Das Handy als Einstiegsdroge: Smartphone-Verbot für Kinder gefordert

Simon Stich 10

Das Smartphone als Werkzeug zum Missbrauch: Eine Regierungsberaterin fordert, den Zugang zu Smartphones für Kinder unter 14 Jahren gesetzlich zu verbieten. Das Potenzial für Missbrauch sei einfach zu hoch, so das Argument. Nur eine drastische Maßnahme könnte Abhilfe schaffen.

Das Handy als Einstiegsdroge: Smartphone-Verbot für Kinder gefordert
Bildquelle: GIGA.

Zum eigenen Schutz: Smartphone-Verbot gefordert

Die Internetexpertin Julia von Weiler fordert ein generelles Verbot von Smartphones für Kinder unter 14 Jahren. Sie sitzt im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Ihr zufolge werden immer häufiger Nacktbilder von Kindern untereinander ausgetauscht, schreibt unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das Problem würde an Grundschulen verstärkt auftreten. „Täter und Opfer werden immer jünger“, sagt von Weiler, die neben ihrer Beratertätigkeit auch Geschäftsführerin des Vereins Innocence in Danger ist.

Von Weiler sieht das Smartphone als eine Art Einstiegsdroge: „So, wie wir Kinder vor Alkohol oder anderen Drogen schützen, sollten wir sie auch vor den Risiken einer zu frühen Smartphone-Nutzung schützen“. Das Potenzial für Missbrauch sei gegeben und werde auch aktiv ausgenutzt. Hierbei geht es nicht nur um den Konsum von Pornografie, sondern auch das Versenden von eigenen oder fremden Nacktbildern, die dann unkontrolliert weiterverbreitet werden können.

Rückendeckung gibt es vom Landeskriminalamt Berlin. Polizeibeamtin Judith Dobbrow gibt an, dass Anzeigen in diesem Bereich in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Im Durchschnitt würden Berliner Polizisten alle zwei Wochen in Schulen Anzeigen dieser Art nachgehen. Die Tatverdächtigen sind dabei nach Aussage des Landeskriminalamts in den letzten Jahren immer jünger geworden. Es wird ein klarer Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Smartphones bei Kindern gesehen.

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Altersbeschränkung wäre „eine einfache Lösung“

Auch Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, ist dem Vorschlag nicht abgeneigt: „Eine gesetzliche Altersbeschränkung für Smartphones wäre möglicherweise eine schnelle und vermeintlich einfache Lösung“, sagte er. Das Grundproblem sei damit aber nicht aus der Welt geschafft, betont er. Der fehlende Schutz von Kindern im Internet werde auch dann bestehen, wenn Kinder unter 14 Jahren offiziell kein Smartphone mehr besitzen dürfen.

Was haltet ihr vom Vorschlag der Regierungsberaterin? Sollte es eine Altersbeschränkung für Smartphones in Deutschland geben – und ab wann wäre man überhaupt „alt genug“ für ein Handy? Meldet euch mit eurer Meinung in den Kommentaren.

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