uBeam: Revolutionäre Technologie ermöglicht kabelloses Laden per Ultraschall – so bequem wie WLAN

Andreas Floemer 41

Eine der größten Hürden mobiler Technologie – das Problem der chronisch leeren Akkus – könnte sehr bald der Vergangenheit angehören. Denn das Startup uBeam hat eine Technologie entwickelt, mit der das Aufladen eines Energiespeichers aus großer Distanz möglich wird. Ein erster Prototyp existiert bereits, innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die entsprechende Hardware käuflich zu erwerben sein. 

uBeam: Revolutionäre Technologie ermöglicht kabelloses Laden per Ultraschall – so bequem wie WLAN

Meredith Perry, die 25 Jahre alte Gründerin des Startups uBeam, hat eine Technologie entwickelt, die nach Science Fiction klingt. Denn mit dieser wird Strom in Ton umgewandelt und per Ultraschallwellen übertragen. Dadurch können bald Smartphones, Tablets und Notebooks aufgeladen werden, ohne nur in der Nähe einer Steckdose oder Ladestation zu sein – das Aufladen eines technischen Geräts wird so bequem wie die Nutzung von WLAN.

Nach Aussagen Perrys ermöglicht uBeam das Aufladen eines technischen Gerätes, selbst wenn es in der Hand- oder Hosentasche versteckt ist, man gerade telefoniert oder andere Dinge damit erledigt. Befindet man sich in Reichweite eines uBeam-Transmitters, werden Smartphone und Co. permanent geladen. Konkrete Angaben zur Reichweite der Technologie wurden zwar nicht gemacht, es heißt lediglich, dass ein Transmitter nur einen Raum versorgen könne, da Ultraschallwellen im Unterschied zu WLAN-Signalen nicht durch Wände dringen können.

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uBeam-Gründerin und CEO Meredith Perry mit ihrer Erfindung (Bild:Nick Bilton/The New York Times)

Bemerkenswert ist abgesehen von der Technologie an sich, dass uBeam-Transmitter nicht dicker als fünf Millimeter sind und wie eine Tapete an die Wand angebracht werden können. Damit Smartphones oder Laptops die Ladung aufnehmen können, ist ein entsprechender Empfänger vonnöten, mit dem sich die Ultraschallwellen wieder in Strom verwandeln lassen.

Perry meint, dass diese Technologie auch signifikante Änderungen in Sachen Geräte-Design mit sich bringen könnte. Denn Gadgets, die uBeam unterstützen, erfordern theoretisch kleinere Batterien, da sie permanent mit Strom versorgt werden. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn diese Technologie sich weit verbreitet, zum Standard wird und praktisch überall zu finden ist. Überdies könnten ihrer Ansicht nach Ladekabel und -Adapter für Steckdosen im Ausland mit dieser Technologie künftig überflüssig werden.

Die junge Entdeckerin der uBeam-Technologie hat große Visionen: Sie hat zwei unterschiedliche Produkte vor Augen – ein Ladegerät soll für kleinere Räume konzipiert werden, ein weiteres für große Lokationen wie Stadien, Flughäfen und dergleichen. Auch für Hotels und Kaffeeketten wäre diese Technologie interessant. Gesetzt den Fall, dass uBeam sich durchsetzt, könnten wir theoretisch in wenigen Jahren auf Akku-Packs, Ladekabel und der Suche nach Steckdosen verzichten.

Ganz beiläufig hat man sogar noch einen weiteren Verwendungszweck von uBeam entdeckt. Mittels der Ultraschallwellen ist es auch möglich, sichere Datenverbindungen zwischen Geräten oder Ladestationen aufzubauen. Somit könnte uBeam auch für das sogenannte Internet der Dinge genutzt werden, bei dem Haushaltstechnik miteinander über das Internet kommuniziert.

Wie erwähnt sollen die ersten marktreifen Produkte in zwei Jahren in den Handel kommen. So vielversprechend das Ganze klingt, ist der Erfolg des Produkts und die Aussicht auf permanente Kabelfreiheit sowie nie wieder zur Neige gehende Akkus abhängig von der Zuverlässigkeit von uBeam und natürlich der Akzeptanz der Verbraucher abhängig. Aktuelle kabellose Ladetechnologie wie Qi Wireless und Co. gibt es seit vielen Jahren – durchgesetzt haben sie sich bis dato nicht.

uBeam hat in den USA bislang 18 Patente, die in Verbindung mit der kabellosen Ladetechnologie und Ultraschall stehen, beantragt. Überdies steht das Unternehmen vor dem Abschluss einer großen Finanzierungsrunde. Zuvor hat uBeam bereits 1,7 Millionen US-Dollar Startkapital erhalten – zu den Investoren gehören unter anderem Yahoo-CEO Marissa Mayer und das Venture Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz.

Quellen: NY Times, engadgetuBeam

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