Ein flauschiges Wollknäuel namens Leopold, gestohlenes Gold, magische Welten mit jeder Menge kniffliger Hindernisse und traumhafte Grafiken – das sind die Zutaten für „Leo’s Fortune“, eines der spannendsten Jump’n’Run-Abenteuer des Jahres. Wir haben den preisgekrönten Titel einige Levels lang angespielt und verraten euch, ob sich der Kaufpreis von 4,49 Euro lohnt.

Wo ist das Gold?

Wir haben bereits letzte Woche kurz über die Story hinter Leo’s Fortune berichtet: „Leopold der Goldene“ ist eine Art Fellball mit einem ansehnlichen Schnäuzer, der sich tagein, tagaus seines sorglosen Lebens erfreut – bis, ja bis ihm all sein geliebtes Gold gestohlen wird. Sozial verachtet und als „Leo der Arme“ abgestempelt, kann der knuffige Hauptprotagonist mit dem witzigen osteuropäischen Akzent diesen Affront natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und macht sich kurzerhand auf die Suche nach seinem verlorenen Schatz. So viel zur Vorgeschichte, ab diesem Zeitpunkt nimmt der Spieler die Zügel in die Hand – und wird sie so bald nicht mehr freiwillig loslassen, so viel verraten wir schon einmal.

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Die einleitende Story wird in einzelnen Bildsequenzen erzählt, schon hier ist erkennbar, was den Titel von der Konkurrenz am Markt abhebt: Die Entwickler haben sehr viel Aufwand und Arbeit in jedes noch so kleine grafische Detail gesteckt, sämtliche Spielstufen sind handgezeichnet und sprießen nur so vor Überraschungen. Hinterlegt wird das Szenario von verschiedensten Hintergrundgeräuschen und stimmungsvoller Musik, von Zeit zu Zeit meldet sich Leo zu Wort – mit erleichterten Seufzern oder genervtem Aufschrei, abhängig von den Fähigkeiten des Spielers. Sowohl die hochauflösende Grafik als auch das tolle Sounddesign sind so stimmig und liebevoll wie in kaum einem anderen Spiel für Android.

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Forderndes Leveldesign

Die Fähigkeiten des Spielers wiederum sind ab dem ersten Level gefragt: Die Entwickler geizen nicht mit Hindernissen und Fallen verschiedenster Art; von stacheligen Dornenranken über Abgründe, herabstürzende oder wegbrechende Steine bis hin zu gefährlichen Dornenrädern lassen sich die Erfinder des Spiels nicht lumpen. Mehr als einmal ist hier eine ruhige Hand gefragt, Leo will schließlich mit so wenig Unfällen wie möglich am Levelende ankommen. Dazu gibt es für jede Spielstufe eine Idealzeit, die zu Beginn aber wohl nur für eingefleischte Jump-’n‘-Run-Experten ernsthaft erreichbar ist. Damit aber nicht genug: Ziel des Spiels ist ja, Leos Gold wieder einzusammeln, auch darauf sollte der Spieler also achten. Der Schatz ist über alle Spielstufen auf dem Weg verteilt, nicht immer aber sofort zu erreichen – Genre-Standard, der es bei Leo’s Fortune aber durchaus in sich hat.

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Dafür kann der Spieler quasi nicht sterben: Stürzt Leopold in den Abgrund oder kommt sonst mit einer Falle in Berührung, stirbt er zwar, der Spieler fängt aber umgehend wieder beim letzten Checkpoint an. Die Unfälle werden aber mitgezählt und in die Endbewertung miteingerechnet: Im Optimalfall sind drei Sterne zu erreichen, ab einer bestimmten Anzahl wird das nächste Levelpaket freigeschaltet. Bislang stehen fünf Karten mit insgesamt 19 Spielstufen zur Verfügung, die Entwickler arbeiten aber fleißig an immer neuen Welten.

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Sauber implementierte Steuerung

Wenden wir uns der Steuerung zu: Zu Beginn wird die Handhabung unseres felligen Kameraden in einem kurzen Tutorial erklärt. Gelenkt werden kann auf zwei Arten: Der Spieler kann sich entweder virtuelle Buttons einblenden lassen oder ohne diese Spielen. In der zweiten Variante wird der Screen quasi in zwei Hälften geteilt, mit horizontalen Wischbewegungen über die linke Seite wird Leo bewegt, mit vertikalen rechts wird gesprungen, geflogen oder Leo schwer nach unten gedrückt.

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Die Buttons ermöglichen den gleichen Aktionsradius, man muss die virtuellen Tasten aber recht genau erwischen, damit Leo die gewünschte Aktion ausführt. Im Test hinterließ die Touch-Steuerung ohne die Buttons den besseren Eindruck, grundsätzlich klappen aber beide Varianten tadellos. Optional kann ein Gamepad eingesetzt werden. Die Steuerungsart kann übrigens auch während des Spiels geändert werden.

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Gelungen ist auch die Implementierung der Google Play Game Services. Neben Erfolgen und Bestenlisten, bei denen man seinen Spielfortschritt mit denen von Freunden vergleichen kann, werden auch Spielfortschritte über mehrere Geräte hinweg synchronisiert – vorbildlich.

Fazit

Leo’s Fortune wird nicht umsonst von allen Seiten gelobt, auch wir hängen uns da an: Das Jump’n’Run-Abenteuer des kleinen Fellballs, Wollknäuels oder was immer Leopold darstellen soll, hat es in sich. Grafisch eine Augenweide, mit tollen Soundeffekten und viel Liebe zum Detail überzeugt der Titel aber nicht nur optisch. Die Steuerung ist einwandfrei implementiert, die Levels sind fordernd, aber machbar, so dass auch die Motivation hoch bleibt.

Wir konnten im Test keine negativen Kritikpunkte feststellen, sind damit aber offenbar nicht alleine: Eine Nutzerwertung von 4,8 von fünf möglichen Punkten im Play Store spricht eine ebenso klare Sprache wie die zahlreichen Auszeichnungen, die Leo und sein Entwicklerteam bereits erhalten haben. Eine klare Empfehlung also auch unsererseits - und um abschließend die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Die 4,49 Euro sind hervorragend investiert, wer Zeit und Lust hat, kann hier bedenkenlos zuschlagen.

Entwickler: 1337 & Senri LLC
Preis: 5,49 €

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