Oft genug in der Geschichte sind große Dinge von kleinen Leuten vollbracht oder zumindest ins Rollen gebracht worden. Die bekannte Webseite Kickstarter basiert auf diesem Gedanken und bietet eine Plattform für interessante Projekte und Ideen. Um eine solche handelt es sich bei einem Ring, welcher dank ausgetüftelter Sensorik erlaubt, mit dem Finger in die Luft gezeichnete Gesten als Input an über Bluetooth verbundene Geräte weiterzugeben. Der Titel dieses Kickstarter-Projekts lautet simpel: „Ring: Shortcut Everything“.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Technik so weit fortgeschritten, dass hierzulande praktisch jeder mehrere Rechenmaschinen besitzt und regelmäßig benutzt – sei es der alte Desktop-PC daheim oder die brandneue Smartwatch am Handgelenk. Die Technik von heute ist bereits in unseren Alltag integriert – das nächste Ziel ist es, die Bedienung einfacher und intuitiver für jedermann zu gestalten. Mit dieser Absicht steigt Ring in den Ring und präsentiert einen höchst interessanten Ansatz. Das Demo-Video zeigt bereits gut, womit wir in Zukunft rechnen könnten.

ring-supported-devices

Die Verbindung kann dabei entweder direkt zum jeweiligen Endgerät aufgenommen werden oder über eine Schnittstelle zu Hause mehrere Geräte gleichzeitig ansteuern. In einem entsprechend präparierten Haus können auf diese Weise – wie das Video exemplarisch zeigt – Lichtquellen per Geste gedimmt und der Fernseher kontrolliert werden. Auch andere Haushaltsgeräte könnten theoretisch angesteuert werden, sofern diese über entsprechende Konnektivität verfügen – „Home Control“ lautet das Stichwort.

App_GestureMaker
App_ringstore

Über eine App (links) lassen sich Gesten auf dem Smartphone definieren. Der „Ring Store“ (rechts) erlaubt den Zugriff auf Apps von Drittanbietern.

Ein weiterer Aspekt, der angeboten werden soll, ist das sichere Bestätigen von digitalen Bezahlungen über eine vorbereitete Passwort-Geste. Der Prototyp scheint zudem bereits Apps über vordefinierte Gesten öffnen zu können und sogar das Schreiben von Nachrichten ist möglich – nicht zuletzt aufgrund der für derartige Gesten optimierten „Ring Font“. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Smartphones und Smartwatches soll durch einen eigenen Store stetig verbessert werden, es wird entsprechende APIs und ein eigenes SDK für die Entwicklung für „Ring“ geben.

ring-shortcuts-apps-icons
ring-smartwatch

Ring_Futures

Allerdings befindet sich das Projekt noch immer in der Entwicklung. Zwar wurde die Massenproduktion angekündigt, nachdem man bereits nach eineinhalb Tagen die angepeilte Summe auf Kickstarter eingenommen hat, jedoch ist vor allem die Hardware nach unserem Befinden noch nicht ganz ausgereift. So ist „Ring“ zum Beispiel nach Eigenaussage der Entwickler nicht wasserfest und zudem unterstützt der Akku nur ungefähr 1000 Gesten pro Ladung – letzteres könnte beim „Schreiben“ von Texten schnell zu einem leeren Energiespeicher führen, zumal Akkus heutzutage noch beschränkt in Form und Verformbarkeit sind. Apropos Akku: Dieser wird sich über ein ergonomisch-designtes Dock aufladen lassen, in beziehungsweise auf das sich der Ring legen lässt.

Ring_batterystand
ring-font

Die anvisierte Summe von 250.000 US-Dollar wurde bereits deutlich übertroffen – aktuell darf sich Logbar Inc. über eine Beteiligung von gut 600.000 US-Dollar freuen. Wer sich am Projekt finanziell beteiligen will, kann dies über die Kickstarter-Seite machen. Wie von Kickstarter gewohnt, erhalten Unterstützer abhängig von der zugeführten Summe auch etwas im Gegenzug – aktuell ab 165 US-Dollar sogar einen „Ring“, sobald dieser produziert wurde.

Interessiert euch „Ring“? Ist die Gestensteuerung von Geräten per Zeigefinger-Gadget eine Eingabemethode der Zukunft? Sagt uns, was ihr denkt – in den Kommentaren.

Quelle: Ring @ Kickstarter [via t3n]