Brexit: Folgen für die Premier League und den Fußball

Martin Maciej

Großbritannien hat gewählt. Mit einer knappen Mehrheit wurde der „Brexit“ entschieden, nach welchem Großbritannien sich aus der EU zurückziehen wird. Auch auf den Fußball, allen voran die britische Premier League, wird der Brexit Auswirkungen haben. Doch wie äußern sich die Folgen dieser Wahl?

Brexit: Folgen für die Premier League und den Fußball

Aktuell ist die englische Premier League mit Teams wie Manchester United, FC Chelsea und FC Liverpool weltweit die beliebteste Fußball-Liga. Verantwortlich für die Popularität ist auch die große Zahl an Fußball-Stars aus dem Ausland.

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Brexit: Auswirkungen und Folgen für die Fußball-Premiere League

  • Auch nach dem „Brexit“ nehmen natürlich alle Mannschaften aus England, Wales, Nordirland und Schottland weiterhin an der Europameisterschaft sowie den Klub-Wettbewerben „Europa League“ und „Champions League“ teil.
  • Die Teilnahme ist nicht von der EU abhängig, immerhin spielen auch Mannschaften aus Nicht-EU-Staaten wie Schweiz oder Russland an den Fußball-Wettbewerben mit.
  • Über die Teilnahme an den Wettbewerben entscheidet der europäische Fußballverband, die UEFA.

Anders sieht es jedoch für die heimischen Ligen in Großbritannien aus. Hier könnte der Brexit erhebliche Auswirkungen haben, die die ganze Fußballwelt betreffen könnten.

  • Aktuell können Spieler aus EU-Ländern wie Deutschland oder Italien ohne Einschränkung in der Premier League spielen. Dies ist eine Folge des „Bosman“-Urteils, welches 1995 die Fußballwelt grundlegend verändert hat.
  • Anders sieht es jedoch für Akteure aus, die aus Nicht-EU-Ländern stammen.
  • Hier muss der Spieler in den zwei Jahren vor einem Wechsel zu einem englischen Team eine bestimmte Anzahl an Länderspielen hinter sich gebracht haben, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Die Anzahl der Länderspiele richtet sich nach der Position im FIFA-Ranking. Spieler aus den Top-10-Nationen, z. B. Brasilien oder Argentinien müssen demnach 30 Prozent der potentiellen Länderspiele der Nation mitgemacht haben, in den Ländern auf den Positionen 11 bis 20 müssen 45 Prozent der Einsätze in den vergangenen zwei Jahren gespielt worden sein usw.
  • Nach dem Brexit würden die Regelungen auch für EU-Spieler gelten. Die Regelung, nach welcher Spieler mit einem Pass eines EU-Landes ohne Einschränkung für Manchester United, FC Chelsea und Co. spielen dürften, würde demnach wegfallen.

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Was könnten die Folgen des Brexits für den Fußball und die englische Premier League sein?

Was bedeutet das genau? Deutsche Nationalspieler wie Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger haben in den vergangenen Jahren genug Länderspiele gespielt, um eine Arbeitserlaubnis nach den oben genannten Regeln zu erhalten. Anders sieht es z. B. aus, wenn Ron-Robert Zieler oder Emre Can jetzt nach England wechseln wollen würden. Diese deutschen Spieler erfüllen diese Quote nicht.  „BBC“ ermittelte, dass die Brexit-Auswirkungen 332 Spieler aus den höchsten beiden englischen sowie der schottischen Liga treffen würden. Rückwirkend soll es jedoch keine Konsequenzen geben.

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Noch ist die Wahl zu frisch, um absehen zu können, wie sich der Brexit auf den Fußball auswirkt. Rechtexperten sehen die Möglichkeit, wonach die Bestimmungen für eine Arbeitserlaubnis gesenkt werden bzw. Ausnahmeregelungen für die Premier League geschaffen werden können. Eine positive Auswirkung des Brexits wäre sicherlich, dass der englische Fußball wieder mehr Platz für Talente aus der eigenen Jugend hätte, wodurch auch die „Three Lions“ profitieren würden. Gleichzeitig würde jedoch die Attraktivität der englischen Fußball-Liga sinken, sollten nicht mehr so viele Stars aus dem Ausland in die Premier League wechseln.

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Quelle: BBC

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