Smartphone-Diebstahlschutz: Ab Sommer 2015 fester Bestandteil von Geräten vieler Hersteller

Andreas Floemer 9

Smartphones sollen sicherer werden – zumindest wenn es um gestohlene Geräte geht. Denn ab Sommer nächsten Jahres erhalten viele mobile Geräte eine Diebstahlsicherung, mit der Smartphone-Besitzer ihr Gerät nach einem Verlust so sperren lassen können, dass es praktisch unbenutzbar wird. Viele große Unternehmen haben ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet – darunter Google, Samsung, HTC und Apple.

Smartphone-Diebstahlschutz: Ab Sommer 2015 fester Bestandteil von Geräten vieler Hersteller

Smartphone-Diebstahl ist ein stetig wachsendes Problem, dem Besitzer machtlos gegenüberstehen. Kommt ein Smartphone abhanden, so kann der Dieb es relativ einfach auf den Werkszustand zurücksetzen und weiterverwenden oder -verkaufen. Ist dem rechtmäßigen Besitzer sein Gerät gar ohne Sicherung per Muster oder PIN abhanden gekommen, hat der „neue Besitzer“ gar die Möglichkeit, auf hochsensible Daten zuzugreifen – schlimmstenfalls E-Mails, Bankdaten und dergleichen.

Googles im letzten Jahr eingeführter Geräte-Manager, ein Pendant zu Apples „Find my iPhone“, dämmt dieses Problem schon ein wenig ein, führt der Dieb jedoch einen Wipe durch, also einen kompletten Reset auf den Werkszustand, ist der Fernzugriff jedoch auch futsch. Mit dem nun angekündigten neuen Diebstahlschutz soll es Langfingern schwerer gemacht werden, Smartphones weiterzuverkaufen oder selbst zu verwenden, denn die mit dieser neuen Technologie versehenen Geräte sollen von Dritten nicht reaktiviert werden können. Damit wäre ein gestohlenes Smartphone praktisch so wertlos wie ein Backstein.

Laut Angabe der US-Behörde CTIA soll der kostenlose Diebstahlschutz entweder auf einem Gerät vorinstalliert oder per App nachträglich einspielbar sein. Dieser soll über folgende Basis-Funktionen verfügen:

  1. Löschbarkeit von persönlichen Daten aus der Ferne, falls es gestohlen wurde oder anderweitig abhanden gekommen ist.
  2. Sperren des Smartphones, sodass nicht autorisierte Personen das Gerät nicht nutzen können. Es soll per Passwort oder PIN wieder reaktiviert werden können, der Anruf von Notfallrufnummern weiterhin möglich sein.
  3. Verhinderung der Reaktivierung des Smartphones ohne Autorisierung des Besitzers. Durch diese Sperre soll es unmöglich sein, das Smartphone per Rücksetzung auf den Werkszustand nutzbar zu machen.
  4. Das Smartphone soll sich normal nutzen lassen können, sofern es wieder in den Händen des rechtmäßigen Besitzers ist und ein Autorisierungscode eingegeben wurde. Ferner sollen die Nutzerdaten, falls gelöscht, beispielsweise aus der Cloud wiederhergestellt werden.

Die Funktion klingt sinnvoll und könnte aus unserer Sicht gerne auch schon früher eingeführt werden. Was in der Vereinbarung allerdings fehlt, ist die Möglichkeit der Ortung, wie sie es beim Google Geräte-Manager beispielsweise Standard ist. Hier muss man also offenbar auf zusätzliche Dienste zurückgreifen, sofern die Hersteller diese Funktionalität nicht freiwillig implementieren. Einen weiteren Haken gibt es noch: Bislang wurde nur bestätigt, dass der Diebstahlschutz auf US-Geräten Einzug halten soll. Wir rechnen aber damit, dass die Hersteller diesen neuen Diebstahlschutz auch auf andere Länder ausweiten werden.

Zu den Unterzeichnern des Abkommens gehören neben Apple, Samsung, Google und HTC auch Huawei, Motorola Mobility, Microsoft, Nokia sowie die US-Netzbetreiber AT&T, Sprint, T-Mobile USA, U.S. Cellular und Verizon Wireless und der Versicherer Asurion.

Was haltet ihr von diesem kommenden Feature? Würdet ihr es gerne in euren künftigen Smartphones sehen?

Quelle: CTIA [via engadget, Re/Code]

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