Smartphone-Bloatware: Vorinstallierte Apps sollen künftig deinstallierbar sein – in Korea

Frank Ritter 13

Erst heute hörten wir, dass viele Smartphones darunter leiden, das sie von ihren Herstellern mit vorinstallierter Software vollgepfropft sind, die den internen Speicher unnötig dezimieren. Die Rede ist von Bloatware. Ein neues Gesetz in Korea verweist diese Apps nun in ihre Schranken. Künftig soll dort auf neuen Smartphones nahezu jede App deinstallierbar sein.

Smartphone-Bloatware: Vorinstallierte Apps sollen künftig deinstallierbar sein – in Korea

Zugegeben, die Lage hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, trotzdem ist und bleibt Bloatware auf Smartphones und Tablets ein Ärgernis. Noch immer kauft man sich ein Smartphone und stellt entnervt fest, dass der Hersteller es für dringend notwendig hält, dem Nutzer Apps zur Pizzabestellung, Hotelbuchung oder Bespaßung mit Boulevard-News vorzuinstallieren. Noch schlimmer ist es, dass man manche dieser Bloatware-Apps nicht deinstallieren kann.

In Korea wird dem nun ein Riegel vorgeschoben: Das südkoreanische Parlament verdonnerte Samsung, LG und Co. nun mit einem neuen Gesetz dazu, nahezu alle Apps künftig deinstallierbar zu machen. Das Gesetz soll ab April gültig sein, also mutmaßlich pünktlich zum Launch des neuen Geräts der Galaxy S-Serie.

Das Ministerium für Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie und Zukunftsplanung äußerte sich in einer Presseerklärung (Übersetzung von uns):

Dieser Schritt hat den Zweck, eine abnormale Praxis zu korrigieren, die eine Belastung für Smartphone-Nutzer darstellt und den Wettbewerb in der Industrie verzerrt.

Bei dem Gesetz ist der Begriff der Software, die gelöscht werden können soll, recht weit gefasst. Ausnahmen sollen lediglich ein App-Store, eine App für den Kundendienst, eine NFC-Anwendung, sowie eine App sein, die für die WLAN-Konnektivität zuständig ist. Soll heißen: Auf dem nächsten Samsung Galaxy-Flaggschiff wird man, zumindest wenn man es in Korea kauft, nicht nur „normale“ Bloatware wie Reiseführer- und Newsmagazin-Apps löschen können, sondern auch Samsung-Software wie den ChatOn-Messenger und sogar Google-Anwendungen wie Maps und Gmail, von denen man ja auch nicht immer alle braucht – und das spart nicht nur wertvollen Speicher, sondern schont in vielen Fällen auch die Systemressourcen.

Ein guter Ansatz, wie wir finden. Bleibt zu hoffen, dass diese Praxis auch nach Europa herüberschwappt.

Quelle: ZDnet [via reddit]

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