2015 könnte das Jahr der modularen Smartphones werden: Neben Project Ara, ZTE Eco Mobius und Vsenn gibt es mit PuzzlePhone nun ein weiteres Projekt, das Geräte mit austauschbaren Komponenten entwickelt. Das Konzept orientiert sich hierbei eher an Project Ara als an Vsenn, verfügt jedoch nur über zwei austauschbare Module. Neben der Hardware soll sich auch die Software vom Nutzer nach Belieben verändern lassen.

Projekte zu modularen Smartphones erfreuen sich großer Aufmerksamkeit - das größte und bekannteste der Projekte dürfte vermutlich Project Ara sein, welches in Zusammenarbeit mit dem Gründer des Phonebloks-Projekts Dave Hakkens schon im Januar 2015 mit den ersten Geräten für den Verbrauchermarkt durchstarten soll. Das finnische Projekt um das PuzzlePhone lässt sich noch etwas mehr Zeit, hat nun aber ebenfalls die eigene Vision vom modularen Smartphone präsentiert - mit einem angepeilten Marktstart im Verlaufe des kommenden Jahres.

Das PuzzlePhone verfügt über zwei große Module, die sich vom Nutzer austauschen lassen und jeweils auf der Rückseite oben und unten positioniert sind. Während sich im oberen Modul Prozessor, RAM und die Kamera befinden, sind der Akku und weitere zusätzliche Komponenten im unteren Modul positioniert. Die genaue Funktion der Module soll hierbei nach den Bedürfnissen des Nutzers angepasst werden können - ein Modul für Fingerabdruckscanner, zusätzliche Lautsprecher oder weitere Hardware-Tasten wären hier denkbar. Angedockt werden die Module in einem Gehäuse, welches ein widerstandsfähiges LCD, einige Tasten, Lautsprecher und das Mikrofon beherbergt.

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Zur Produktion der Module will man auf die Zusammenarbeit mit interessierten Hardware-Herstellern setzen und die notwendigen Ressourcen zur Entwicklung prinzipiell jedem zur Verfügung stellen. Interessant ist der Umstand, dass nicht nur die Hardware, sondern auch die Software sich nach Belieben verändern lassen wird. Die auf dem Smartphone zum Einsatz kommende Software soll als Open Source frei zugänglich sein, was insbesondere Fans von Custom-ROMs wie der CyanogenMod oder Paranoid Android zugutekommen könnte. Vorerst soll ein Android-Fork auf dem PuzzlePhone zum Einsatz kommen, ob eine Zertifizierung für Google Play vorhanden und die Nutzung der GApps möglich sein wird, ist aktuell noch unklar.

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Das Projekt befindet sich noch in der aktiven Entwicklungsphase, die Hardware-Entwicklung wird vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Gegründet wurde PuzzlePhone vom Finnen Alejandro Santacreu, der ein Team von Fachkräften aus verschiedenen Branchen für das Projekt zusammengestellt hat. Auch das von Ex-Nokia-Mitarbeitern gegründete Unternehmen Vsenn kommt aus Finnland und arbeitet an modularen Smartphones, wobei der Austausch der Komponenten dort nicht durch wechselbare Module und Exoskelette, sondern ähnlich wie bei Desktop-PCs auf traditionelle Art und Weise - sprich, mit Schraubenziehern - vonstattengeht. Das PuzzlePhone ist daher als eine interessante Ergänzung in der Landschaft der modularen Smartphones zu betrachten und man darf gespannt sein, welches der vielen Konzepte sich letzten Endes durchsetzen wird.

Was sagt ihr zum PuzzlePhone? Sind modulare Smartphones überhaupt interessant für euch? Meldet euch gerne in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: PuzzlePhone

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