StoreDot: Neue Technik lädt Smartphone-Akkus in 30 Sekunden

Andreas Floemer 9

Während unsere Smartphones immer größer und schneller und Displays immer höher auflösen, schreitet die Entwicklung von effizienterer Akkus mit längerer Laufzeit nur schleppend voran. Das israelische Start-Up StoreDot meint, eine Antwort auf das Akkuproblem gefunden zu haben: Anstelle größerer Akkus mit längerer Laufzeit versucht man, die Ladezyklen drastisch zu reduzieren. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie basierend auf organischen Materialien, mit der Smartphone-Akkus innerhalb von 30 Sekunden wieder vollständig aufgeladen sind.

StoreDot: Neue Technik lädt Smartphone-Akkus in 30 Sekunden

Wäre es nicht ein Traum, sich nie wieder mit dem Problem leerer Akkus herumzuschlagen? Oder, falls der Energiespeicher dann doch mal zur Neige geht, ihn in kürzester Zeit wieder komplett aufladen zu können und nicht stundenlang zu warten, bis er wieder komplett voll ist? Der chinesische Hersteller OPPO wirbt bei seinem Find 7 damit, den 3.000 mAh-Akku mithilfe einer Schnellade-Lösung das Smartphone in 30 Minuten von 0 auf 75 Prozent zu laden – das klingt schon gut. Wenn man sich allerdings vor Augen hält, dass StoreDot einen Akku binnen 30 Sekunden voll zu laden beabsichtigt, sind eine halbe Stunde eine halbe Ewigkeit.

Das Startup StoreDot, das seinen Ursprung in der Nanotechnologie-Abteilung der Universität Tel Aviv hat, will diesen Vorstoß in der Akkutechnologie durch organische Materialien schaffen. Dabei handelt es sich um Peptide, die zu Nanokristallen zusammengefügt werden – man nennt sie auch Quantenpunkte. Die Kristalle verfügen über die Eigenschaft eines Superkondensators, rasch Energie in sich aufzunehmen – und beispielsweise als Akku zu fungieren. Laut StoreDot hat man eine Möglichkeit gefunden, diese Peptid-Kristalle relativ einfach und kostengünstig zu produzieren.

Im oben eingebundenen Demo-Video, in dem ein Samsung Galaxy S3 im Turbomodus voll aufgeladen wird, erkennt man, dass der Akku sich noch außerhalb des Geräts befindet und in etwa so groß wie ein Laptop-Netzteil ist, der Akku noch nicht über die geplante Kapazität verfügt. Allerdings ist man nach eigenen Aussagen noch weit von der Marktreife entfernt. Das Unternehmen beabsichtigt ein fertiges Produkt bis 2016 zu haben, welches dann ein Jahr später in ersten Smartphones zu finden sein soll.

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Laut StoreDot könne das neue organische Material nicht nur in Akkus verwendet werden, sondern auch in Speichermedien und Displays. In Speichermedien sollen die Nanokristalle schnellere Datentransferraten ermöglichen. Die in der Entwicklung befindlichen organischen Displays sollen bereits das ganze RGB-Farbspektrum abdecken. Unter anderem zielt das Unternehmen langfristig darauf ab, das giftige Cadmium, das in Akkus und Displays zum Einsatz kommt, gegen die eigene Lösung zu ersetzen. Problem ist allerdings, dass die Industrie sich nicht so leicht von neuen Materialien und Technologien überzeugen lässt – dies stellt eine große Hürde dar.

Aufgrund dessen zieht man in Erwägung die Akkus in Eigenregie zu fertigen. Was dafür allerdings fehlt, sind laut StoreDot-CEO Myersdorf die pekuniären Mittel, weshalb man eine neue Finanzierungsrunde in Angriff genommen hat. Erst im November letzten Jahres hat das Unternehmen ein größeres Funding in Höhe von 6,25 Millionen US-Dollar erhalten, wobei einer der Investoren Samsung gewesen sein soll. Um aber eine eigene Fabrik zur Herstellung der neuen Akkus zu bauen, benötigt man weitere 20 Millionen US-Dollar. Wir drücken StoreDot die Daumen, dass sie die nötigen Mittel erhalten, denn die Technologie, die sie in ihren Händen halten, könnte wegweisend sein.

[via TechCrunch]

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