Für bessere Jobchancen: Bundesagentur-Chef fordert weniger Computerspiele

Kaan Gürayer 6

Verdaddeln Arbeitnehmer ihre Zukunftschancen? Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, mahnt Beschäftigte dazu, sich auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 einzustellen. Statt Computerspiele zu spielen, sollten lieber IT-Kurse belegt werden. 

Für bessere Jobchancen: Bundesagentur-Chef fordert weniger Computerspiele
Bildquelle: Flickr - Linkspartei/Bundestagsfraktion (CC BY 2.0).

Laut Arbeitsmarktforscher werden in Deutschland bis zum Jahre 2025 ganze 1,5 Millionen Jobs durch Digitalisierung wegfallen. Zwar sollen im gleichen Zeitraum zusätzliche 1,5 Millionen Arbeitsplätze entstehen, weshalb unterm Strich kaum Stellen wegfallen, dennoch appelliert Bundesagentur-Chef Weise an die Beschäftigten, sich auf die kommenden Veränderungen einzustellen.

„Diese Veränderungen durch die Digitalisierung werden in der Wirtschaft, am konkreten Arbeitsplatz kommen.“ In einer vernetzten Weltwirtschaft könne diese Veränderungen auch niemand aufhalten.

Von Industrie 4.0, also der Vernetzung ganzer Fabrikhallen mit dem Internet, werden laut Weise viele Beschäftigte betroffen sein. Diese müssten Eigeninitiative zeigen und sich auf die Herausforderungen im Arbeitsmarkt einstellen: „Und da kann ich jedem einzelnen nur die gute Empfehlung geben, sich darauf einstellen. Da müssen die Menschen entscheiden, ob sie Computerspiele machen oder einen IT-Kurs belegen und ob sie in der Freizeit auch mal Englisch lernen“, so Weise.

Computerspiele machen mit neuen Technologien bekannt

Dass sich die Arbeitswelt durch Digitalisierung grundlegend wandeln wird, lässt sich kaum bestreiten. Ob allerdings Computerspiele als Negativbeispiel für Zeitverschwendung herangezogen werden müssen, wie es Frank-Jürgen Weise subtil macht, darf allerdings bezweifelt werden. Immerhin sind es oftmals Computerspiele, die Menschen mit neuen Technologien und ihren Möglichkeiten überhaupt erst bekannt machen. Wer sich Anfang der 90er Jahre einen PC zugelegt hat, um Computerspiele zu spielen, dürfte in vielen Fällen erst später „entdeckt“ haben, dass man damit auch Texte verfassen oder Grafiken erstellen kann.

So wurde der anfängliche Spiele-PC zum Produktiv-Tool und es dürfte nicht unwahrscheinlich sein, dass es etwa mit Virtual Reality in den nächsten Jahren ähnlich sein wird: Das produktive Potenzial von VR-Brillen, die man sich zunächst nur zum Spielspaß ins Wohnzimmer geholt hat, wird erst im Nachhinein voll ausgereizt.

Ein generelles Abkanzeln von Computerspielen nutzt also weder den Gamern noch der Wirtschaft.

Quelle: FAZ, via WinFuture 

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