Klirr, Klimper, Kracks – Glas geht nicht nur bei Polterabenden, in Glascontainern und in Kreuzberg am 1. Mai zu Bruch – sondern auch dann, wenn man Smash Hit spielt. Rein virtuell, versteht sich. Hinter dem gleichermaßen eitlen wie inhaltlich zutreffenden Titel verbirgt sich ein hervorragendes Geschicklichkeits- und Reaktionsspiel. Wir haben uns den Titel angeschaut.

Mediocre hat, anders als der Name des Spielestudios vermuten lässt, eine ziemlich überzeugende Historie an Spielen für mobile Plattformen: Da ist einerseits das spaßige Knobelspiel Sprinkle zu nennen, mitsamt seiner Ableger Islands und Junior, andererseits das herzige Hüpf-und-Rollspiel Granny Smith. Weniger knuffig und deutlich abstrakter geht es in Smash Hit zur Sache.

Mit dem Kopf durch die Glaswand

smash-hit-screenshot-03

In Smash Hit fliegt der Spieler in der First-Person-Perspektive wie an einer geraden Schnur gezogen durch die Level. Mit Tap-Bewegungen auf den Bildschirm kann man Kugeln schießen, die optisch ein wenig an Flipperkugeln erinnern. Ziel des Spiels ist es, mit den Bällen Glaskegel zu treffen und zu zerschmettern, die am Rand des Levels liegen. Hierzu bedarf es Genauigkeit und eines guten Timings, da die Bälle einer Wurfbahn folgen, die den Regeln der Schwerkraft gehorcht, und die Kegel mitunter an schwer zugänglichen beziehungsweise weit entfernten Stellen liegen.

smash-hit-screenshot-02

Zusätzlich erschwert wird das Unterfangen durch teils bewegliche Hindernisse wie Glasscheiben und metallene DNA-Stränge, die sich dem Spieler in den Weg stellen. Sie müssen ebenfalls mit Kugeln zerstört werden, sonst kollidiert man und verliert gleich zehn Bälle auf einmal.

smash-hit-screenshot-01

Moment mal, man verliert Bälle? Ganz genau – deren Vorrat ist arg begrenzt, sinkt der Vorrat auf Null, ist's Essig. Neue Bälle gibt's nur dazu, wenn man die Glaskegel zerstört, dann auch gleich im Dreier-, später im Fünferpack; Hindernisse zählen gemeinerweise nicht. Ziel einer Smash Hit-Partie ist es schlicht, so weit wie möglich zu kommen. Praktischerweise wird dabei auch anhand eines Lichtpunktes im Level direkt verzeichnet, bis wohin man es beim bisher besten Versuch geschafft hat.

smash-hit-screenshot-05

Die Mechanik des Spiels ist schnell verstanden und entspricht dem Optimum eines Mobilspiels: Eine Partie dauert nur einige wenige Minuten, trotzdem oder gerade deswegen gerät man schnell in einen Suchtstrudel aus „Argh!“ und „Einmal versuch ich's noch“.

Trailer zum Spiel

Zurückhaltend schick

smash-hit-screenshot-09

Besonders zu überzeugen weiß die Technik: Mit höchsten Details läuft das Spiel, zumindest auf unserem Testgerät, einem Galaxy Note 3, durchgehend flüssig. Der Sound pluckert, mal abgesehen von den authentischen Klirrgeräuschen und wenigen anderen Soundeffekten, relativ minimalistisch-elektronisch vor sich hin, manchmal denkt man, einer Boards of Canada-Platte zu lauschen. Auch der visuelle Stil weiß zu überzeugen: Gleichsam minimalistisch-kantig und in sich schlüssig kann man dem Spiel die Armut an Polygonen und das fast vollständige Fehlen von Texturen verzeihen, die sterile Spielumgebung erinnert dabei oft an Valves Klassiker Portal.

smash-hit-screenshot-07

Die Gestaltung der durch Tore voneinander getrennten rund 50 Level ändert sich jedoch trotzdem häufig: von engen „Gassen“ mit plötzlich auftauchenden Hindernissen bis hin zu weitläufigen Räumen, in denen es vor allem darauf ankommt, die weit entfernten Kegel zu treffen. Verblüffend in dem Zusammenhang, wie einige Variationen der Farbgradienten im Hintergrund die Stimmung des Spiels beeinflussen können.

smash-hit-screenshot-04

Angenehmerweise hat Mediocre die Google Play Game Services in Smash Hit integriert. So kann man sich leicht mit Freunden messen und verschiedene Bestleistungen (weiteste Strecke, höchste Anzahl verfügbarer Bälle, längste Trefferserie) untereinander vergleichen. Achievements gibt's natürlich auch.

Das Spiel ist in der Basisversion kostenlos, wer die Premium-Version für 1,84 Euro als In-App-Purchase kauft, erhält die Möglichkeit, Checkpoints zu nutzen und seinen Spielstand auf andere Geräte zu übertragen – fair.

Unser Fazit: Smash Hit ist ein Mobile Game, das seinem Namen alle Ehre macht. Unbedingt anspielen!

Entwickler: Mediocre
Preis: Kostenlos

Hat dir dieser Artikel gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Frank Ritter
Frank Ritter, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?