts und der Landung auszuschalten, dürfte also in vielen Teilen der Welt sehr bald der Vergangenheit angehören.

Zum Abschluss würde uns die Meinung unserer Leser interessieren: Ist die vollumfängliche Smartphone-Nutzung in Flugzeugen eine praktische Sache oder sollte man es wenigstens über den Wolken einige Stunden ohne Internet aushalten? Meinungen in die Kommentare!

Quelle: EASA [via Curved, heise]

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