DiscoMark: Endlich ein Android-Benchmark, der die Alltags-Performance misst

Tuan Le 4

Wenn ein neues Flaggschiff-Smartphone auf den Markt kommt, sind Benchmarks in der Regel nicht fern. Während die dort erzielten Punktzahlen zwar beeindruckend wirken, sind sie wenig hilfreich dabei, die Alltags-Performance eines Gerätes zu beurteilen. Die App DiscoMark setzt genau hier an und liefert endlich einen nachvollziehbaren Leistungstest.

Zugeben: Auch wir sind hin und wieder begeistert, wenn Gerät XY lange vor dem offiziellen Release in einem Benchmark auftaucht und dort die bisherigen Rekordwerte in den Boden stampft. Mittlerweile erzielen hochkarätige Smartphones Punktzahlen jenseits der 100.000 Punkte im AnTuTu und sind den Geräten der Vorjahre deutlich überlegen. Aber inwiefern eigentlich? Zwar können traditionelle Benchmarks die Performance des Prozessors, der GPU und des Speichers in Zahlen festhalten und daraus einen Wert ermitteln, der eine gewisse Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones erlaubt. Am Ende steht der Nutzer aber immer vor einer Punktzahl, deren Bedeutung er ohne Zuhilfenahme einer Tabelle mit anderen Geräten gar nicht wirklich versteht. Für die Bewertung der Leistung für rechenintensive Aufgaben wie Games mag dies sinnvoll sein; über die alltägliche Performance sagen solche Benchmark-Ergebnisse aber leider kaum etwas aus.

DiscoMark gibt die Geschwindigkeit eures Smartphones in Sekunden an

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Wer nach einem realistischen Benchmark sucht, sollte sich dagegen DiscoMark anschauen. In diesem wird nämlich die Zeit in Sekunden gemessen, die für das Öffnen von Apps benötigt werden. Dazu wählt man aus den installierten Apps eine beliebige Menge aus; beim Start des Benchmarks wird eine App nach der anderen geöffnet und die dafür benötigte Zeit festgehalten. Dieser Durchlauf lässt sich bis zu 30 Mal automatisch wiederholen, woraufhin die App aus allen Tests einen Mittelwert bestimmt. Zufällige Abweichungen werden dadurch minimiert.

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Natürlich macht es für den Test Sinn, das Smartphone vorher neuzustarten, um mit sauberem Speicher zu beginnen. Außerdem reduziert sich die benötigte Zeit drastisch, sobald man mehr als einen Durchlauf einstellt, da nach dem ersten Mal wesentliche Teile der Apps schon im RAM vorhanden sind. Teilt der Nutzer das Ergebnis durch die Anzahl aller gewählten Apps, erhält er die durchschnittliche Ladezeit für eine App. Dieser Wert ist nicht nur deutlich anschaulicher als ein Benchmark-Wert, er ist auch realistischer, um die Alltags-Performance zu beurteilen. Schließlich ist das Öffnen und Wechseln zwischen Apps eine der grundlegenden Tätigkeiten am Smartphone. DiscoMark eignet sich daher hervorragend, um zumindest in einem wichtigen Nutzerszenario aussagekräftige Benchmarkwerte zu liefern.

Beachtet werden sollte aber, dass sich die Ladezeiten auch bei ein- und derselben App je nach Version ändern können. Aussagekräftig ist der Test also nur, wenn man zwei Geräte miteinander vergleicht, die zudem die jeweils neuesten Version der zu testenden Apps installiert haben sollten.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

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