MHL 3.0: Neue Spezifikation unterstützt 4K-Auflösung

Frank Ritter 2

Heute wurden die Spezifikationen für den kabelgebundenen Audio- und Videoübertragungsstandard MHL in Version 3.0 verkündet: Mit MHL 3.0 wird es möglich sein, über ein an den Micro-USB-Slot angeschlossenes Kabel Video in 4K-Qualität an Fernseher, Monitore und andere Endgeräte auszugeben.

MHL 3.0: Neue Spezifikation unterstützt 4K-Auflösung

Gäbe es keine Standards, versänke die Hardware-Industrie im Chaos. Werden Standards hingegen verabschiedet, meist von einem Konsortium verschiedener in der Branche aktiven Konzernen, haben Hardware-Hersteller eine Maßgabe, nach der sie ihre Geräte bauen können und der Verbraucher darf sicher sein, dass das gekaufte Gerät auch mit anderer Hardware und Peripherie kompatibel ist — das gilt zumindest, solange es keine konkurrierenden Standards gibt. Bevor wir uns hier aber in Anekdoten um Betamax und VHS, Blu-ray und HD-DVD verlieren, zum Kern dieser Nachricht — wer’s nicht weiß: MHL steht für Mobile High Definition Link und ist der kabelgebundene Übertragungsstandard für Audio und Video per micro-USB-Ausgang an ein Endgerät mit HDMI-Eingang.

Soeben flatterte uns eine Pressemitteilung herein, nach der nun endgültig die Spezifikationen für MHL in Version 3.0 festgelegt wurden. Angesichts wachsender Leistungspotenziale in mobilen Endgeräten und der zu erwartenden wachsenden Verbreitung von Über-FullHD-fähigen TV-Geräten, Monitoren und Beamern hat sich das entsprechende Konsortium dafür entschieden, MHL in der neuesten Spezifikation 3.0 gleich 4K-kompatibel zu machen. Damit ist es, entsprechende Hardware vorausgesetzt, möglich, Filme vom Smartphone in der vierfachen FullHD-Auflösung von 2160p bei 30 Frames pro Sekunde zu übertragen. Auch mehrere Bildschirme gleichzeitig werden unterstützt. Weiterhin wurde das Remote Control Protocol (RCP) verbessert, über das externe Peripherie wie Eingabegeräte und Fernbedienungen unterstützt werden. Über dieses Protokoll wird man zukünftig auch beispielsweise einen Film mit der TV-Fernbedienung steuern können, der über ein Smartphone an den Fernseher weitergegeben wird.

Soundliebhaber werden sich über die Unterstützung von DTS 7.1-Sound mit Dolby TrueHD und DTS-HD freuen, Inhalte können per HDCP 2.2 gegen unerlaubte Kopien gesichert werden. MHL 3.0 ist überdies abwärtskompatibel mit MHL 1.0 und 2.0, der Standard ist zudem Anschluss-agnostisch (das heißt: Nicht an die Form des micro-USB-Steckers gebunden) und benötigt dabei lediglich 5 Pins. Über MHL 3.0 kann Strom bis zu 10 Watt übertragen werden.

Ein Ziel gibt das MHL-Konsortium auch aus: Nachdem man den Quasi-Standard für die Verbindung von Mobilgeräten zu Fernsehern etabliert hat, will man zukünftig expandieren und zum Beispiel auch den Standard für die Verbindung von Settop-Boxen, Blu-ray-Playern und Spielkonsolen mit TV-Geräten bereitstellen. Mehr Infos und den Text der MHL 3.0-Spezifikation wird man ab September auf mhltech.org einsehen können.

Wir freuen uns auf zukünftige Smartphones und Tablets, die wir an unsere zukünftigen Fernseher anschließen können, um zukünftig Filme in 4K zu schauen. Ihr euch auch?

Quelle: Pressemitteilung

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