DSGVO: Was euch die Regelung bringt und wo sie versagt

Stefan Bubeck 3

Die vielen E-Mails von Spotify, Steam, Twitter und Dutzenden anderen Dienstanbietern, das kann schon ganz schön nerven. Dabei steht hinter der DSGVO eine gute Absicht, die dem Nutzer mehr Kontrolle verleiht – bis auf eine Sache, die ärgerlicherweise noch nicht hinhaut.

DSGVO: Was euch die Regelung bringt und wo sie versagt
Bildquelle: Wachiwit / iStock.

Hat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO; englisch: General Data Protection Regulation, GDPR) die größte Spam-Lawine in der Geschichte des Internets verursacht? Zumindest könnte man es so sehen, denn jeder von uns bekommt aktuell unzählige E-Mails zu Nutzungsbedingungen, die sich so gut wie niemand ernsthaft durchliest. Und das alles nur, weil die betroffenen Unternehmen aufgrund einer Verordnung der EU ihre Nutzungsbedingungen ändern mussten, die auch vorher niemand gelesen hat. Was soll das?

Auf Seite 2 dieses Artikels erklären wir euch, wo die DSGVO gut gemeint ist, aber die Umsetzung noch nicht klappt.

DSGVO: Besserer Schutz vor den Internetkonzernen

Die seit dem 25. Mai 2018 geltende DSGVO ist ein neues Rechtsinstrument für die Bürger der EU und gibt ihnen – vereinfacht gesagt – mehr Macht gegenüber den Online-Diensten, die sie nutzen. Das betrifft sowohl die Erfassung von personenbezogenen Daten als auch die freie Wahl zwischen konkurrierenden Internetdiensten – aber dazu später mehr. Dieses Video erklärt die Idee hinter der DSGVO anschaulich:

DSGVO: Das Recht auf Auskunft (Erklär-Video von Digitale Gesellschaft e.V.).

Auch für Unternehmen hat die DSGVO einige Vorteile: Mussten sie bisher bis zu 28 unterschiedliche Datenschutzbehörden informieren, gilt nun europaweit ein einheitliches Recht. Grundsätzlich: Dienste wie eBay, PayPal oder Soundcloud müssen sich eine eindeutige Zustimmung zur Datenverarbeitung beim Nutzer einholen – unklare Verhältnisse sollen so aus der Welt geschafft werden.

Wer hat die DSGVO erfunden?

Zur Geschichte: Die jetzt in Kraft getretene DSGVO lässt sich an ihren Wurzeln bis zur EU-Datenschutz-Richtlinie von 1995 zurückverfolgen.

Der 2009 im jungen Alter von 26 Jahren ins EU-Parlament eingetretene Grünen-Politiker Jan Philipp Albrecht spielt eine wichtige Rolle bei der heutigen Verordnung, er hat sie in den letzten Jahren als Berichterstatter des Europäischen Parlaments federführend begleitet.


Das Handelsblatt nennt den Datenschutzexperten den „Vater der DSGVO“, die FAZ spricht – mit Anspielung auf Facebook – vom „Zuckerbergbesieger“. Er selbst sagt über die DSGVO: „Es ist eine Eigenverantwortung der Verbraucher, sich zu informieren und die Rechte wahrzunehmen.“

Welche Rechte gibt uns die DSGVO?

Dazu findet ihr ausführliche Informationen im Internet, etwa bei deinedatendeinerechte.de vom Digitale Gesellschaft e.V. oder bei der Verbraucherzentrale NRW. Hier die wichtigsten Rechte in der Übersicht:

  • Auskunftsrecht: Welche personenbezogenen Daten gespeichert werden und zu welchem Zweck – das müssen die Unternehmen euch mitteilen. Ebenso müssen sie euch diese Daten jederzeit aushändigen können. Das geht jetzt, beispielsweise bei WhatsApp, wo sich die Funktion „Bericht anfordern“ nennt.
  • Informationsrecht: Wenn ein Unternehmen Datenschutzverstöße feststellt (z.B. ein Datenleck), dann müssen betroffene Nutzer informiert werden.
  • „Recht auf Vergessenwerden“: Daten müssen auf Wunsch der Nutzer gelöscht werden. Das betrifft beispielsweise Daten, die für den ursprünglichen Zweck der Speicherung nicht mehr nötig sind.
  • Recht auf Datenmitnahme: Sehr praktisch ist diese Funktion – Nutzer eines Onlinedienstes (z.B. Apple Music) oder Kunden eines Mobilfunkproviders sollen ihre Daten (Kontakte, Fotos etc.) mitnehmen können, wenn sie zu einem anderen Anbieter wechseln.

Auf Seite 2 erklären wir euch, wo das DSGVO gut gemeint ist, aber die Umsetzung noch nicht klappt.

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