Lithium-Ionen-Akkus: Neue Technologie verspricht dreimal so schnelle Ladezeiten

Tuan Le 12

Erst kürzlich stellte Oppo mit dem Find 7 die Rapid-Charging-Technologie vor, die das Aufladen eines Smartphone-Akkus zu 80 Prozent innerhalb von einer Stunde ermöglicht, das ebenfalls frisch vorgestellte HTC One (M8) besitzt ähnliche Eigenschaften. Das klingt bereits nach einer beachtlichen Errungenschaft, doch diese Zeit könnte sich in Zukunft weiter reduzieren. An der Uni Tokio wurde eine neue Technologie entwickelt, die das Aufladen von Lithium-Ionen-Akkus mit dreifacher Geschwindigkeit erlauben und obendrein auch noch die Haltbarkeit von Akkus erhöhen soll.

Lithium-Ionen-Akkus: Neue Technologie verspricht dreimal so schnelle Ladezeiten

Die Entwicklung von Akkus befindet sich seit geraumer Zeit schon in Stagnation. In der Vergangenheit haben sich die Laufzeiten von Smartphones zwar durchaus verbessert, allerdings ist dies wohl eher auf die zunehmende Gerätegröße und damit einhergehende Vergrößerung der Akkus selbst zurückzuführen. Obendrein bleibt natürlich das Problem, dass viele Nutzer ihr Smartphone nicht nur über Nacht aufladen und daher nicht ewig auf das Erreichen des vollen Akkustands warten wollen. Viele aktuelle Smartphones benötigen drei oder mehr Stunden, bis sie vollständig aufgeladen sind und – je nach Nutzungsart – muss man mitunter sogar tagsüber den Gang zur Steckdose antreten.

Nun ist an der Universität in Tokio mit der Entwicklung einer neuen Akkutechnologie ein Durchbruch gelungen: In Zusammenarbeit mit der Universität Kyoto und dem japanischen National Institute for Material Science wurde eine neue chemische Zusammensetzung für Elektrolytlösungen in Li-Ion-Akkus entwickelt. Diese zeichnet sich aufgrund ihrer vierfach höheren Konzentration gegenüber den Salzlösungen in regulären Li-Ion-Akkus durch hohe Widerstandsfähigkeit gegen Zersetzung aus und soll trotzdem enorme Reaktionsfähigkeit aufweisen. Aufgrund dessen eigne sich die Lösung für die Herstellung von Akkus, die dreimal schneller als herkömmliche Batterien aufladbar sind und darüber hinaus eine geringere Selbstentladung aufweisen.

Im Effekt könnte das nicht nur die Lebensdauer der Akkus deutlich erhöhen, was angesichts der Entscheidung vieler Hersteller auf fest verbaute Akkus zu setzen bereits eine begrüßenswerte Neuerung wäre. Auch die Spannung der Batterien soll von standardmäßig 3 auf 5 Volt erhöht werden.

Primär hatten die Forscher hierbei übrigens nicht den Einsatz in Smartphones und Tablets bei der Entwicklung der neuen Elektrolyte im Blick. Vielmehr soll die Technologie zunächst einmal für die Herstellung von Akkus für Elektroautos dienen, deren lange Ladedauer aktuell noch einen der größten Nachteile gegenüber herkömmlichen Automobilen darstellt. Sollte sich diese Technologie bewähren, dürften freilich bald auch andere Industriezweige von der Mixtur profitieren. Gerade die Smartphone-Industrie zeigt sich an derartigen Entwicklungen stets sehr interessiert, wie schon zuletzt bei der Entdeckung der Mikro-Windmühlen zum Aufladen von Smartphones ersichtlich wurde.

Was haltet ihr von der neuen Akku-Technologie? Schreibt uns eure Meinung unten in die Kommentare.

Quelle: University of Tokio [via phoneArena, VR-Zone]

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung