MediaTek: Chiphersteller will sich der Dev-Community öffnen

Andreas Floemer 3

Die taiwanische Chipschmiede MediaTek hat offenbar große Pläne. Dies bewies das Unternehmen bereits durch die Vorstellung „echter“ Octa Core-SoCs und der Ankündigung von Prozessoren mit 64-Bit-Unterstützung. Einen allzu guten Ruf besitzt das Unternehmen in der Dev-Szene allerdings nicht – dies soll sich nun aber ändern: MediaTek will offener werden.

MediaTek: Chiphersteller will sich der Dev-Community öffnen

Erst im März dieses Jahres hatte MediaTek mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen, denn die Chipschmiede verlangte von Unternehmen Geld, die am Kernel-Quellcode ihrer SoCs interessiert sind. Nach den Auflagen der GPLv2 hätte eigentlich kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll – nur unter strengen Richtlinien können Gebühren erhoben werden. Kurzum: MediaTek hat sich durch diese Politik – insbesondere in der Dev-Community –  keine Freunde gemacht, zumal das Unternehmen Quellcode für einige MTK-Prozessoren bereitgestellt hatte, der für massive Sicherheitslücken in diversen Systemen verantwortlich war.

MediaTek hat nun aber offenbar dazugelernt und scheint eine regelrechte Kehrtwende einzulegen. Im Zuge der taiwanischen Messe Computex - quasi der Hausmesse MediaTeks – kündigte der Chipentwickler an, sich der Entwickler-Community öffnen zu wollen. Ein neues Programm respektive Portal namens „MediaTek Labs“ wurde vorgestellt, in dem Entwickler Hilfe zur Entwicklung von Geräten, Anwendungen und Diensten rund um MediaTek-Produkte erhalten sollen. In dem Web-Portal, das im Laufe des dritten Quartals öffnen soll, werde man diverse Tools zur Entwicklung von Hard- und Software (SDKs und HDKs) bereitstellen, ebenso sollen technischer Support und Dokumentationen angeboten werden.

Mit diesem Versprechen scheint man sich teilweise an Qualcomm zu orientieren, die sich in Sachen Entwicklung recht offen zeigen, weshalb es beispielsweise auch wenige Probleme mit der Bereitstellung von Custom ROMs für Snapdragon-Geräte gibt. Zudem lebt die Community, denn Devs helfen im Gegenzug zur Bereitstellung des Codes bei der Ausbesserung von Sicherheitslücken. Unter anderem durch diese Offenheit und die rasche Bereitstellung von Binaries für neue Android-Versionen sowie Quellcode ist die Qualcomm nicht ohne Grund derzeit der Platzhirsch auf dem Halbleitermarkt für mobile Geräte.

MediaTek dürfte diese neue Offenheit mit Sicherheit sehr gut zu Gesicht stehen, wenngleich abzuwarten ist, wie offen der Halbleiterentwickler nun wirklich sein wird. Auch bleibt abzuwarten, wie das Angebot von der Dev-Community aufgenommen wird. Wie aber auf XDA-Developers zu lesen ist, freue man sich auf die neue Richtung, die MTK einschlägt. Im gleichen Atemzug wird allerdings gemahnt, nicht erst große Versprechungen abzugeben und sie anschließend nicht zu halten – in diesem Kontext wird explizit Samsung als Negativbeispiel genannt.

Es scheint, als würde langsam etwas Leben in den Prozessormarkt kommen und sich die Ära der Qualcomm-Dominanz dem Ende neigen. Erst vor wenigen Tagen hatte Huawei seinen potenten Kirin 920 vorgestellt und Samsung scheint sich mit seinen eigenen Exynos-SoCs von Qualcomm ein Stück weit emanzipieren zu wollen – dies deutet sich zumindest durch die letzten Leaks zum Galaxy S5 mini an: das Gerät kommt mit eigenem Exynos-SoC samt LTE-Modul.

Quelle: MediaTek [via XDA-Developers]

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