Roaming: EU will Gebühren innerhalb der Union komplett abschaffen

Amir Tamannai 13

Eigentlich ist die Europäische Union ja ein großer Binnenmarkt, in dem sich jeder Einwohner der aktuell 27 Mitgliedsstaaten nicht nur frei bewegen, sondern sogar seinen Wohnsitz und Arbeitsplatz frei wählen darf. Allein beim mobilen Telefonieren hört die Einigkeit auf: Kaum überschreitet man die teilweise optisch gar nicht mehr sichtbaren Nationalgrenzen, fallen zum Teil ordentliche Roaming-Gebühren für Smartphone-Nutzer dann. Das will die Europäische Kommission nun ändern.

Roaming: EU will Gebühren innerhalb der Union komplett abschaffen

Machen wir uns nichts vor: Ein Grund, warum sich die EU-Kommission immer wieder zum Verbraucherschützer aufschwingt, ist sicher auch ein gewisser Populismus, um den Bürgern der EU die Sinnhaftigkeit der Union und der Kommission ins Gedächtnis zu rufen. Soll uns im Ergebnis aber recht sein, wenn dabei Dinge wie ein etwaiger Wegfall der Roaming-Gebühren bei Telefonaten innerhalb der Mitgliedsstaaten diskutiert werden.

Den hat jedenfalls die EU-Kommissarin für digitale Themen, Neelie Kroes nicht nur vorgeschlagen sondern sich auch gleich auf die Agenda gesetzt: „Ich möchte, dass Sie in Ihre Wahlkreise fahren und sagen können, dass wir Schluss machen können mit den Roaming-Kosten. Ich möchte, dass Sie und ich den Bürgern zeigen, dass die EU wichtig ist für ihr Leben.“ So viel zur Motivation dieses Ansinnens — das die Kommissarin aber auch damit begründet, das derartige Gebühren schlicht nicht zum Binnemarkt der EU passen würden; womit sie natürlich recht hat.

So oder so, bei den Bürgern dürfte das Vorhaben gewiss auf breite Zustimmung treffen, bedeutete das Ergebnis doch, dass wir künftig im EU-AUsland gänzlich unbedarft telefonieren, SMSen und vor allem im Netz surfen dürften, wie wir das von zuhause kennen.

Die nächsten Europawahlen finden Ende Mai 2014 statt, bis dahin könnte das Europäische Parlament entsprechende Beschlüsse verabschiedet haben, was zu einem Wegfall der Roaming-Gebühren schon ab 2015 führen könnten. Erfahrungsgemäß setzt die EU derartige Vorhaben auch durch, wenn sie sie einmal ins Auge gefasst hat. Der Widerstand der europäischen Provider dürfte allerdings groß sein — bleibt zu hoffen, dass diese im Falle eines Erfolgs von Frau Kroes nicht versuchen, die vermeintlichen Verluste an anderer Stelle vom Kunden wieder reinzuholen.

Quelle und Bild: Tagesschau.de

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