Was den schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Systemfunktionen wie WLAN, Helligkeit, GPS, Bluetooth oder Lautstärke angeht, bietet Android ein uneinheitliches Bild. Proprietäre Benutzeroberflächen wie HTC Sense und TouchWiz von Samsung haben – im Gegensatz zu Vanilla Android – zwar zusätzliche Toggles (Schalter), diese reichen aber bei Weitem nicht an die Möglichkeiten heran, die dedizierte Apps in dieser Hinsicht bieten. Ein populärer Vertreter der Toggle-Apps ist das rundum gelungene, kosten- und werbefreie Power Toggles, das wir uns für Euch einmal näher angesehen haben.

Toggles unter Vanilla Android, HTC Sense und Samsungs TouchWiz

In Sachen schnelles Umschalten am schwächsten ausgestattet ist Vanilla Android, wie es etwa beim Nexus 4 zum Einsatz kommt. Hier gibt es lediglich ein nicht konfigurierbares, funktionsarmes Homescreen-Widget namens Energieverwaltung und ansonsten ab Version 4.2.x das mit zwei Fingern herunterziehbare Funktionsmenü, das allerdings ebenfalls nicht konfigurierbar ist und außerdem durch inkonsistente Bedienung negativ auffällt. Weiter ist da Samsung, dessen TouchWiz-Oberfläche eine vernünftige Auswahl von Toggles oben in der Benachrichtigungsleiste verewigt, die allerdings nicht weiter angepasst werden können. Bei HTC wiederum ist man darauf angewiesen, sich für bestimmte Funktionen jeweils einzelne Widgets als Schalter auf den Homescreen zu legen, was umständlich ist und unnötig Platz verbraucht. Hier wäre sogar das suboptimale Toggle-Menü von Vanilla Android ein Fortschritt, das mit Version 4.2.2 auch auf HTC-Smartphones Einzug halten soll.

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Konfigurierbare Widgets für Homescreen und Benachrichtigungsleiste

Über mangelnde Individualisierbarkeit braucht man sich bei der separaten App Power Toggles hingegen nicht zu beschweren, die wir im Folgenden genauer vorstellen werden. Die App bietet über 30 mehr oder minder nützliche Toggles an, die in Form von nahezu frei konfigurierbaren Widgets auf dem Homescreen oder in den Benachrichtigungen hinterlegt werden können. Die Toggles werden dabei in Form einer Leiste mit maximal acht Elementen nebeneinander angezeigt; beim Homescreen-Widget in einer Zeile, in der Benachrichtigungsleiste wahlweise auch in zwei Reihen untereinander, wobei die App so eingestellt werden kann, dass die Leiste stets oben angeheftet bleibt.

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Toggles lassen sich bis ins letzte Detail konfigurieren – fast

Wie viele Toggles man in einer Leiste haben möchte, in welcher Reihenfolge diese angeordnet sein sollen, welche Farbe und welche Transparenz Symbole und Hintergrund der Leiste haben und ob und in welcher Farbe die Toggles optisch abgegrenzt werden sollen, lässt sich bis ins letzte Detail genau einstellen, sodass man die Leisten exakt so gestalten kann, wie es den eigenen Wünschen entspricht. Man kann sogar die Symbole durch Eigenkreationen ersetzen und/oder Bilder und Fotos als Leistenhintergrund verwenden. Vermisst haben wir als einziges Detail eine Möglichkeit, die vielleicht etwas klein geratenen Standardsymbole zu vergrößern. Es ist aber festzuhalten, dass die Schaltflächen unter den Symbolen sich auch mit größeren Männerhänden stets sicher treffen lassen.

Einer Besonderheit von Android ist zu verdanken, dass Widgets in der Benachrichtigungsleiste nur möglich sind, wenn sich in der oberen linken Bildschirmecke ein Symbol verewigen darf, das auch bei eingeklapptem Benachrichtigungsbereich sichtbar ist. Power Toggles umschifft dieses Problem elegant, indem es für diese Stelle alternativ zum Power Toggles-Symbol kleine Akku-Ladestandanzeigen in Prozent oder ein transparentes Symbol anbietet.

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Allgemeine und Toggle-Einstellungen

In den allgemeinen Einstellungen kann man beispielsweise festlegen, ob die Berührung eines Toggles ein haptisches Feedback erzeugt und in welchem Intervall der Dienst für das Akku-Symbol dessen Ladestandanzeige aktualisiert.

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Besondere Aufmerksamkeit verdienen die sogenannten Toggle-Einstellungen: Hier wird festgelegt, was genau passiert, wenn ein Toggle gedrückt wird, wobei die möglichen Einstellungen stets in engem Zusammenhang mit der Funktion des jeweiligen Toggles stehen. Ein gutes Beispiel ist das Toggle „Helligkeit“, bei dem man festlegen kann, wie viele Helligkeitsstufen durchgeschaltet werden sollen, wie stark die Helligkeit der jeweiligen Stufen genau sein soll und ob die automatische Helligkeit im Zyklus auftaucht oder nicht. Beim Toggle Bildschirm-Timeout lassen sich die durchschaltbaren Timeout-Intervalle bestimmen, beim Toggle für die Taschenlampe aka Fotoleuchte hat man die Wahl, ob das Licht weiter brennen soll, wenn das Smartphone in den Sperrbildschirm wechselt oder nicht, und so weiter.

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Fazit

Wem sein Smartphone in Sachen Schnellzugriff auf Systemfunktionen und schnelles Umschalten derselben nicht genug individualisierbare Möglichkeiten bietet, ist mit Power Toggles bestens bedient. Die App bietet tonnenweise nützliche Toggles für Homescreen oder Benachrichtigungsbereich, die sich sowohl vom Aussehen als auch von der Funktion her über eine Vielzahl von durchdachten Einstellungsmöglichkeiten genau den eigenen Vorstellungen anpassen lassen. Die Bedienung der App gelingt nach kurzer Einarbeitung sicher, Instabilitäten oder sonstige Fehler haben wir auch nach monatelangem Einsatz nicht feststellen können.

Power Toggles ist eine tolle App für lau, die zudem noch werbefrei daher kommt, und verdient eine uneingeschränkte Empfehlung der Redaktion.

Download: Power Toggles (kostenlos)

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