Hitman GO: Rundenbasierter Strategiehit im Test

Oliver Janko

Normalerweise wählt Auftragskiller Agent 47 in der bekannten Hitman-Reihe eher realistische Methoden, um seine Widersacher auszuschalten. In der neuen Android-Umsetzung des Konsolenklassikers steht hingegen die taktische Komponente im Vordergrund: Wie bei einem Brettspiel gilt es bei Hitman GO, in rundenbasierten Levels verschiedene Aufgaben zu lösen – immer im Zweikampf mit der KI. Wir haben das Spiel ausführlich unter die Lupe genommen und verraten, ob der Kaufpreis von rund 4,50 Euro gerechtfertigt ist.

Hitman Go (Gameplay).

Die Hitman-Serie blickt mittlerweile auf eine ordentliche Geschichte zurück. Seit dem Jahr 2000 eliminieren Zocker aus aller Welt mit dem glatzköpfigen Auftragsmörder Agent 47 Gegner auf mal mehr, mal weniger kreative Weise ihre Gegner. Über zehn Millionen Einheiten wurden insgesamt von allen Teilen abgesetzt, mit der neuen, strategischen Android-Version dürften noch einige tausend Verkäufe dazukommen. Der Preis ist mit 4,49 Euro zwar alles andere als günstig, die Play Store-Kritik fällt nach den ersten Tagen mit einem Wert von 4,7 von fünf möglichen Punkten aber hervorragend aus.

Rundenbasiertes, strategisches Vorgehen

Der Entwickler Square Enix – bislang eher bekannt durch die „Thief“-Reihe oder das Action-RPG „Deus Ex“ – setzt bei Hitman GO auf eine interessante Gameplay-Abstraktion: Es gilt zwar, die Aufgaben möglichst ohne Feindkontakt zu bewältigen – ganz wie in der Konsolen- oder PC-Variante. In der Android-Portierung wird der Titel jedoch immer rundenbasiert gespielt, auf den Zug des Spielers folgt der der künstlichen Intelligenz.

Bewegt wird unser glatzköpfiger Meuchelmörder dabei auf einer Art virtuellem Spielbrett, Züge sind also nur in vorgegebene Richtungen möglich. Dazu zieht der Spieler die Spielfigur mittels einer Wischgeste einfach auf das gewünschte Feld. Ist am Weg ein Gegner platziert, wird dieser quasi umgeworfen – was einem Kill gleichkommt. Möglich ist das allerdings nur, wenn die feindlich gesinnte Spielfigur unseren Agent 47 nicht sieht – ist das der Fall, geht der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los; der Spieler wird getötet, das Level ist verloren. Gegner können dabei aber immer nur ein Spielfeld weit sehen.

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Intelligente Gegner

In späteren Spielstufen stehen dann an gewissen Punkten auch verschiedene Waffen parat, mit denen die Feinde aus einiger Entfernung ausgeschaltet oder zumindest abgelenkt werden können. Außerdem lernt unser Agent dazu: Wände schützen ihn vor Sichtkontakt, Wachen bewegen sich im gleichen Radius, Geräusche locken die Wachen aus der Reserve. Dafür werden auch die Gegner intelligenter: Stehen die Kameraden zu Beginn noch regungslos auf ihren Positionen, lernen sie mit fortgeschrittener Spieldauer, sich zu bewegen – in welche Richtung sie dabei marschieren, ist an kleinen Pfeilen an den Basen der Spielfiguren zu erkennen.

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Praktische Hilfestellung

Die Aufgabe besteht also darin, sich ungesehen an Feinde zu schleichen beziehungsweise den Weg so zu wählen, dass Agent 47 unbehelligt am Zielpunkt ankommt – was vor allem in späteren Spielstufen einige Grübelei nach sich zieht. Wer einmal wirklich nicht mehr weiter weiß, kann aber immer noch auf die Hilfe-Funktion zurückgreifen. Der Bildschirm wird dann augenblicklich in Schwarz-Weiß angezeigt, rote Fußstapfen markieren den idealen Weg. Ein praktisches Feature, das aber nur in begrenzter Anzahl verfügbar ist – es bietet sich also an, erst das Köpfchen anzustrengen, bevor auf die Hilfe zurückgegriffen wird.

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Innovative grafische Gestaltung

Grafisch ist der Titel über jeden Zweifel erhaben: Die Entwickler setzen auf den sogenannten „Diorama“-Stil. Das Spielfeld ist dabei recht plastisch gestaltet, ebenso wie die Figuren. Zu Beginn wird das Feld kurz im Gesamten aus der Vogelperspektive gezeigt, danach zoomt die Kamera etwas näher an das Geschehen. Mit zwei Fingern kann aber jederzeit die Entfernung variiert werden, durch Wischgesten wird über das Feld navigiert. Insgesamt präsentiert sich die Steuerung durchdacht, was in komplexeren Levels aber auch notwendig ist – die einzelnen Züge wollen detailliert vorausgeplant werden, was nur möglich ist, wenn das gesamte Spektrum an Gegner und Hindernissen erkennbar ist.

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Momentan stehen fünf Levelpakete parat, die nach und nach freigeschaltet werden müssen. Dazu braucht der Spieler Stempel, die er durch das Lösen der Aufgabenstellungen bekommt. Extra-Stempel gibt es für das Einhalten von Bonusaufgaben, wie das Absolvieren eines Levels ohne Kill oder ohne Überlebende. Alternativ kann hier auch die Kreditkarte verwendet werden: Für 0,89 Cent wird ein Kapitel freigeschaltet, für 13,99 Euro bekommt man die Komplettlösung, für 1,79 Euro fünf Hinweise.

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Fazit

Hitman GO könnte sich zu einem der Überraschungstitel dieses Jahres entwickeln: 4,49 Euro sind zwar alles andere als günstig, dafür überzeugt das Spiel auf ganzer Länge. Die Levels sind komplex, die Aufgaben fordernd, die Steuerung durchdacht und intuitiv. Dazu kommt die ansprechende Grafik, die Hitman GO auch zu einem optischen Leckerbissen macht. Das In App-Kaufsystem hätte es hingegen nicht mehr gebraucht, zusätzlich zu den 4,49 Euro Kaufpreis sollten nicht noch weitere Kosten anfallen. Die gute Nachricht: Notwendig sind weitere Investitionen nicht, vorausgesetzt, der Spieler bringt genügend Geduld zum Lösen aller Level mit. Insgesamt eine klare Empfehlung unsererseits also, der Kaufpreis ist gerechtfertigt, Fans von Strategiespielen kommen mit den neuen Hitman-Ableger auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Hitman GO
Entwickler: SQUARE ENIX LTD
Preis: 1,29 €

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