Smartwatches & Wearables: Neuer Prozessor ermöglicht Laufzeiten im Always-On-Modus von bis zu einem Monat

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Es gibt viele Wege, den Nutzern eine bessere Akkuleistung zu ermöglichen - entweder, man macht die Akkus stärker, die Ladezyklen kürzer oder die Komponenten sparsamer. Letzteres hat nun das Unternehmen Ineda Systems auf besonders eindrucksvolle Art und Weise mit dem Dhanush-Prozessor geschafft. Die neu entwickelte CPU für Smartwatches und andere Wearables soll nämlich derartig sparsam sein, dass Akkulaufzeiten von bis zu einem Monat möglich sind. Diverse große Hersteller wie Samsung und Qualcomm zeigen Interesse. 

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Genau genommen handelt es sich bei der Entwicklung von Ineda Systems um eine neue Prozessor-Architektur, die speziell für die Nutzung in Wearables wie der Moto 360 Smartwatch oder LG G Watch gedacht ist und dementsprechend wird der Chip in seiner Gesamtheit auch WPU (Wearable Processing Unit) statt CPU genannt. Ineda Systems teilt hierzu den Chipsatz in drei verschiedene Komponenten auf : Einen Rechenkern, der stets aktiv und für minimale Aufgaben wie zum Beispiel die Anzeige der Uhr verantwortlich ist, dann einen Rechenkern für gängige Aufgaben mit wenig Rechenaufwand und zu guter Letzt eine High-Performance-CPU für anspruchsvollere Apps. Durch diese Aufteilung soll der Stromverbrauch etwa zehnmal geringer sein als es bislang bei den Prozessoren der Konkurrenz der Fall ist.

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Für die Mitarbeit an der Technologie hat das Unternehmen prominente Fachleute, etwa in Form des Samsung CSO Young Sohn, für sich gewinnen können, ebenso Sanjay Jha, der CEO des Chipherstellers Global Foundries und ehemaliger Chef von Motorola Mobility. Ferner gehört auch der Präsident von Imagination Technologies Krishna Yarlagadda zum Management. Auch der CEO von Ineda Systems selbst, Dasaradha Gude ist kein unbeschriebenes Blatt, sondern vielmehr schon seit 25 Jahren an der Entwicklung von Prozessoren beteiligt - darunter auch bei namenhaften Herstellern wie AMD.

Des Weiteren sind Samsung Catalyst Fund, Qualcomm, Imagination Technologies und viele weitere als Investoren für Ineda Systems mit an Bord. Dabei handelt es sich interessanterweise fast ausschließlich um Unternehmen, die selbst Prozessoren herstellen und daher auch als Rivalen von Ineda Systems bezeichnet werden könnten. Verständlicherweise ist das Interesse der Konkurrenz an der neuartigen Prozessorstruktur groß, denn der Smartwatch-Markt ist noch ein offenes Feld und könnte in naher Zukunft einen ähnlichen Aufstieg wie Tablets und Smartphones erfahren.

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Ineda Systems nimmt das Kapital in Höhe von 25 Millionen US-Dollar von den Investoren natürlich dankend an und wird nicht nur die Entwicklung der WPUs weiter vorantreiben, sondern auch selbst Prozessoren herstellen. Diese sollen in unterschiedlich leistungsstarken Versionen, namentlich Nano, Micro, Optima und Advanced auf dem Markt erscheinen. Die ersten Prototypen werden im Moment potenziellen Kunden vorgestellt und haben sich bereits etwaigen Tests unterzogen, in denen ein deutlich geringerer Akkuverbrauch im Vergleich zu einer gängigen APU (Accelerated Processing Unit) und MCU (Multi Chip Unit) gemessen werden konnte, die noch mit gängigen Architekturen arbeiten. Selbst bei der Verwendung von Android-Applikationen, also einer der anspruchsvollsten Aufgaben, zeigt sich die WPU dreimal weniger stromhungrig als die Konkurrenz. Dasaradha Gude ist gegenüber der praktischen Anwendung unter Android allerdings noch skeptisch, da das Betriebssystem seiner Meinung nach zuviel Energie verbrauche.

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Was die Dhanush-WPU von Ineda Systems so besonders mache, sei laut Gude gar nicht der Umstand, dass man sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Rechenkerne in einem einzelnen Chip vereint, sondern dass man für jeden Chip unterschiedliche Betriebssysteme verwendet, die diese Architektur auch ideal ausnutzen können. Von ARM gibt es schließlich bereits schon seit langem die LITTLE.big-Architektur, bei der ohne HMP (Heterogeneous Multi Processing) auch nur bestimmte Rechenkerne zum Einsatz kommen. Doch Ineda Systems geht noch einen Schritt weiter - passend zum Wechsel zwischen starken und schwachen Rechenkernen soll auch das zum Einsatz kommende OS sich verändern, das passende Minimal-Betriebssystem für den stromsparenden Rechenkern hat Ineda Systems bereits parat. Letzten Endes liegt es natürlich an den Herstellern, welches OS sie mit den Dhanush-WPUs verwenden möchten und es bleibt abzuwarten, wie sich die Dhanush-WPU mit Android Wear vertragen wird.

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Was sagt ihr zu den Prozessoren von Ineda Systems? Schreibt uns eure Meinung wie immer unten in die Kommentare.

Quelle: Ineda-Systems [via Venturebeat]

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