AR-Check: Datenbrille soll zeigen, wo noch geputzt werden muss

Stefan Bubeck 1

Wischen, Schrubben, Saugen: Ein deutscher Unternehmer will all das mit Augmented Reality revolutionieren. Eine Datenbrille zeigt der Reinigungskraft an, wie und wo geputzt werden muss. Verbessert werden sollen Qualität und Effizienz bei professioneller Gebäudereinigung.

AR-Check: Datenbrille soll zeigen, wo noch geputzt werden muss

Beim Staubsaugen sehen können, ob man nicht eine Ecke oder ein Stück in der Mitte des Raums vergessen hat – das wäre schon zu Hause praktisch. Professionelle Reinigungskräfte haben es hingegen mit Großraumbüros und riesigen Gebäudekomplexen zu tun. Eine neue Kombination aus Datenbrille und Software soll zukünftig zeigen, welche Flächen noch geputzt werden müssen und vor allem auch, wie man das am Besten macht.

Putzen fast wie im Computerspiel

Die helfenden Informationen werden der Reinigungskraft per Smartglasses eingeblendet. Möbel, Bodenflächen und Fenster sind im ungeputzen Zustand rot markiert. Sobald man mit dem Putzwerkzeug drüber wischt, werden sie grün. So könnte sich das Putzen bald anfühlen wie ein Videospiel. Virtuelle Farbveränderungen zeigen also an, was zu tun ist. Erinnert stark an Microsofts Hololens.

Damit das funktioniert, sind Wischmopp, Staubsauger und Handschuhe mit Sensoren ausgestattet, die ihre Positionsdaten an die Brille übermitteln. Und nicht nur das: Beim Fensterputzen können Sensoren in den Handschuhen auch den Anpressdruck messen. Wer also nur müde drüber wischt, bekommt einen Hinweis, dass das so nichts wird. Also richtig schrubben bitte. Natürlich werden auch Materialverbrauch und Arbeitszeit erfasst.

Es geht um Qualitätsschwankungen bei Gebäudemanagement und Gebäudereinigung – oder einfacher formuliert: Wenn die Putzkraft keine gute Arbeit leistet, dann sind Auftraggeber und Dienstleister unzufrieden. Außerdem kostet das eine Menge Geld. Deshalb zeigt AR-Check nicht nur an, was geputzt werden soll, sondern auch auf welche Weise und in welcher Reihenfolge. Der Erfinder nennt das „computergestützte Anweisungen“.

Eine Putz-Vision, die vielleicht bald Wirklichkeit wird

AR-Check ist ein Projekt von Martin Cudzilo, seines Zeichens Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma, die sich auf Fitnessstudios spezialisiert hat. Werden mit AR-Check Arbeitsplätze „weg-optimiert“? Der Erfinder sieht das jedenfalls nicht so. “Mit AR-Check reinigt eine Arbeitskraft bereits an ihrem ersten Arbeitstag komplexe Anlagen und Oberflächen mit komplizierten Anforderungen fehlerlos und in hoher Qualität – ohne jedwede Ausbildung, ohne Sprachkenntnisse und ohne zusätzliche persönliche Betreuung. Auf diese Weise schafft die Technologie sogar neue Arbeitsplätze für Suchende, die bisher aufgrund fehlender Sprach- oder Fachkenntnisse keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hatten“, so Cudzilo im Interview gegenüber Deutsche Startups. Noch ist AR-Check eine Vision und der Erfinder sucht Investoren zur Umsetzung. Einen Markt gibt es: Der weltweite Umsatz im Bereich Gebäudereinigung beträgt rund 400 Milliarden Euro – allein in Deutschland sind 600.000 Menschen in der Branche beschäftigt.

Quellen: AR-Check, Deutsche StartUps

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Video: Microsoft HoloLens

Microsoft HoloLens: Welcome International Developers and Partners.

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