Offline-Bierglas: So erzwingt man Kommunikation in Kneipen

Sven Kloevekorn 14

Wer genug hat von Kneipenbesuchen, bei denen mindestens die Hälfte der Runde unablässig auf ihr Smartphone starrt und kaum noch ansprechbar ist, sollte dem Wirt seines Vertrauens die Anschaffung von Offline-Gläsern empfehlen, die sich die Werbeagentur Fischer & Friends für die Salve Jorge Bar in Sao Paulo in Brasilien ausgedacht hat. Geeks mit einer Vorliebe für Bier stellt die genial einfache Konstruktion der Gläser vor eine harte Wahl: Entweder Gadget oder saufen.

Offline-Bierglas: So erzwingt man Kommunikation in Kneipen

Kneipen und Bars, früher Weihestätten der alkoholseligen zwischenmenschlichen Kommunikation, bieten heute oft ein Bild, das eher an das Wartezimmer beim Arzt erinnert, wo sich untereinander unbekannte Menschen die Zeit bis zum Aufruf durch die Lektüre von Regenbogenblättern vertreiben. In Kneipen geht man allerdings meistens mit Partnern oder Freunden, um sich gemeinsam einen netten Abend zu machen. So lautet zumindest der gute Vorsatz, denn kaum angekommen, ist jeder Zweite auch schon wieder weg, weil das Smartphone in der Hand alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bemühen sich die restlichen Teilnehmer dann trotzdem um persönliche Aufmerksamkeit, reagiert der Kneipen-Geek gerne mit einer Mischung aus gespielter Unschuld und schlechtem Gewissen („Was ist denn, Schatz?“), nur um sich nach der kürzest möglichen Schamfrist sofort wieder seinem Spielzeug zuzuwenden.

Diesem Phänomen stemmt sich das Offline-Bierglas entgegen, mit dem Smartphones und Tablets gezielt außer Gefecht gesetzt werden können. Der Trick: Aus dem Glasboden wird einfach ein Stück herausgefräst, sodass das Bierglas nur noch stehen kann, wenn man das jeweilige Gerät als Stütze benutzt, was eine gleichzeitige Bedienung desselben leider, leider unmöglich macht. So präpariert, steigen die Chancen auf ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht enorm: Statt Facebook, Twitter und Instagram zu füttern, stellt der genötigte Kommunikator überrascht fest, dass ein Facebook-Like tatsächlich durch ein Lächeln des Gesprächspartners ersetzt werden kann und dass Gesten und Grimassen mindestens ebenso gut funktionieren wie Smileys.

Natürlich ist das Ganze nicht mehr als eine witzige Idee, die sich selbstredend niemals durchsetzen wird. Dennoch könnte alleine das Bekanntwerden der Offline-Gläser dazu beitragen, dass der oder die eine oder andere künftig in der Kneipe das Smartphone vielleicht einfach mal in der Tasche lässt.

Quelle: The Telegraph [via phoneArena]

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